Bild: Oleg Laptev/Unsplash

Klartext Energiewende 2019

Auch im Jubiläumsjahr der ENERGIETAGE haben die Hauptveranstalter eine große Anzahl von ­Expert*innen in einer Online-­Umfrage zum Stand der ­Energiewende in der Republik befragt.

Im letzten Jahr bestimmten die zähen Koalitionsverhandlungen die Energiewende-Debatte. Von Stillstand oder gar Desinteresse kann in diesem Jahr keine Rede sein: Fridays for Future, Europawahl, ­Dieselfahrverbote und ­CO2-Ab­gabe sind zentrale Themen der öffentliche Diskussion.

Auch im dritten Jahr der Klartext-Umfrage sollten die Teilnehmer*innen die Umsetzung der Energiewende in unterschiedlichen Bereichen einschätzen: sozial, wirtschaftlich und öko­logisch.

Im aktuellen Kontext ist die allgemeine Frage nach dem erklärten Ziel der Energiewende interessant (weitgehende Klimaneu­tralität bis 2050). Den Abschluss der Umfrage bildeten Fragen nach konkreten ­Ausgestaltungsmöglichkeiten in unterschiedlichen Handlungs­feldern der Energiewende und eine ­Einschätzung zur Bewegung ­Fridays for Future.

Wie sich die erhöhte Aufmerksamkeit in diesem Jahr in den Ergebnissen niederschlägt, ist in zwei kurzen Trend-Einschätzungen zusammengefasst.

Die Umfrage hatte in etwas über zwei Wochen rund 1100 Teilnahmen (n=1145).

Download der Ergebnisse als PDF (3MB)

I – Klimaziel 2050

Klimaneutral bis 2050? – TREND

Die Ergebnisse der Trendfragen in 2017 und 2018 ­lagen grundsätzlich nah beieinander. Allerdings sind in diesem Jahr signifikante Ausschläge über mehrere Fragen hinweg erkennbar. Auffällig wird dies schon in der Eingangsfrage nach der „Stimmung im Land“ – wohlgemerkt als Einschätzung von ­Expert*innen, die sich regelmäßig auch mit diesem Faktor auseinandersetzen:

Die Einschätzung, dass das Ziel der Klimaneutralität bis 2050 kaum jemanden interessiere, verliert fast die Hälfte an Zustimmung. Dies drückt sich auch in der aktuellen Berichterstattung aus: Fridays for Future, Europawahl, Dieselfahrverbote und CO2-Bepreisung sind zentrale Themen der öffentlichen Diskussion. Allerdings wird das Ziel 2050 nach Ansicht der Teilnehmer*innen zunehmend als Belastung empfunden. Mit rund 40 Prozent absolutem ­Zuwachs ­gegenüber 2018 landet diese Antwort in der aktuellen Klartext-Ausgabe auf dem ersten Platz.

Neu hinzugekommen sind Fragen zu „Fridays for ­Future“. Nach den Expert*innen-Gruppen „Eltern“ und „Wissenschaftler“ attestieren nun auch die rund 1.000 antwortenden Expert*innen aus dem Energie-, Bau-, Wohnwirtschafts- und Umwelt-Sektor eindeutig die Legitimität der Schüler*innen-Proteste: rund 85 Prozent halten den Protest für gerechtfertigt – alleine drei Viertel der Expert*innen finden ihn sogar „völlig richtig“. Nur knapp 20 Prozent sind der Meinung, die Jugendlichen sollten lieber zur Schule gehen.

II – Umsetzung der Energiewende

  • Soziales

  • Partizipation

  • Ökologie

  • Wirtschaft

    Umsetzung der Energiewende – TREND

    Auch bei der Frage nach der Wirtschaftlichkeit der Energiewende gibt es zunehmend Negativzeugnisse. Dieser Trend verstärkt sich in 2019 allerdings stark. So sind nun knapp 70 Prozent der Meinung, dass die Energiewende wirtschaftlich ungenügend ausgestaltet ist – vor zwei Jahren sahen dies nicht einmal 40 Prozent so.

    Ähnliche negative Tendenzen, wenn auch etwas schwächer, sind bei den Fragen nach der ökologischen sowie sozialen Ausgestaltung der Energiewende erkennbar. Das gleiche gilt für die Einschätzung nach angemessenen Beteiligungsmöglichkeiten, wobei hier der Einbruch der Werte schon letztes Jahr erfolgte und die schlechte Einschätzung auf niedrigem Niveau stagniert – könnten mangelnde Beteiligungsmöglichkeiten breiter Bevölkerungsschichten eine Bedingung für „Miss­erfolg“ in anderen Bereichen sein?

    Interessant sind auch die qualifizierten Antworten, also Freitextantworten, die einige konkrete Fragen zu Handlungsfeldern zuließen. Hier dominieren eindeutig zwei Maßnahmen: Einerseits wird eine stärkere ordnungsrechtliche Steuerung der Energiewende bis hin zur Einrichtung eines Energiewendeministeriums gefordert. Insbesondere die Bepreisung von CO2-Emissionen wird noch viel deutlicher gefordert als in den letzten Jahren und dominiert die Auswertung.Interessantes Detail: in den konkreten Auswahlmöglichkeiten „Kommunikation“ und „Bildung“ sind die Zustimmungen leicht rückläufig, wohin­gegen diese deutlich stärker in den Freitextantworten in den Vordergrund gerückt werden.

    III – Handlungsfelder Allgemein und Energiewirtschaft

    IV – Maßnahmen im Gebäudebereich

    V – Fridays for Future

    Sind Sie der Meinung, dass...

    Redaktion und Durchführung der Umfrage:
    Robert Volkhausen, Julian Korb, Michael Scheuermann

    Stand der Daten / Redaktionsschluss:
    15. Mai 2019, n=1145.

    Download der Diagramme als Einzelfolien

    Pressekontakt:
    Robert Volkhausen
    volkhausen[at]energietage.de
    Tel.: (030) 2014 308 26