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      Impressionen der Energietage 2018. Bilder: Energietage/Rolf Schulten

      Mehr Tempo in der Energiewende: ENERGIETAGE 2018 zwischen Zielkonflikten und Lösungsansätzen

      Drei Tage intensiver Debatten der Energiewende in Deutschland: Mehr als 350 Referent*innen diskutierten in 57 Einzelkongressen, Podien und Workshops Rahmenbedingungen und aktuelle Trends. Die Veranstaltungen, zu denen sich knapp 10.000 Teilnehmer*innen angemeldet haben, ermöglichten einen umfassenden Rundumblick über Energiewende und Klimaschutz.

      Zahlreiche federführende Institutionen aus dem gesamten Bundesgebiet füllten mehrere hundert Stunden Kongressprogramm mit politischen Grundsatzreden und Debatten, Streitgesprächen, der Darstellung aktueller Trends und Innovationen oder der Vermittlung neuer Erkenntnisse oder Best-Practice. Ein umfassendes Rahmenprogramm mit Fach- und Begleitmesse, Preisverleihungen, Jobbörse, Empfängen sowie weiteren Networking-Möglichkeiten rundete den Großkongress ab.

      Im Folgenden finden Sie eine erste Zusammenfassungen ausgewählter Veranstaltungen und Rahmenaspekte dieses ersten energiepolitischen Großereignisses unter der neuen Regierungskoalition. In den kommenden Tagen folgen sukzessive weitere Materialien wie Vorträge, Bild- und Filmmaterial oder Arbeitsergebnisse aus Workshops. Auf dem Laufenden bleiben Sie über www.energietage.de oder bei Twitter via @energietage.

      Da geht noch mehr: Innovative Lösungsansätze für erfolgreichen Klimaschutz

      Unter diesem Titel hatte das Bundesumweltministerium zum Auftakt der Energietage 2018 geladen. Das Grußwort (Link) kam dann auch von Ministerin Svenja Schulze selbst. Es folgten zwei Vorträge zu den Förderstrategien des Bundeswirtschaftsministeriums und zu Chancen des Klimaschutzes vom Energieforschungsinstitut IZES. Nach kurzer Pause fokussierte die Veranstaltung auf die Digitalisierung von Energiedienstleistungen. Hier beleuchtete Stephan Preuss von Qantic Digital die Rolle der Kunden bei Energieinnovationen.

      Im Anschluss erklärte Tanja Loitz von co2online, dass Verbraucher mehr Digitalisierung beispielsweise bei ihren Heizkostenabrechnungen einfordern sollten. Und Martin Bornholdt vom Effizienznetzwerk DENEFF erklärte, warum die Digitalisierung einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz leisten kann. Nach rund drei anregenden Stunden entließ Moderator Volker Angres vom ZDF die rund 250 Besucher*innen der Veranstaltung in drei volle Kongresstage.

       

       

      Bausteine für ein klimaneutrales Berlin

      Das Berliner ImpulsE-Programm der Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz war in diesem Jahr mit drei eigenen Veranstaltungen vertreten und diskutierte unterschiedliche Facetten von Klimaschutz und Energiewende in Berlin. Nachdem der Staatssekretär für Umwelt und Klimaschutz Stefan Tidow am Montagmorgen die Energietage gemeinsam mit dem Hauptveranstalter Jürgen Pöschk eröffnete, stellte er Konzept, Zielsetzung und Perspektiven der Machbarkeitsstudie über den Kohleausstieg bis 2030 in Berlin – ein Kooperationsprojekt mit der Vattenfall Wärme – im Rahmen einer gemeinsamen Veranstaltung vor. Dabei wurde nachdrücklich betont, dass es sich hierbei um keine theoretische Studie handelt. Vielmehr sollen Praxisfahrpläne für den Kohleausstieg und die Decarbonisierung der Fernwärme in Berlin erarbeitet werden, die auch realisiert werden sollen.

      Am Abend trat Stefan Tidow dann noch als einer der Laudatoren in der traditionellen Preisverleihung der KlimaSchutzPartner Berlin auf. Schon nachmittags führte ImpulsE die seit einigen Jahren erfolgreich zu den Energietagen laufende Workshopreihe „Bildungsoffensive Klimaneutrales Berlin“ fort. In diesem Jahr wurde unter dem Titel „Klimaschutz umsetzen“ über das Themenfeld Wirkung/Impact informiert sowie gemeinsam mit dem Berliner Ökowerk das BMU-Netzwerkprojekt „16 BildungsZentren Klimaschutz“ vorgestellt. Im anschließenden Workshop konnten die Teilnehmer*innen beide Themen vertiefen oder selbst mitgebrachte Anliegen diskutieren.

      Gemeinsam mit dem Berliner Klimaschutzrat diskutierte ImpulsE am Dienstag konkrete Umsetzungskonzepte der Energiewende in Berlin. Nachdem Staatssekretär Tidow den aktuellen Stand des Berliner Energie- und Klimaschutzprogramms 2030 (BEK) skizziert hatte, diskutierten – eingeleitet durch Impulsvorträge – die Spitzen mehrerer Berliner Stakeholder auf zwei Podien die „urbane Solarwende“ sowie Sanierungsfahrpläne als zentrale Säulen der Klimaneutralitäts-Strategie des Landes Berlin. Am Nachmittag lud ImpulsE dann wieder zu einem der jährlichen Highlights der Energietage, dem Gründer- und Innovationsforum. Hier können seit Jahren junge Unternehmer*innen und Start-Ups aus der Region ihre Produkte, Ideen und Dienstleistungen einem großen Publikum vorstellen und mit Fachleuten diskutieren. In 2018 ging es unter anderem um Photovoltaik-Straßenbelag, Stahlspeicher-Lösungen oder eine drohnenbasierte Inspektion von PV-Dächern.

       

       

      Bundesministerin Svenja Schulze besucht Stände auf der Fachmesse Energie-Impulse

      Die neue Bundesumweltministerin Svenja Schulze hat am ersten Tag der Energietage 2018 die angeschlossene Fachmesse Energie-Impulse besucht. Gemeinsam mit dem Berliner Staatssekretär für Umwelt und Klimaschutz, Stefan Tidow sowie Hauptveranstalter Jürgen Pöschk besuchte sie mehrere Aussteller an ihren Ständen. Dort ließ sie sich Produkte und Dienstleistungen vorstellen, die „mehr Tempo beim Klimaschutz“ machen sollen – der zentralen Forderung aus ihrer am Morgen gehaltenen Rede. Die Ministerin nutzte mehrfach die entspannte Atmosphäre der Energietage, um abseits der geplanten Route auch kleinere Projekte kennen zu lernen oder das Gespräch mit Teilnehmer*innen zu suchen – sichtlich begeistert war sie beispielsweise von der KlimaKiste, einem von Schüler*innen entwickelten didaktischen Tool für mehr Energieeffizienz und Klimaschutz.

      Insgesamt knapp 70 Institutionen nutzten die diesjährigen Energietage wieder, um mit ihrer Standpräsenz die Nähe zum fachlich hochwertigen Publikum sowie den politischen Entscheider*innen vor Ort zu suchen. Die Fachmesse erfreut sich jährlich großer Beliebtheit als Hintergrund für Networking und neue Impulse abseits des Tagungsprogramms. Auflockerung brachte in diesem Jahr beispielsweise auch eine künstlerische Intervention, bei der Visionen einer „zukünftigen Energieversorgung“ in mehreren Bildern live vor Ort gemalt wurde.

       

       

      Mehr Klimaschutz mit innovativer Kälte- und Klimatechnik

      Im ersten Vortag des von co2online organisierten Fachforums Kälte, das vom Kältetechnikexperten Jörn Schwarz (ArGe Kälte) moderiert wurde, ordnete Professor Hartmut Graßl (Vereinigung Deutscher Wissenschaftler) die Bedeutung von Energieeffizienz in der Kälte- und Klimatechnik in den Gesamtkontext des Klimawandels ein und arbeitete damit die Relevanz des Themas heraus. Professor Quaschning von der Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin zeigte anschließend die Bedeutung von Wärmepumpen und Klimatechnik für die Sektorkopplung und den Klimaschutz.

      Nach einer kurzen Pause lud Dr. Adrian Saupe vom Bundesumweltministerium zu einem Rück- und Ausblick auf die Förderung von Kälte- und Klimaanlagen ein. Den Abschluss des Fachforums bildete der Vortrag von Professor Kohlenbach von der Beuth Hochschule für Technik Berlin, in dem es um Simulation und Energiespeicherung in der Kältetechnik ging. Alle Vorträge wurden mit Fragen und Diskussionen aus dem Publikum begleitet, bevor Herr Schwarz die Veranstaltung nach rund drei Stunden mit seinem Schlusswort beendete.

      Deutscher Kältepreis 2018

      Eine besondere Veranstaltung bot sich den Besuchern der Berliner Energietage dann am Abend des ersten Tages: Hier hatte das Bundesumweltministerium zur Verleihung des Deutscher Kältepreises 2018 geladen. Der von der gemeinnützigen co2online GmbH organisierte Wettbewerb zeichnete bereits zum sechsten Mal innovative und umweltfreundliche Kälte- und Klimatechnik aus. Durch den Abend führten die beiden Moderatoren Volker Angres vom ZDF und Jörn Schwarz von der ArGe Kälte.

      Zu Beginn der Veranstaltung wurde der Juryvorsitzende Professor Michael Deichsel von den Moderatoren interviewt und nach den Kriterien der Preisvergabe befragt. Im Anschluss wurden alle nominierten Projekte vorgestellt. Dann folgten Grußworte von Bundesumweltministerin Svenja Schulze, die auch die Platzierungen der neun Gewinner in den drei Kategorien des Wettbewerbs (Liste/Link) bekannt gab. Die feierliche Preisübergabe übernahm ebenfalls die Ministerin. Nach den Schlussworten der Moderatoren war dann der Abendempfang eröffnet.

       

       

      Sicher erneuerbar! Digital, in Echtzeit und direkt zum Kunden

      Es ist an der Zeit, schrittweise die Weichen für eine echte Marktperspektive zu stellen und den Erneuerbaren die Verantwortung für die Versorgungssicherheit zu übertragen. Mit einer direkten Versorgung in Echtzeit beliefern Erneuerbare sektorübergreifend Industrie, Gewerbe und Haushalte. So schaffen es Großstädte wie Berlin, sich schrittweise zu dekarbonisieren. Diese Perspektiven präsentierte Björn Spiegel von ARGE Netz. Er wies darauf hin, dass die Erneuerbaren im ersten Quartal 2018 bereits einen Anteil von 40 Prozent erreicht haben. Großstädte können hierbei Vorreiter für die Energiewende werden.

      Um diese Potenziale zu nutzen, bedarf es dringend eines klaren Marktrahmens: Marktdesign für Echtzeit-Energiewirtschaft; Level-Playing-Field aller Energieträger; Möglichkeit, EE-Direktlieferverträge mit Industrie zu schließen. Dr. Jürgen Varnhorn von der Berliner Senatsverwaltung betonte die Bedeutung der Digitalisierung im Energiesystem, auf Basis dieser können Erzeugung und Verbrauch in Echtzeit zusammengebracht werden. Ralf Höper, ARGE Netz Energie, knüpfte hier an, dass digitale Lösungen für die Systemverantwortung durch das Erneuerbare Kraftwerk vorhanden sind und die Erneuerbaren sicher geliefert werden können. Im Anschluss daran folgte eine spannende Podiumsdiskussion zum Thema „Versorgungssicherheit mit Erneuerbaren“ mit den Vertretern von BMWi, BDI und Forschung.

       

       

      Solarthermie: Wirksamkeit aufs Dach bringen

      Im ersten Beitrag des Fachforums Solarthermie stellte Tanja Loitz von co2online die Erkenntnisse aus einem umfangreichen Praxistest vor. Ein zentrales Ergebnis: Ein Großteil der Solaranlagen schöpft ihr Potenzial bei weitem nicht aus. Auch die im Anschluss präsentierten Ergebnisse aus 1.800 Solarwärme-Checks der Verbraucherzentrale unterstrichen, dass viele Anlagen hinter ihren Möglichkeiten zurückbleiben. Axel Horn vom Ingenieurbüro solar energie information erläuterte, wie die Digitalisierung neue Chancen für die Solarthermie eröffnen kann.

      In der zweiten Hälfte der Veranstaltung informierte Reiner Warsinski vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle die Fördermöglichkeiten für Solarthermieanlagen. Abschließend erklärte Jens Mischke von Bosch Thermotechnik, warum Monitoring bei Solar wichtig ist. In dem Fachforum gab es viele anregende Rede- und Diskussionsbeiträge aus dem Publikum. Nach drei Stunden wurde es durch die Schlussworte von Moderator Sebastian Metzger von co2online beendet.

      Nachhaltige Quartiere – von Malmö bis München

      Gemeinsam mit Praktikern aus Schweden, Dänemark und deutschen Metropolen hat E.ON über innovative Technologien zur Umsetzung der Energiewende in der Stadt diskutiert und Best-Practice-Beispiele vorgestellt. Die Projekte zeigen, dass, egal ob Malmö oder München, städtische Quartiere schon heute in der Praxis abbilden, was morgen in der Breite entlang der planerischen Leitplanken Dezentralisierung, Dekarbonisierung und Digitalisierung umgesetzt werden soll. Nirgends sonst ist das Potential für intelligente Sektorenkoppelung vergleichbar groß wie im städtisch verdichteten Raum, waren sich die Experten einig.

      Vorgestellt wurden nachhaltige und innovative Quartiersprojekte aus Malmö, Kopenhagen, München und Berlin. Mehr dazu finden Sie hier.

       

       

      CO2-Bepreisung – Allheilmittel oder Leerformel?

      Eine CO2-Bepreisung könnte ein kosteneffizientes Instrument zur Reduktion der CO2-Emissionen sein, wenn sie in ein länder- und sektorenübergreifendes System eingebettet ist. Zu diesem Schluss kommt ein bei den Energietagen vorgestelltes Gutachten des IW Köln im Auftrag des ZIA Zentraler Immobilien Ausschuss, Spitzenverband der Immobilienwirtschaft. Für den Gebäudesektor könnte sich durch ein System der CO2-Bepreisung die Chance bieten, Preissignale stärker an CO2-Emissionen auszurichten.

      „Die CO2-Bepreisung ist im Verhältnis zum Ordnungsrecht ein relativ marktwirtschaftliches Instrument, das künftig zur Reduktion von Treibhausgasemissionen für die Immobilienwirtschaft herangezogen werden könnte“, sagt Thomas Zinnöcker, Vizepräsident beim ZIA und Vorsitzender der ZIA Task Force Energie. „Voraussetzung hierfür sind jedoch die passenden Rahmenbedingungen unter Beachtung der komplexen Wirkungsketten. Eine CO2-Bepreisung kann dann eine kostenminimale und somit wirtschaftliche Lösung darstellen, wenn sie technologieoffen und marktgerecht ausgestaltet ist.“ In der weiteren Diskussion müssen insbesondere auch die gesellschaftlichen Auswirkungen einer CO2-Bepreisung noch stärkere Beachtung finden.

      Innovationen für mehr Klimaschutz, Öl weiter denken

      Mit diesem Titel ging die Veranstaltung des Instituts für Wärme und Oeltechnik (IWO) bei den Berliner Energietagen an den Start. Rund 100 Teilnehmer*innen diskutierten das Potenzial treibhausgasneutraler Energieträger gemeinsam mit verschiedenen Podiumsteilnehmern. Stefan Gruhner, energiepolitischer Sprecher der CDU im thüringischen Landtag, ging in seinem Vortrag auf die Herausforderungen der Energiewende im ländlichen Raum ein, während Dr. Alexander Tremel, Principal Key Expert der Siemens AG, die Entwicklungsmöglichkeiten strombasierter Kraft- und Brennstoffe darstellte. Phillip Engelkamp, Geschäftsführer von INERATEC GmbH, berichtete aus der Praxis, indem er das Power-to-Liquid-Projekt seines Start-up-Unternehmens erläuterte. Christian Halper vom IWO stellte Modellprojekte vor, in denen bereits heute neue treibhausgasreduzierte Brennstoffe mit Erfolg eingesetzt werden. Für alle Teilnehmer*innen gab es einen umfangreichen Ausblick auf die Rolle der flüssigen Energieträger bei der Energiewende.

       

       

      Engie Deutschland forciert intelligente Fassaden

      „Intelligente Fassade – das unterschätzte Energiewendepotenzial“ – unter diesem Motto veranstaltete die ENGIE Deutschland GmbH ein Expertenpanel auf den diesährigen Energietagen. „Wir sehen große Chancen, die Energieeffizienz von Gebäuden durch innovative Fassadenkonzepte in Verbindung mit einer intelligenten Gebäudeautomation zu steigern. Deshalb treibt ENGIE dieses Thema weiter voran“, sagte Steffen Haller, Niederlassungsleiter Energiemanagement bei ENGIE, bei seinem Vortrag. Vor 200 Fachleuten aus Architektur, Verwaltung, Wirtschaft und Wissenschaft referierten zudem Hans Erhorn vom Fraunhofer Institut für Bauphysik, Brigitte Reichmann von der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen in Berlin und Marco Schmidt von der Technischen Universität Berlin, Jean-Philippe Nauwelaers von Heliatek sowie Rudi Scheuermann von ARUP Deutschland. Den Abschluss bildete eine Podiumsdiskussion, bei der die Referenten Fragen rund um neue Fassadenkonzepte und die Möglichkeiten der Realisierung beantworteten. Moderiert wurde die Veranstaltung von Christian Noll, dem geschäftsführenden Vorstand der DENEFF e.V.

      Wärme auf Berliner Art – Dezentrale Lösungen, Smart Meter und Kohleausstieg im Fokus

      Der Wärmesektor spielt eine zentrale Rolle bei Berlins Ziel, bis zum Jahr 2050 vollständig klimaneutral zu werden. Bereits bis 2030 soll der Kohleausstieg in der Stadt erfolgt sein. Eine gemeinsame Machbarkeitsstudie der Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz und Vattenfall soll zeigen, wie dies gelingen kann. Aber auch dezentrale Versorgungslösungen sowie der flächendeckende Einsatz von Smart Metern sind wichtige Bausteine auf dem Weg zur Klimaneutralität. Diese drei Themen standen im Zentrum der Diskussionsrunden unter der Überschrift „Wärme auf Berliner Art“.

      Das Mieterstromgesetz, die Bedeutung von Smart Metern für die Energieeffizienz, die wichtige Rolle des Begleitkreises zur Machbarkeitsstudie sowie das Zusammenspiel von Erneuerbaren Energien und Gas als Brückentechnologie im Rahmen des Kohleausstiegs wurden aus verschiedenen Blickwinkeln beleuchtet, aber auch damit verbundene Herausforderungen und notwendige politische Rahmenbedingungen diskutiert.

       

       

      Die Kosten der Energiewende. Jährlich notwendig sind ca. 3 Prozent des Bruttoinlandsproduktes

      Das Deutsche GeoForschungsZentrum GFZ veranstaltete eine öffentliche Diskussion zu Optionen für die nächste Phase der Energiewende. Prof. Christoph M. Schmidt, Vorsitzender des Sachverständigenrates zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung (die fünf „Wirtschaftsweisen“) erläuterte in seinem Impulsvortrag die Notwendigkeit eines einheitlichen Preises für Kohlendioxid-Emissionen, gleichsam als Vergleichsmaßstab oder Wechselkurs. Nur dadurch sei das Kernziel, eine globale Reduktion von Kohlendioxid, zu erreichen.

      Vor rund 220 Besucher*innen diskutieren hochrangige Berliner Akteure über Lösungsansätze für die Hauptstadtregion, darunter auch Berlins Finanzsenator Dr. Matthias Kollatz-Ahnen. Für ein Gelingen der Energiewende ist eine Wärmewende notwendig, davon sind alle Teilnehmer überzeugt. Der Wärmemarkt ist jedoch sehr heterogen. Dadurch entstehen große Herausforderungen, die bisherigen Fortschritte sind unzureichend. Geothermie ist eine Option für die zukünftige Fernwärmeversorgung in Städten – auch in Berlin.

       

       

      Preisverleihung Klimaschutzpartner des Jahres 2018

      Am Eröffnungsabend wurden in einer feierlichen Preisverleihung die diesjährigen Klimaschutzpartner des Jahres gekürt. Begleitet von den Klängen des Oriel Quartetts mit Gerhard Schiewe am Akkordeon führte Moderator Ansgar Hocke kompetent und launig durch den Abend. Die ausgezeichneten Projekte spiegeln dieses Jahr in besonderer Weise die energiepolitischen Diskussionen in Berlin und geben gleichzeitig einen Ausblick auf die Zukunft der Energiewende.

      Ausgezeichnet wurde die Stratum GmbH für ein Schülerprojekt, das Teil des Köpfchen statt Kohle-Projekts ist. Einen Ausblick auf die Möglichkeiten und Chancen der Verkehrswende gaben das geplante Infrastrukturprojekt von Solmove, ein Solarradweg im Gleisdreieck und Velogut für „Lasten auf Leihräder“, die Unternehmen Lastenräder zum Testen anbietet und bereits viele Kunden überzeugen konnte, vom Tierpark Berlin bis zur Schornsteinfegerinnung.

       

       

      Energy Efficiency Technology Atlas for Turkey an BMU übergeben

      Auf den Energietagen wurde neben vielen anderen Berichten, Studien und neuen Publikationen unter anderem auch der von der Deutschen Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit (GIZ) erstellte und vom BMU finanzierte "Energy Efficiency Technology Atlas for Turkey" offiziell gelaunched und im Rahmen der Fachmesse an einem Stand präsentiert. Das erste Exemplar erhielt Bundesministerin Svenja Schulze aus der Hand von Harald Flohr, für die GIZ in der Türkei für Energie(wende)themen zuständig. Ziel dieser Marktstudie ist es, deutschen und europäischen Unternehmen die Marktpotenziale von Energieeffizienztechnologien in der Türkei nahezubringen.

       

       

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