Zwischen Zielverfehlung und Aufbruch: Energie- und Klimapolitik an Weggabelung

Aufbruchstimmung prägte die 20sten Energietage. Sie senden damit ein starkes Signal zur deutlichen Dynamisierung der deutschen Energie- und Klimapolitik. Unter dem konstatierten massiven Handlungs- und Zeitdruck scheint sich insgesamt eine neue Beweglichkeit in den energie- und klimapolitischen Lagern breit zu machen. Überall herrscht die Einsicht: Ein „Weiter so“ kann es nicht geben. Bislang dominierende Partikularinteressen scheinen dabei zunehmend in den Hintergrund zu rücken.

Bundesumweltministerin Svenja Schulze rief das Jahr 2019 als Jahr des Handelns aus. Ob die Terminankündigungen für das Gebäudeenergiegesetz, das Klimaschutzgesetz und andere wichtige politische Entscheidungen eingehalten werden, wird von den Teilnehmer*innen der Leitveranstaltung der Energiewende in Deutschland mit großer Aufmerksamkeit verfolgt.

In einem dreitägigen Veranstaltungsmarathon widmeten sich Deutschlands Energie- und Klimaexpert*innen in knapp 60 ausgebuchten Veranstaltungen folgenden Grundfragen:

  • Wie kann verhindert werden, dass Deutschland auch mit den Klimazielen 2030 ähnlich massiv scheitert, wie mit den Zielen 2020?
  • Wie mit dem Handlungsdruck der neuen wirkmächtigen Bewegung Fridays for Future umgehen?
  • Wie bekommen wir einen wirklich belastbaren Grundkonsens über Ziele, Instrumente und Finanzierung des Klimaschutzes in Deutschland?
  • Wann kommt die CO2-Bepreisung und wie ist diese mit weiteren Steuerungsinstrumenten zu flankieren?
  • Stichwort Fachkräftemangel: Wer soll eine dynamische Energiewende beispielsweise im Gebäudebereich eigentlich umsetzen?

Impressionen

  • Bild: Rolf Schulten
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      Begleitmesse "Energie Impulse" bringt die Fachwelt zusammen und eröffnet neue Perspektiven

      Mit verantwortlich für die besondere Stimmung der Energietage war auch dieses Jahr wieder die ausgebuchte Fach- und Begleitmesse Energie Impulse. Die zahlreichen Aussteller*innen standen wieder im Mittelpunkt der drei Kongresstage und luden in den Veranstaltungspausen zu Gesprächen an ihre Stände. Wie immer gehörte dabei ein Drittel der Standfläche den Mitveranstalter*innen der Energietage, um an den Ständen die Inhalte der eigenen Veranstaltungen zu vertiefen und Diskussionsstränge wieder aufzunehmen. Die anderen zwei Drittel teilten sich langjährige Partner*innen der Energietage sowie neue Institutionen, die ihren Weg das erste Mal auf die Energietage gefunden haben. An deren Ständen konnte das Publikum der Energietage sich fachlich weiterbilden lassen, neue Technologien entdecken oder neue Initiativen, Programme und Institutionen im Kontext von Energiewende und Klimaschutz kennenlernen.

      Auf der Galerie des Hauses konnten die Besucher*innen außerdem die neuesten Publikationen der Energietage-Medienpartner kennen lernen. Die Jobbörse von greenjobs zeigte all jenen neue Perspektiven auf, die sich beruflich weiterentwickeln wollen oder in das Themenfeld überhaupt erst einsteigen wollen. Und wer nach anstrengenden Kongresstagen einfach mal entspannen wollte, fand am Massagestand der Energietage fachkundige Hände oder im Café einen ruhigen Tisch vor, um sich ein wenig zurück zu lehnen.

      In die Nachspielzeit ging es dann beim abendlichen Get-Together am Dienstag nach Veranstaltungsschluss. Die zurückliegenden Veranstaltungen und Themen wurden nochmals intensiv in lockerer Atmosphäre diskutiert. Im entspannten Umfeld auf dem "Klassentreffen der Energiewende" war vor allem auch die Zeit für ein Wiedersehen mit alten Bekannten, das ausgiebig bis in die Nacht hinein zelebriert wurde, bevor es am nächsten Tag für viele in die dritte Kongressrunde ging.

      Im Folgenden finden Sie eine Zusammenfassungen ausgewählter Veranstaltungen und Rahmenaspekte. In den kommenden Tagen folgen sukzessive weitere Materialien wie Vorträge, Bild- und Filmmaterial oder Arbeitsergebnisse aus Workshops. Auf dem Laufenden bleiben Sie über www.energietage.de oder bei Twitter via @energietage.

      Expert*innen-Umfrage "Klartext": Energiewende wird zunehmend als Belastung empfunden

      Im Rahmen der jährlichen Klartext-Umfrage im Vorfeld der Energietage ging es wieder um den Stand der Energiewende in Deutschland. Von Desinteresse kann in diesem Jahr keine Rede sein: Die Einschätzung, dass das Ziel der Klimaneutralität bis 2050 kaum jemanden interessiere, verliert fast die Hälfte an Antworten im Vergleich zum Vorjahr! Nach wie vor hoch bleibt nach Ansicht der Expert*innen die individuelle Zustimmung zur Energiewende. Bedenklicher ist jedoch die Einschätzung, dass sie zunehmend als Belastung empfunden wird. Mit rund 40 Prozent absolutem Zuwachs gegenüber 2018 landet diese Antwort in der aktuellen Klartext-Ausgabe auf dem ersten Platz.

      Neu hinzugekommen sind Fragen zu „Fridays for Future“. Die rund 1.000 antwortenden Expert*innen aus dem Energie-, Bau-, Wohnwirtschafts- und Umwelt-Sektor sehen eindeutig die Legitimität der Schüler*innen-Proteste: rund 85 Prozent halten den Protest für gerechtfertigt – alleine drei Viertel der Expert*innen finden ihn sogar „völlig richtig“. Nur knapp 20 Prozent sind der Meinung, die Jugendlichen sollten lieber zur Schule gehen.

      Zur vollständigen Auswertung

       

       

      Klimaneutral bis 2050 im Gebäudebereich!?

      „Die Immobilienwirtschaft nimmt ihre Vorreiterrolle beim Klimaschutz sehr ernst“, so ZIA-Präsident Dr. Andreas Mattner. Dies wurde auch bei der ZIA-Veranstaltung im Rahmen der Berliner Energietage deutlich, wo das Thema aus unterschiedlichen Blickwinkeln – Investoren/Bestandshalter, Wissenschaft, Politik – betrachtet wurde. „Statt weiteren Dämmverfahren braucht es kreative und intelligente Ansätze für die Bewirtschaftung und den Betrieb von Immobilien – ohne dabei die Wirtschaftlichkeit auszuhebeln“, so Mattner weiter.

      Durch Betriebsoptimierung lassen sich bei Wirtschaftsimmobilien etwa Energieeinsparungen von bis zu 40 % erzielen – zu vergleichsweise geringen Kosten mit kurzen Amortisationszeiten. Auch eine mögliche CO2-Bepreisung im Gebäudesektor war Thema. Deutlich wurde, dass es grundsätzlich sinnvoll ist, CO2 einen Preis zu geben und Klimaschutzaktivitäten konsequent auf die Größe CO2 auszurichten. Gleichzeitig muss ein mögliches künftiges CO2-Bepreisungsmodell die besonderen Rahmenbedingungen im Gebäudesektor berücksichtigen (Investor-Nutzer-Dilemma, langfristige Investitionszyklen, sozialer Ausgleich) und kann nur Teil eines Gesamtkonzeptes sein. (5.03)

       

       

      Niedriginvestive Maßnahmen – Chance für die Energiewende im Gebäudebestand?

      Die von der Deutschen Umwelthilfe e.V. durchgeführte Veranstaltung fokussierte niedriginvestive Maßnahmen als einen Baustein zum Erreichen der Klimaziele im Gebäudebestand. Nach einer Keynote von Florian Pronold, parlam. Staatssekretär im BMU, stellte Prof. Dr. Kati Jagnow von der Hochschule Magdeburg/Stendal verschiedene geringinvestive Maßnahmen vor. Andreas Schüring vom BMWi berichtete zu Fördermöglichkeiten für Energieberatungen im Rahmen der Energieeffizienzförderung 2020.

      Anschließend beschrieb Corinna Merzyn vom Verband privater Bauherren e.V. (VPB), welche Hemmnisse aus Sicht der Verbraucher bestehen. In der Podiumsdiskussion mit Vertreter*innen von DENEFF, co2 online, dem VPB und dem IÖW wurden die Chancen, aber auch die Grenzen der geringinvestiven Maßnahmen diskutiert. Man war sich vor allem einig, dass sich niedriginvestive und umfassendere Sanierungsmaßnahmen nicht ausschließen, sondern sich in Kombination mit ganzheitlichen Energieberatungsangeboten gut ergänzen. Zudem können so auch private Eigentümer*innen mit begrenztem Budget ihre Heizkosten reduzieren und einen Beitrag zum Klimaschutz leisten. (6.03)

       

       

      Städte als Keimzellen der Energiewende: In Europa gefördert in Horizon 2020

      Die Nationale Kontaktstelle (NKS) Energie hatte zu einer spannenden Podiumsdiskussion mit Impulsen von Vertreter*innen auf europäischer, nationaler sowie auf Antragstellerebene zum Thema „Städte als Keimzellen der Energiewende“ eingeladen. In diesem Zusammenhang wurde deutlich, dass im Rahmen von Horizon 2020 die Marktnähe von Innovationen sowie die Bürger*innen für die erfolgreiche Implementierung von Maßnahmen ausschlaggebend sind. Die Energiewende ist – auf europäischem wie auf nationalem Niveau – als systematische Umstrukturierung zu begreifen. Eine wichtige Herausforderung ist es, die Ebene der kommunalen Entscheider*innen und Macher*innen zu erreichen. Auch sollten die sozialen und ökonomischen Vorteile der Energiewende für die Bewohner*innen der Städte und Gemeinden weiterhin kommuniziert werden. Diese Perspektive wurde durch zwei erfolgreiche Horizon 2020-Projekte aus den Städten Nürnberg bzw. Haßfurt verdeutlicht. (2.06)

      Bild: Die Podiumsteilnehmer*innen (vlnr): Fr. Jahn (EASME), Hr. Dr. Langen (BMWi), Hr. Siemers (DR ENER), Fr. Meinerzhagen (Moderation / NKS Energie), Hr. Peisker (NKS Energie), Hr. Nordhus (Stadt Nürnberg) und Hr. Schneider (Stadtwerk Haßfurt)

       

       

      Klimaschutz braucht Vielfalt – neue Lösungen und innovative Technologien mit flüssiger Energie

      Über die Potenziale ölbeheizter Gebäude und flüssiger Energieträger im Rahmen der Energiewende informierte das Institut für Wärme und Oeltechnik (IWO). Nach der Einführung von IWO-Geschäftsführer Adrian Willig und einem Statement von Prof. Dr. Martin Neumann, Sprecher für Energiepolitik der FDP-Bundestagsfraktion, machte Steffen Braun, Civey, anhand von Umfrageergebnissen klar, wie wichtig die Verbraucherakzeptanz beim Klimaschutz ist. Wie der Ölheizungsbestand die Klimaziele erreichen kann, ist auch Thema einer Studie des ITG Dresden, die Prof. Dr. Bert Oschatz erstmals der Öffentlichkeit vorstellte. Anhand von Praxisbeispielen zeigte Christian Halper, IWO, dass ölbeheizte Gebäude durch mehr Effizienz, Hybridisierung und zunehmend treibhausgasneutrale Brennstoffe eine klimaneutrale Perspektive haben. Levke Ketelsen, ARGE Netz, präsentierte mit der Wind-und-Wärme-Modellregion ein weiteres Beispiel für Hybridisierung und Sektorenkopplung. Zum Schluss gab Dr. Klaus Lucka, TEC4FUELS, einen Überblick auf die Entwicklung flüssiger erneuerbarer Kraft- und Brennstoffe. (3.01)

       

       

      Die Quartiersversorgung im Spannungsfeld von Energie- und Wärmewende

      Bei der ASUE-Veranstaltung „4 Elemente für eine erfolgreiche Quartiersversorgung“ zeigte sich am 22. Mai 2019 auf den Energietagen die Spannung, die sich hinter diesem Titel verbirgt. In mit Herzblut geführten Diskussionen wurde deutlich, dass Uneinigkeit über den Kardinalsweg bei der Umsetzung besteht. Im Ergebnis stand aber fest: es gibt ihn gar nicht. Vielmehr stellte schon Jürgen Kukuk (ASUE) in der Einleitung fest, dass die Nutzung von Umweltwärme nötig sei, die Suche danach aber oft „eher dem Pilze sammeln“ gleiche. Im Anschluss monierte Holger Siegmund (MOVE Services), dass stets zu viel Zeit in Regulierung und Theorie verwendet werde und prägte mit dem Ausruf „Dübeln statt Grübeln!“ die Veranstaltung.

      Die übertriebene Regulierung kritisierte auch Karl-Heinz Viets (Stadtwerke Augsburg): „Beim Ein- und Ausspeichern von Strom muss 2 Mal EEG-Umlage gezahlt werden. Das kann nicht sein!“. Am Ende bestand Konsens, dass keine Technologie per se ausgeschlossen werden darf und dass die zusammengefasste Quartiersversorgung die Energiewende im Bestand erst ermöglicht. Die Politik muss die Weichen dafür schleunigst stellen. (6.10)

       

       

      Intelligent erneuerbar! Versorgungslösungen für Großstädte, Quartiere und Betriebe

      Großstädte müssen zum Vorbild einer sektorübergreifenden Energiewende werden. Dazu sind die Digitalisierung, Flexibilitätsmärkte und die Synchronisation von lokalen erneuerbaren Energien mit Industrie, Gewerbe und Quartieren notwendig. Erneuerbare Kraftwerke verknüpfen Stadt und Land in Echtzeit und leisten bereits heute Ihren Beitrag zur Versorgungssicherheit, betonte Stephan Frense, CEO von der Erneuerbaren Unternehmensgruppe ARGE Netz.

      Die Modellregion "NEW 4.0" aus Schleswig-Holstein und Hamburg liefert herfür mit vielen Klimainnovationen eine Blaupause. Christoph Jugel von der dena betonte, dass eine integrierte Energiewende nötig sei und forderte die Städte zu mehr Mut auf. Dr. Maria Reinisch, Vorsitzende der Initiative „Meine Energie für meine Stadt“, unterstrich an, dass bereits mehr als 10 Prozent des Energieverbrauchs in Berlin flexibel Erneuerbare einbinden kann. Dr. Axel Bree aus dem Bundeswirtschaftsministerium zeigte sich überzeugt, dass es eines zentralen Systems bedarf, in dem die Erneuerbaren sich marktwirtschaftlich behaupten müssen. Die Teilnehmer*innen waren sich aber einig, dass für die sektorübergreifende Energiewende ein neuer Marktrahmen erforderlich ist. Die Grundlage hierfür ist eine wirksame CO2-Bepreisung und ein Absenken der Strompreisbestandteile. (6.07)

      Prominente Diskussionsteilnehmer zum europäischen Energiesparrecht beim FGK-Talk

      Im Rahmen der Energietage lud der Fachverband Gebäude-Klima e. V. (FGK e. V.) zum FGK-Talk. Thema des Vortrags war das europäische Energiesparrecht und dessen Umsetzung in Deutschland. Nach einem Impulsvortrag von Claus Händel (FGK e. V.) sowie einem Grußwort von Oliver Wittke (BMWi) diskutierten Davide Polverini (Europäische Kommission), Pau Garcia-Audi (Europäische Kommission), Andreas Jung (BMWi) und Prof. Dr. Christoph Kaup (FGK e. V.) über energiesparrechtliche Vorgaben aus Brüssel und deren nationale Umsetzungsrisiken, wenn klimazonenrelevante Aspekte hinzukommen. Die Veranstaltung zeigte den aktuellen Stand aus verschiedenen Blickwinkeln und ermöglichte neue hilfreiche Erkenntnisse zur Umsetzung des europäischen Energiesparrechts in Deutschland.  (5.05)

       

       

      Generation Klimaschutz: ista kürt KlimaHelden

      Für 10 Schüler*innen und ihre Lehrer*innen war es ein besonderer Abend auf den Berliner Energietagen: Sie gehören zu den vier Gewinner*innen des KlimaHelden-Contests, einem Crowdfunding-Wettbewerb von „ista macht Schule“, BildungsCent e.V., Multivision und Startnext. Mehr als 600 Unterstützer*innen konnten Schüler aus ganz Deutschland in den vergangenen Wochen für ihre nachhaltigen Schulprojekte begeistern und dabei mehr als 15.000 Euro einwerben.

      Ob Lerngarten oder Energy-Floor – nun gilt es die Ideen in die Tat umzusetzen. Im Anschluss an die Preisverleihung diskutierten die Jugendlichen mit Vertreter*innen aus Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft über aktuelle Chancen und Herausforderungen beim Klimaschutz. Ihr Fazit: Damit Klimaschutz gelingt ist jeder von uns gefragt. Nur wenn wir uns gemeinsam stark machen, können wir etwas bewegen. Die erfolgreichen Projekte des KlimaHelden-Contests sind dafür das beste Beispiel. (7.07)

       

       

      Umfrage zum Branchenmonitor: Energieeffizienz 2019

      Mit dem Branchenmonitor Energieeffizienz nimmt die Deutsche Unternehmensinitiative Energieeffizienz e.V. (DENEFF) gemeinsam mit PwC seit 2013 die Energieeffizienzbranche unter die Lupe. Grundlage der Studie ist eine Befragung, die sich an Anbieter von Energieeffizienzprodukten und -dienstleistungen richtet (15 Minuten). Gefragt sind Einschätzungen zu aktuellen politischen Entwicklungen wie zur Europawahl, zum Brexit oder zum Klimaschutzplan, CO2-Bepreisung sowie zur derzeitigen Marktentwicklung und Trends in der Branche. Die Teilnahme ist noch bis zum 31. Mai möglich unter www.surveymonkey.de/r/BranchenmonitorEnergieeffizienz2019. Alle Teilnehmer erhalten die Ergebnisse vorab. Fragen beantwortet Frau Range (claire.range[at]deneff.org).

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          Energiewende in der Metropole: das Beispiel Berlin

          Berliner Energie-und Klimaschutzprogramm 2030: Stand der Umsetzung und Ausblick in die Zukunft

          Das Berliner Energie-und Klimaschutzprogramm 2030 (BEK 2030) wurde im Januar 2018 vom Berliner Abgeordnetenhaus beschlossen und basiert sowohl auf wissenschaftlichen Empfehlungen als auch auf Ergebnissen einer breiten Öffentlichkeitsbeteiligung. Das Programm enthält rund 100 Maßnahmen im Bereich Klimaschutz und Klimafolgenanpassung und verfügt über eine finanzielle Ausstattung von etwa 94 Mio. Euro bis zum Jahr 2021.

          Zum Start der Berliner ENERGIETAGE hat Staatssekretär Stefan Tidow über den Stand und den Ausblick des BEK berichtet. Er verwies auf die bereits in Berlin eingeleiteten Maßnahmen, so zum Beispiel die Abkehr von der Braunkohleverstromung seit 2017 und umfangreiche Aktionen im Bereich der Verkehrspolitik. Tidow versprach in seiner Ansprache an die rund 300 Teilnehmer*innen eine weiterhin ambitionierte Umsetzung und Evaluierung des BEK. Der Staatssekretär erklärte, er begrüße es sehr, dass das Thema Klimaschutz in der Mitte der Gesellschaft angekommen sei. Nicht zuletzt habe die Bewegung „Fridays for Future“ daran großen Anteil und sorge bereits für starken Rückenwind in der Klimaschutzpolitik. Im Ausblick auf die weiteren Etappen des BEK erklärte Tidow, dass für die Zeit nach 2021 neue Instrumente Einzug erhalten sollten und ggf. auch die Richtung des BEK neu überdacht werden müsse.

          Einen konkreten Einblick in die Umsetzung der Maßnahmen im BEK gab anschließend Beate Züchner, Leiterin des Referats Klimaschutz und Klimaanpassung der Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz. Neben dem bereits umgesetzten Kohleausstieg nimmt beispielweise der Masterplan Solarcity feste Konturen an. Darüber hinaus wird die sozialverträgliche energetische Modernisierung von Wohnungen und die energetische Quartiersentwicklung mit der Einbindung einer Servicestelle vorangetrieben. In vielen weiteren Bereichen, etwa den Handlungsfeldern Verkehr, Wirtschaft, private Haushalte und Konsum, wurden ebenfalls schon zahlreiche Maßnahmen angestoßen.

          Stellvertretend für die etlichen in der Veranstaltung präsentierten, konkreten Ausgestaltungen des BEK stellte die Leiterin der Berliner Regenwasseragentur, Dr. Darla Nickel, die jüngst gegründete Institution vor. „Unser Ziel ist es, der zentralen Regenwasserbewirtschaftung als wirksamer Teil der Klimafolgenanpassung voranzubringen.“ Und weiter: „Wir engagieren uns für eine wassersensible Stadtentwicklung.“ (1-08)

          Gemeinsam zur solaren Stadt Berlin: Interaktives Forum Masterplan Solarcity

          Welche Inhalte beinhaltet der Masterplan Solarcity? Wo liegen die größten Potenziale und welche Maßnahmen sind für die solare Stadt Berlin von besonderer Bedeutung? Und gibt es darüber hinaus noch Ansätze, die in den Masterplan einfließen sollten? Darüber diskutierten die Teilnehmer*innen des interaktiven Forums zum Masterplan Solarcity am vergangenen Mittwoch mit dem Expertenkreis des Masterplans Solarcity.

          Seit November 2018 erarbeitet die Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Bertriebe gemeinsam mit einem Expertenkreis aus rund 30 Berliner Akteur*innen den Masterplan Solarcity und setzt so eine Maßnahme des Berliner Energie- und Klimaschutzprogramms 2030 um. Die im Forum vorgestellten Maßnahmen stießen auf reges Interesse und zeigten, dass damit ein großer Schritt auf dem Weg zur solaren Stadt Berlin zurückgelegt wird. Der Diskurs verdeutlichte aber auch: Die Solarwende Berlin ist eine Gemeinschaftsaufgabe. (4.05)

           

           

          Der klimaneutrale Gebäudebestand – Herausforderungen und Lösungsansätze in Berlin

          Die Veranstaltung hat gezeigt, dass nicht nur auf Bundesebene, sondern auch auf Landesebene deutlich mehr getan werden muss, um die klimapolitischen Ziele zu erreichen. Staatssekretär Tidow erläuterte den Stand der aktuellen Umsetzung des Berliner Energie- und Klimaschutzprogramms und hob zudem die konstruktive Zusammenarbeit mit dem Berliner Klimaschutzrat hervor. Prof. Hirschl berichtete über die Arbeit des Klimaschutzrates, der sich u.a. mit großen Zielkonflikten bei der Wärmewende in Berlin beschäftigt.

          Jörg Lippert vom BBU plädierte für einen stärker CO2-orientierten Politikansatz statt differenzierter Vorgaben. Julika Weiß vom Institut für ökologische Wirtschaftsforschung fokussierte auf die sozialen Spannungen und Lösungsansätze, die verstärkt adressiert werden müssen. Abschließend zeigte Mechthild Zumbusch von der BEA auf, dass klimaneutrale Quartierslösungen unter den derzeitigen Rahmenbedingungen nur unter sehr günstigen Voraussetzungen möglich sind. Sie verwies auf die neugegründete Berliner Service- und Beratungsstelle für energetische Quartiersentwicklung und lud die Teilnehmer*innen ein, sich beim Aufbau dieser Stelle aktiv zu beteiligen. (5.02)

          ImpulsE-Workshop „Bildungsoffensive klimaneutrales Berlin – Beteiligung (er)leben“

          Die Energiewende beginnt in den Köpfen der Menschen. Daher ist die aktive Beteiligung junger Menschen an der Gestaltung „Klimaneutrales Berlin 2050“ ein zentrales Anliegen im Kontext der klimapolitischen Zielsetzung des Landes Berlin und sollte auch im Schul(alltag) gelebt werden. Inhalte und das Anliegen einer klimafreundlichen Gesellschaft können dabei umso besser vermittelt werden, je stärker Schüler*innen in den Bildungsprojekten beteiligt werden. Dies ist das zentrale Ergebnis des Berliner ImpulsE-Workshops zur Bildungsoffensive Klimaneutrales Berlin auf den Energietagen, der sich in diesem Jahr mit Beteiligungsmodellen von Klimabildungsprogrammen befasst hat.

          Im Workshop selbst wurde diese Idee von Anfang an konsequent aufgegriffen. Vertreten waren die vier Bildungsprojekte „Klimamacher“, „Klimaschutz in Kooperation“, „Nachgefragt!“ (je aus Berlin) sowie „Schule-Klima-Wandel“ (bundesweit), die ihre Adressat*innen in unterschiedlicher Form einbeziehen. Die Referent*innen hatten sich vorab bereit erklärt, ihre Projektvorstellungen durch die Teilnehmer*innen des Workshops erarbeiten zu lassen und selbst in den Hintergrund zu treten. Die Vorträge vor dem Gesamtplenum wurden dann auch nicht durch sie, sondern durch das Publikum gehalten. Vorab im Workshop waren die Projekte bereits aus allen denkbaren Perspektiven abgeklopft und durchleuchtet worden – dies führte zu teils ungewohnten, aber sehr einsichtsreichen Vorträgen, aus denen sogar die Referent*innen noch etwas über ihre eigenen Projekte lernen konnten – ein ungewöhnlicher, aber sehr lohnenswerter Blick von außen auf den eigenen Tellerrand.

          Fazit des Workshops: Echte Beteiligung bedeutet zwar anfangs, die eigene Deutungshoheit zurückzustellen. Sich darauf einzulassen, kann aber zu neuen Perspektiven führen. Und neue Perspektiven braucht die Gesellschaft dringend für die eigene Transformation hin zu Klimaneutralität. (7.06)

           

           

          Klimaneutraler Gebäudebestand in Berlin – herausfordernd aber machbar

          Wer es wirklich ernst meint mit den Berliner Klimazielen, der kommt am klimaneutralen Gebäudesektor nicht vorbei. Wie die Umsetzung gelingen und welche Rolle das Berliner Energie- und Klimaschutzprogramm dabei spielen kann, diskutierten die Mitglieder der Initiative für die Wärmewende mit Beate Züchner aus der Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz, Taco Holthuizen von den eZeit Ingenieuren sowie Dr. Michael Efler von der Berliner Linken-Fraktion.

          Den Impuls zur Diskussion gab Taco Holthuizen: Das Dogma von immer höherer Energieeinsparung im Gebäudebereich muss zu Gunsten einer systemoffenen Denkweise und ganzheitlichen Betrachtung des Ressourceneinsatzes gekippt werden. Der technologieneutrale Pfad mit einer klaren CO2-Zielorientierung verspricht nicht nur eine höhere ökologische Wirksamkeit, er hat auch das Potenzial, die notwendigen energetischen Sanierungen mit einer sozialverträglichen Wohnungspolitik zu versöhnen. Und wenn dann noch die richtigen Förderprogramme dazu kommen, ist der Instrumentenmix für eine erfolgreiche Wärmewende perfekt – da waren sich die Experte*innen einig. (5.08)

          Städtische Wärmeversorgung mit Geothermie ist machbar

          „Das Potenzial ist groß, die technischen Voraussetzungen sind gegeben, wir müssen es nur nutzen!“ Das war das Fazit einer lebhaften Diskussion im Rahmen der Session „Städtische Wärmeversorgung mit Geothermie ist machbar“. Neben Schlüsseltechnologien, Nutzungskonzepten und Pilotprojekten wurden die Barrieren diskutiert, die die Integration geothermischer Wärmequellen und saisonaler thermischer Speicher in die Wärmeversorgung von Städten hemmen. Nicht kalkulierbare rechtliche Rahmenbedingungen für die innerstädtische Nutzung sahen Vertreter aus Forschung und Industrie als Haupthemmnis eines breiteren Ausbaus. Der regulatorische Rahmen muss anwendungsoffener interpretiert werden, um die technologischen Fortschritte schneller in einen volkswirtschaftlichen Nutzen überführen zu können. Notwendig sind mehr Demonstrationsprojekte mit Begleitforschung sowie ein nationales Förderprogramm zur Exploration geeigneter Formationen. (4.07)

           

           

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