CO2-neutrale Quartiersversorgung im Forschungsprojekt WindNODE

Eine Energiewende ohne Wärmewende wird es nicht geben. Darum haben wir – die GASAG Gruppe – die erste kombinierte Power-to-Heat/Power-to-Cold-Anlage (PtH-/PtC-Anlage) Deutschlands, welche überschüssigen Strom aus Wind- und Sonnenkraft in Wärme und Kälte wandelt, in ein bestehendes Versorgungssystem integriert. Eine intelligente, CO2-neutrale, vollautomatische und wirtschaftliche Quar­tiersversorgung – das leistet die hochflexible EUREF-Energie­werkstatt by GASAG Solution Plus. Die PtH-/PtC-Anlage entstand im Rahmen des BMWi geförderten Forschungsprojekts SINTEG im Verbundgroßprojekt WindNODE.

In den vergangenen Jahren ist der Ausbau der erneuerbaren Energien im Stromsektor rasant voran­geschritten. Der thermische Energiebedarf im Gebäudesektor spielt eine entscheidende Rolle für Ausbau und Nutzung von erneuerbarem Wind- und Solarstrom im Wärmesektor. Strom kann in thermische Energie gewandelt werden, welche dann in Speichern, Netzen und auch de­zentral in Gebäuden gespeichert werden kann. Auf dem EUREF-Campus in ­Berlin-Schöneberg wird genau dieses Feld erprobt, denn dort kreuzt sich das Stromnetz mit unserem Nahwärmenetz und Nahkältenetz für das Quar­tier. Eine Besonderheit der Anlage ist das PtH-/PtC-Speichersystem aus zwei 22 m3 Speichern, die hydraulisch so konzipiert sind, dass für jeden Speicher einzeln festgelegt werden kann, ob er mit Wärme oder mit Kälte beladen werden soll. Durch ein effizientes Zusammenspiel verschiedener Energiewandler und prognosebasierter Fahrweisen kann die Energieversorgung sogar heute schon klimaneutral und zu Preisen konventioneller Energiekonzepte erfolgen.

Die Idee hinter solchen Forschungsprojekten ist natürlich auch die Erprobung von Produkten für die Energieversorgung der Zukunft. Die ­EUREF-Energiewerkstatt by GASAG Solution Plus wird nach Ablauf der Projektlaufzeit weiter ein besuchbarer Ort der Energiewende bleiben und den EUREF-Campus CO2-neutral versorgen. Am spannendsten waren während des Projekts die tiefgehenden Einsichten in die Verwendung von Machine Learning und die wirtschaftliche Fahrweise von thermischen Wandlern im Be­reich Sektorkopplung unter volatilen Markt­bedingungen. Die Übertragung der Erkenntnisse auf andere Projekte und Anwendungsfelder hat bereits begonnen. Wir gehen davon aus, dass die Strommarktpreise und auch die Preisvolati­lität aufgrund von mehr erneuerbaren Energien im Energienetz weiter steigen werden, was zur weiteren Erhöhung der Wirtschaftlichkeit von flexiblen Anlagen dieser Art führen wird. Eine Senkung der hohen Letztverbraucherabgaben, die beim Strombezug zu entrichten sind, würde der Wirtschaftlichkeit von Projekten wie der ­EUREF-Energiewerkstatt by GASAG Solution Plus und damit auch indirekt einer CO2-Minderung wei­teren notwendigen Vorschub geben.

Weitere Projektinformationen

Ursula Luchner

GASAG AG

presse[at]gasag.de