Bild: Leon Kopplow

Telegramm Woche 2

Wo steht Berlin auf dem Weg zur Klimaneutralität?

Berlin hat sich das Ziel gesetzt, bis 2050 klimaneutral zu sein. Ein zentrales Instrument stellt auf diesem Weg das Berliner Energie- und Klimaschutzprogramm (BEK 2030) dar, das 2018 vom Berliner Abgeordnetenhaus verabschiedet wurde. Einen Überblick zum aktuellen Stand der Umsetzung des BEK 2030 hat die Veranstaltung „Berlin auf dem Weg zur Klimaneutralität“ des Berliner Impulse-Programms gegeben, die von Dr. Ursula Flecken moderiert wurde.

Eröffnet wurde die Veranstaltung von dem Staatssekretär für Umwelt und Klimaschutz Stefan Tidow. „Es ist wichtig, dass wir auch in diesem Jahr wieder über Klimaschutz diskutieren und der Klimaschutz nicht der Pandemie zum Opfer fällt“, so Tidow. Auch wenn die letzten Wochen stark von der Corona-Krise geprägt gewesen seien, so seien in den vergangenen zwölf Monaten auch wichtige Anstrengungen zur Bekämpfung der Klimakrise unternommen worden. Als Beispiele nannte Tidow u.a. den Ausruf der Klimanotlage in Berlin, die Vorbereitungen zur Überarbeitung des Energiewendegesetzes sowie die Einführung von Klimachecks, die Senatsbeschlüsse und Gesetzesvorhaben stärker auf die klimapolitischen Auswirkungen hin untersuchen. Es gehe nun darum, die ökonomischen Folgen der Corona-Pandemie aufzufangen und gleichzeitig Synergien mit dem Klimaschutz zu gewinnen, so Tidow.

Über den konkreten Stand und Ausblick des BEK 2030 informierte im Anschluss Beate Züchner, Leiterin des Referats Klimaschutz und Klimaanpassung in der Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz. Dabei stellte Züchner den rund 140 Teilnehmer*innen einige ausgewählte Projekte vor, die sich derzeit in der konkreten Umsetzung befinden – z.B. das Projekt „Urbane Wärmewende, die „Servicestelle energetische Quartiersentwicklung“ und das Modellprojekt „ZuHaus in Berlin“.

Im Ausblick auf die neuen Grundlagen für den Klimaschutz in Berlin verwies Züchner auf das Maßnahmenpaket zur Klimanotlage, das aktuell zwischen den Senatsverwaltungen beraten und für das eine Senatsbefassung noch im Juni angestrebt werde. Um darzulegen, wie Berlin noch ehrgeizigere Klimaziele erreichen kann, wurde zudem die Machbarkeitsstudie „Berlin Paris-konform machen“ beauftragt. Die Ergebnisse werden für Januar erwartet und sollen auch in die Fortschreibung des BEK 2030 einfließen, das für 2022 ansteht.

Im weiteren Fortgang der Veranstaltung wurde der Umsetzungsstand des „Masterplans Solarcity Berlin“ von Dr. Felix Groba, Leiter des Referats Energie in der Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe, sowie der „Servicestelle energetische Quartiersentwicklung“ von David Uong von der Berliner Energieagentur präsentiert. Irene Schucht, Leiterin „Strategie und Produkte“ der Investitionsbank Berlin zeigte außerdem unterschiedliche Berliner Förderprogramme zur CO2-Reduzierung, wie etwa das Programm „HeiztauschPLUS“, auf.

Weitere Informationen zur Veranstaltung und Download der Vortragsfolien

Wasserstoff als Retter? Tag des Wasserstoffs zeichnet verschiedene Bilder

Auf den erstmalig digital durchgeführten Berliner Energietagen haben sich drei Partner zusammengefunden. Mit der ASUE, dem B.KWK und der GASAG haben drei Veranstalter einen Tag des Wasserstoffs auf die Beine gestellt, der umfassend über Gegenwart und Zukunft des „neuen Gases“ informierte.

Den Auftakt bestritt eine von dem Berliner Energieversorger GASAG organisierte Diskussionsrunde mit dem Titel „Wasserstoff – Hype oder Trend?“ unter der Moderation des energate-Redakteurs Dr. Heiko Lohmann. Die Teilnehmer (Stefan Kapferer, CEO 50Hertz, Andreas Kuhlmann, Geschäftsführer der dena und Gerhard Holtmeier, Vorstandsvorsitzender der GASAG AG) forderten eine technologieoffene Diskussion um die Energiezukunft und stellten auch die weitere Nutzung von Gasspeichern in den Vordergrund. Die Diskussion über den Einsatz von Wasserstoff in Industrie oder im Wärmemarkt können nur über marktwirtschaftliche Verfahren entschieden, nicht aber staatlich verordnet werden.

Wasserstoffstrategie? Fehlanzeige! Trotzdem Voran?

Zum Start des von ASUE und B.KWK organisierten Programms „Wasserstoff im Wärmemarkt“ stellte MdB Dr. Julia Verlinden (GRÜNE) heraus, dass ihre Fraktion klar gegen eine direkte Nutzung von Wasserstoff im Wärmemarkt sei. Wasserstoff werde eine teure und knappe Ressource sein, die sich dort einsetzen ließe, wo andere erneuerbare Energien nicht einsetzbar seien. Im Wärmemarkt sollten Effizienzmaßnahmen und Wärmepumpen priorisiert werden. Wichtiger wäre es, den Verbrauch insgesamt zu halbieren und dabei das Konzept der „Fairen Wärme“ ihrer Partei zu befolgen.

Nach diesem Gegenwind und der zuletzt mehrfach verschobenen Verabschiedung der Wasserstoffstrategie zeigten die drei Beiträge dieser Session, dass der Markt der Gesetzgebung derzeit vorauseilt. So entsteht im baden-württembergischen Esslingen unter Führung von Prof. Fisch (EGS-plan Ingenieurgesellschaft mbH) derzeit ein Quartier, das durch eine in die Gebäudeheizung integrierte Elektrolyseanlage die darin sonst üblichen Wirkungsgradverluste durch die Nutzung der Abwärme wettmacht. Der erzeugte Wasserstoff werde stattdessen gewinnbringender in Transport und Industrie eingesetzt. Grundsätzlich mahnte Prof. Fisch, sich in Bezug auf die Energiewende der hohen anfallenden Kosten bewusst zu werden. Abschließend forderte er eine Einspeisevergütung für Grünen Wasserstoff. Warum derzeit viele zumindest ähnlich gedachte Projekte wirtschaftlich nicht durchführbar sind, brachte Norbert Zösch, Geschäftsführer der Stadtwerk Haßfurt GmbH, auf den Punkt: „Die Zahlung von EEG-Umlage auf [in Power-to-Gas-Anlagen, Anm. ASUE] eingesetzten Strom ist völliger Unsinn!“.

Zösch stellte in seinem Beitrag ein Versorgungsgebiet dar, in dem technologieoffen, integriert und erfolgreich an der emissionsminimierten Energiezukunft gearbeitet wird.

Abrundend führte Jan Schymassek (Avacon Netz GmbH) in die Gasnetzplanung für die Aufnahme von bis zu 20 % Wasserstoff ein und stellte vollkommen überraschend hervor, dass der kritischste Projektfaktor die Beteiligung der betroffenen Bürger sei. Gleichwohl sehe er sich durch die am Projekt beteiligten DBI und DVGW für die überschaubaren technischen Änderungen gut gerüstet.

Gelungener Energietag

Auf den erstmalig digital ausgetragenen Energietagen konnten sich die Veranstalter über mehr als 500 Anmeldungen freuen. Die zwischenzeitlich mehr als 400 tatsächlich anwesenden Teilnehmer auf GoTo-Meeting und in dem LiveStream auf YouTube diskutierten im Chat mitunter angeregt über präsentierte Aussagen und Positionen.

Der Tag des Wasserstoffs hat zudem gezeigt, dass der reine Wärmemarkt eine Herausforderung für den Wasserstoff darstellt. Die Politik und auch zwei der vorgestellten Projekte gaben der Industrie und dem Lastverkehr den Vorzug bei der Wasserstoffnutzung. Hier gilt es für die Wärmeanwendung, zukünftig verstärkt die Beimischung von Wasserstoff mit bis zu 20 % im Gasverteilnetz anzustreben und dadurch den erneuerbaren Anteil in einem überaus breiten Anwendungsfeld zu erhöhen. Die Kosten der dafür notwendigen technischen Anpassungen sind derart überschaubar, dass im Wärmemarkt im Blick auf das Gesamtsystem die geringsten Kosten zur Vermeidung von CO2-Emissionen aufgerufen werden.

Der Mitschnitt der Veranstaltung kann in Kürze im YouTube-Kanal der ASUE angesehen werden.

Weitere Informationen zur Veranstaltung (Download der Vortragsfolien in Kürze möglich)

Sozialverträglicher Klimaschutz im Gebäudebereich ist möglich

Der energetischen Gebäudesanierung kommt eine zentrale Rolle für das Erreichen der Klimaschutzziele zu. Gleichzeitig bewegt sich diese besonders in Ballungsräumen im Spannungsfeld von steigenden Mieten und knappen Wohnraum.

In der gemeinsamen Veranstaltung „Mietendeckel & Co. – Welche Instrumente braucht ein sozialverträglicher und klimaneutraler Gebäudebestand“ der Deutschen Umwelthilfe und des Deutschen Mieterbundes wurden zunächst Schlaglichter der Verbände DMB, DENEFF, BUND, ZIA und der Paritätische vorgestellt. Anschließend wurde mit den MdBs Caren Lay (LINKE), Daniel Föst (FDP), Chris Kühn (Grüne) und Klaus Mindrup (SPD) sowie mit 150 Teilnehmenden diskutiert, welche Konzepte es für die Umsetzung und Finanzierung eines sozialverträglichen Klimaschutzes im Gebäudebereich braucht. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie eine gerechte Kostenverteilung zwischen Mieter*innen, Vermieter*innen und Staat gewährleistet werden kann und wo Anreize zur Sanierung für Vermieter*innen verbessert werden müssen.

Besonders intensiv diskutiert wurde über die Modernisierungsumlage, die notwendige Höhe der Förderung der energetischen Sanierung und über ein Monitoring von Sanierungsmaßnahmen. Einig war sich ein Großteil der Teilnehmer*innen darüber, dass die heutige Finanzierung der energetischen Sanierung nicht ausreichend ist.

Weitere Informationen zur Veranstaltung (Download der Vortragsfolien in Kürze möglich)

Identifizierung von Effizienz-Potenzialen in industriellen Prozessen

Die Systematisierung der Kennzahlensysteme zur Bewertung und Steigerung der Energieeffizienz ist ein unbedingtes Erfordernis zur Unterstützung der „Efficiency First – Strategie" der Bundesregierung. Mit der Anwendung der Methode grenzwertorientierter Kennzahlen wird Deutschland energieeffizienter.

Im Rahmen der Veranstaltung „"Efficiency First" am Beispiel der Energieeffizienz: Wie können vorhandene Potenziale besser identifiziert und genutzt werden?" mit etwa 120 Teilnehmern wurde die Methode des Physikalischen Optimums (VDI 4663) vorgestellt. Anschließend wurden konkrete Beispiele zur Anwendung des Physikalischen Optimums vorgestellt. Abgerundet wurde die inhaltliche Vorstellung durch die perspektivische Anwendung der Methode auf Power-to-X-Prozesse. Die Validierung der Methode des Physikalischen Optimums findet derzeit im Rahmen eines Projekts (www.greokems.de) statt.

Die Veranstaltung wurde von Herrn Prof. Bernd Sankol, HAW Hamburg, moderiert und endete mit einer Podiumsdiskussion, in der die Teilnehmer ihre Fragen zur Methode, den Steigerungspotentialen in technischen und chemischen Prozessen sowie Zukunftstechnologien der Expertenrunde stellten.

Weitere Informationen zur Veranstaltung (Download der Vortragsfolien in Kürze möglich)

Welche Potenziale und Einsatzmöglichkeiten gibt es für Geothermie in Berlin? Klimaschutzrat Berlin präsentiert Handlungsempfehlungen

Die oberflächennahe Geothermie ist ein zentrales Handlungsfeld des Berliner Energie- und Klimaschutzprogramms (BEK 2030). Der Klimaschutzrat Berlin hat sich daher mit den Potenzialen und Einsatzmöglichkeiten von Geothermie in Berlin beschäftigt und im Rahmen einer Arbeitsgruppe Handlungsempfehlungen erarbeitet. In der Veranstaltung des Berliner Impulse-Programms und des Klimaschutzrats Berlin wurden diese Empfehlungen präsentiert und mit den rund 120 Teilnehmer*innen diskutiert.

In seiner Anmoderation verwies Prof. Dr. Bernd Hirschl (IÖW, BTU Cottbus-Senftenberg, Klimaschutzrat Berlin) auf die Potenziale von urbaner Geothermie für die Wärmewende. So seien Wärmepumpen eine Schlüsseltechnologie, da sie das Potenzial hätten, die knappe Ressource des erneuerbaren Stroms zu entlasten. Gleichzeitig seien mit der Nutzung von Geothermie aber auch Zielkonflikte und Restriktionen verbunden, wie etwa die besonderen wasserwirtschaftlichen Rahmenbedingungen in Berlin, die berücksichtigt werden müssten.

Um die vorhandenen Potenziale unter Berücksichtigung der Restriktionen und Zielkonflikte heben zu können, hat sich der Berliner Klimaschutzrat im Rahmen einer Arbeitsgruppe intensiver mit den Herausforderungen und Chancen der Geothermie in Berlin beschäftigt. Der Arbeitsgruppe gehören mehrere Mitglieder des Berliner Klimaschutzrates an, die um externe Expertise aus der Geothermiebranche, der Wasserbehörde und anderen Verwaltungen ergänzt wurde. Im Ergebnis dieses Prozesses wurden sieben Handlungsempfehlungen abgeleitet, die Matthias Trunk, Vertriebsvorstand der GASAG AG, stellvertretend für die AG des Klimaschutzrats präsentierte.

Im Bereich der Erleichterung von Planung und Genehmigung seien die Erhöhung von Verwaltungskapazitäten und eine anwendungs- und restriktionsorientierte Potenzialanalyse zur Schaffung von Transparenz bei den Bauherren erforderlich. Zudem müssten Planungsunterlagen um eine Altlastenkarte erweitert werden. Im Bereich des Senkens des Risikopotenzials seien die Überwachung von Bohrtätigkeiten zur Gewährleistung von Qualitätsstandards sowie das Monitoring der realisierten Anlagen hinsichtlich Effizienz, Wirtschaftlichkeit und wasserwirtschaftlicher Indikationen nötig. Zudem empfehle die Expertengruppe die Förderung von Pilotprojekten. In Abstimmung sei schließlich noch die siebte Handlungsempfehlung: die Gründung eines zeitlich begrenzten Beirats, der die Umsetzung der Handlungsempfehlungen und den Ausbau der Geothermie in Berlin fachlich begleitet.

Im weiteren Fortgang der Veranstaltung folgten Inputs von Expert*innen aus Verbänden, der Wasserwirtschaft und dem Bereich Planung. So informierte Dr. André Deinhardt vom Bundesverband Geothermie e.V. über die Potenziale von Geothermie in urbanen Räumen. Dr. Gesche Grützmacher von den Berliner Wasserbetrieben schilderte den Teilnehmer*innen die besonderen Restriktionen für Geothermie in Berlin und Christoph Mojen von ECOPLAN ermöglichte den Blick aus der Planungsperspektive anhand konkreter Projekte.

Die Beiträge sowie die anschließende fachliche Diskussion, in die auch die Beiträge und Fragen des parallel laufenden Chats der Teilnehmer*innen einbezogen wurden, bestätigten und unterstrichen im Kern die vorgeschlagenen Empfehlungen des Klimaschutzrates zur trinkwasserschonenden Hebung der Geothermiepotenziale in Berlin.

Weitere Informationen zur Veranstaltung (Download der Vortragsfolien in Kürze möglich)

ENERGIETAGE-Rahmenprogramm stellt Wasserstoff-Innovateure vor

Das Thema Wasserstoff bewegt derzeit in besonderem Maße die Politik und gleichermaßen die Energieszene. Und auch auf den ENERGIETAGEN ging am Donnerstag, den 4. Juni ein umfangreiches Cluster mehrerer Veranstaltungen zum Thema H2 zu Ende. Den Schlusspunkt setzte dabei eine Kurzveranstaltung, die einerseits unter dem Eindruck des gerade veröffentlichten Konjunkturpakets der Bundesregierung stand, andererseits aber den Bogen schlagen konnte zu einer praxisorientierten Darstellung der technischen Möglichkeiten, die Wasserstoff als Energieträger zukünftig bieten kann.

Nach einem kurzen Impuls durch den Verleger des Magazins HZwei, Sven Geitmann, in die Grundlagen des Themas und die Implikationen der in der finalen Ausarbeitung befindlichen Nationalen Wasserstoffstrategie fügten sich Kurzvorstellungen dreier Unternehmen an:

Dr. Roland Doll vom Berliner Unternehmen HPS Home Power Solutions stellte das System picea vor, einem integrierten System zur Speicherung und Nutzung von Solarenergie für Ein- und Zweifamilienhäuser. Thomas Chrometzka von der Enapter GmbH präsentierte dezentrale und modular erweiterbare Anlagen zur Gewinnung von Wasserstoff. Die kompakten Elektrolyseure der AEM-Technologie sind als Stack schaltbar und produzieren jeweils 500 Liter grünen Wasserstoff pro Stunde. Andreas Uhlenhoff von der SOLIDpower GmbH stellte den BlueGEN vor, ein Brennstoffzellen-System für die Strom- und Wärmeerzeugung in Wohn- und Gewerbegebäuden, das derzeit noch mit Erdgas betrieben und künftig auch die Nutzung von Wasserstoff erlaubt.

Die Veranstaltung machte insgesamt deutlich, dass die Nutzung von Wasserstoff auch bei der dezentralen Energieversorgung eine gewichtige Rolle einnehmen kann. Nicht nur Industrie und Verkehr sind potenzielle Einsatzbereiche für klimafreundlich gewonnenen Wasserstoff. Auch im Gebäudebereich kann die Technologie ihren Beitrag zur Umstellung der Energiebereitstellung und damit der Energiewende leisten.

Weitere Informationen zur Veranstaltung (Download der Vortragsfolien in Kürze möglich)

BENE – Berliner Klima- und Umweltschutzprojekte mit Europäischer Unterstützung

Im Einklang mit nationalen Klimaschutzzielen will Berlin bis 2050 schrittweise klimaneutral werden. Das BENE (Berliner Programm für nachhaltige Entwicklung) setzt Klima- und Umweltschutzprojekte in Berlin mit einem Gesamtvolumen von über 274 Mio. Euro um. Kofinanziert mit Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) fördert es Energieeffizienz, die Nutzung erneuerbarer Energien, nachhaltige Mobilität aber auch Umwelt- und Naturschutz in Berlin. BENE ist damit das wichtigste und finanzstärkste Programm in Berlin zur Unterstützung einer nachhaltigen klima- und umweltschonenden Stadtentwicklung. Mehr als 165 Projekte laufen und werden auch unter den aktuellen Corona-Vorgaben weiter durchgeführt. Bis Ende 2023 sollen alle Projekte abgeschlossen sein.

Die digitale Veranstaltung am 3. Juni 2020 im Rahmen der ENERGIETAGE 2020 gab einen Überblick über Erreichtes und stellte erfolgreiche Projekte vor:

  • Die BIM (Berliner Immobilienmanagement GmbH) setzt in BENE 21 Vorhaben um, darunter die Sanierung des Friedrichstadt Palasts, eines Polizeigebäudes und des Berliner Pflanzenschutzamts.
  • Die Freie Waldorfschule am Prenzlauer Berg verknüpft mit BENE-Mitteln die anspruchsvolle energetische Sanierung des Schulgebäudes mit der naturnahen Umgestaltung des Schulhofes.
  • Die Berliner Feuerwehr erprobt mit BENE innovative Antriebstechnologien in allen Bereichen ihres Fuhrparks.

In Brüssel wird derzeit ein Wiederaufbauplan für Europa (Next Generation EU) zur Bewältigung der wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie erarbeitet. Damit ändern sich viele Rahmenbedingungen der EFRE-Förderung. Die Höhe der zukünftigen Förderung, genaue Fördergegenstände und Startdatum für ein BENE Folgeprogramm können daher noch nicht abgeschätzt werden. Aber: die Fortführung der BENE Förderung ist unstrittig, wie der Staatssekretär für Umwelt und Klimaschutz, Stefan Tidow, betonte.

Zum Abschluss diskutierten Vertreter*innen aus Wirtschaft, Wissenschaft und Verwaltung das BENE-Folgeprogramm für die nächste EU-Förderperiode 2021 – 2027. Ihre Anregungen werden bei der Ausgestaltung des Folgeprogramms berücksichtigt.

Weitere Informationen zur Veranstaltung (Download der Vortragsfolien in Kürze möglich)