Bild: Leon Kopplow

Telegramm Woche 3


Welche innovativen Lösungen bestehen bereits heute für Gebäude und Quartiere?

Unter dieser Fragstellung wurden politische Beschlüsse wie Maßnahmen zum Emissionshandel im Gebäudesektor, Förderprogramme der KfW sowie das neue Energieeinsparrecht und ihre Wirkung vorgestellt.

In der Kurzumfrage „Wo sehen Sie die größte Stellschraube zur Erreichung der Energie- und Klimaziele im Gebäudesektor?“ sahen diese 40% in einer CO2-Bepreisung, 32% Anreizsysteme mittels Förderung und 29% im Ordnungsrecht durch Energiegesetzgebung.

Thorsten Herdan, Abteilungsleiter Energiepolitik – Wärme und Energieeffizienz im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) betont, dass der Gebäudesektor alle Facetten der Gesellschaft, der Wirtschaft sowie der Energie- und Klimapolitik tangiert. Maßnahmen im Bausektor sind für die gesamte deutsche Bauwirtschaft vom Handwerk bis zum Großunternehmen von Bedeutung. Das in Kürze erwartete Energieeinsparrecht (GEG) ist ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung.

Dr. Patrick Graichen, Direktor und Geschäftsführer von Agora Energiewende, betonte, dass der Emissionshandel alleine als Instrument zur Klimaneutralität im Gebäudebereich nicht ausreicht, es muss einen Instrumentenmix von Emissionshandel, Förderung und Ordnungsrecht als Anreiz geben.

Dr. Philipp Tilleßen, Direktor Produktmanagement bei der KfW, zeigte die positiven Effekte der aktuellen Beschlüsse des Klimakabinetts, dass in den ersten vier Monaten 2020 eine Steigerung der Förderungen von 30% bei Sanierungen und 180% bei Neubauten gegenüber 2019 aufweist.

Dr. Jan Witt, Leiter des Geschäftsbereichs Energieeffizienz beim BDEW und Geschäftsführer der HEA – Fachgemeinschaft für effiziente Energieanwendung e.V., stellte das neue GEG vor, das erstmalig auch Quartiere einbezieht und Wasserstoff als Energieträger berücksichtigt.

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„Wir haben keine Zeit. Wir brauchen ungeheuer viel Geld. Und: wir können es schaffen!“

Mit diesen Worten beschrieb Felix Lüter, Geschäftsführender Vorstand der Initiative Wohnen.2050 & Leiter des Nachhaltigkeitsmanagements der Unternehmensgruppe Nassauische Heimstätte | Wohnstadt, die aktuelle Situation der Wohnungswirtschaft. Der Sektor muss klimaschädliche Emissionen um 80 % bis 2050 senken, um das Zwei-Grad-Ziel zu erreichen. Gemeinsam mit ihm, und unter Moderation des ZDF-Experten Volker Angres, haben diese Teilnehmer über Herausforderungen und nötige Maßnahmen diskutiert:

  • Axel Gedaschko, Präsident GdW & Vorstand IW.2050
  • Dr. Patrick Graichen, Direktor Agora Energiewende
  • Helmut Bramann, Hauptgeschäftsführer ZVSHK
  • Dr. Karsten Sach, BMU
  • Lothar Fehn Krestas, BMI

Die Zielerreichung hinge maßgeblich von der Sanierung des Altbestands der Wohnungen und Gebäude ab. Neben einer Steigerung der Sanierungsquote um mindestens 50 % seien innovative Modernisierungslösungen, der Einbezug von Mieter*innen und die Nutzung erneuerbarer Energien nötig. Vor allem bei letzterem, so die Forderung, müsse es politische Unterstützung geben, um neben Subventionen passende Investitionsanreize zu setzen und Hemmnisse abzubauen.

Die Diskussion machte deutlich, dass alle Akteure sowohl den Willen als auch Ideen haben, das Klimaziel gemeinsam zu erreichen. Um zielführende und umsetzbare Wege zu finden, dient u.a. die IW.2050, die laut Felix Lüter „Fragezeichen in Ausrufezeichen umwandeln“ will.

Die gesamte Diskussion finden Sie auf dem Youtube-Kanal der IW.2050

Klimaschutz ohne soziale Verwerfungen

Die Möglichkeiten und Grenzen der Förderkulisse beim Klimaschutz im Wohngebäudebereich standen am 9. Juni 2020 im Mittelpunkt der Diskussionsveranstaltung des Deutschen Mieterbundes (DMB), des Deutschen Verbandes für Wohnungswesen, Städtebau und Raumordnung (DV) und des Spitzenverbandes der Wohnungswirtschaft (GdW) im Rahmen der Berliner Energietage.

In der von DV-Generalsekretär Christian Huttenloher moderierten Online-Veranstaltung präsentierte Dr. Ron Lipka vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) die aktuelle und die für 2021 geplante Förderkulisse. Von zentraler Bedeutung: Dr. Lipka berichtete vom derzeitigen Einsatz des BMWi auf Seiten der Europäischen Kommission, dass die kommende Zuschussförderung keine Beihilfe darstellt.

Hauptpunkt der Veranstaltung war die Vorstellung der Studie „Förderungslücke zur Erreichung der Klimaziele durch energetische Gebäudesanierung im Mietwohnungsbau“ von Prof. Dr. Sven Bienert (Universität Regensburg). Danach müssen für eine warmmietenneutrale Erreichung der Klimaziele jährlich zwischen 6,1 und 14 Mrd. Euro an Zuschüssen nur für vermietete Wohnungen bereitgestellt werden. Die Differenz erklärt sich durch zwei verschiedene Ansätze: die wissenschaftlich-volkswirtschaftliche und die wohnungswirtschaftlich-betriebswirtschaftliche Sicht.

Es herrscht hier Einigkeit auf Vermieter- und Mieterseite, wie Dr. Melanie Weber-Moritz (DMB) und Dr. Ingrid Vogler (GdW) in ihren Statements zeigten: Die Klimaziele stehen außer Frage, deren Erreichung darf aber nicht zu Lasten der Mieter gehen. Wenn Mieter ihre Miete nicht mehr zahlen können, haben auch Vermieter ein Problem. Eine interessante Diskussion mit den Bundestagsabgeordneten Eckhardt Rehberg (CDU), Oliver Krischer (Grüne) und Klaus Mindrup (SPD), sowie Lukas Siebenkotten (DMB), Michael Groschek (DV) und Axel Gedaschko (GdW) förderte zutage: Die Finanzierungslücke ist auch aus Sicht von Gebäude-Selbstnutzern groß und die Förderstandards zu strikt, sodass Förderung gar nicht oder zu wenig in Anspruch genommen wird. Eine gerechte Kostenverteilung ist wichtig für die Bezahlbarkeit des Wohnens und den sozialen Frieden, ohne Investitionszulage aber wird die notwendige Warmmietenneutralität nicht erreicht. Dem Konjunkturpaket der Bundesregierung fehlt die dauerhafte Perspektive für den Klimaschutz und das Denken in einzelnen Ressorts muss für eine integrierte Energiewende überwunden werden.

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Heute schon für 2050 bauen: Transparenz schaffen und Aktivitäten stärker vernetzen

Für energieeffiziente Maßnahmen in Gebäuden und Quartieren gilt es, Transparenz zu schaffen und die Aktivitäten stärker miteinander zu vernetzen. Nur so können die Erkenntnisse aus der Forschung in die Praxis gelangen. Auf der Zielgeraden zur Energiewende 2050 stehen wir noch am Anfang – das gaben 2/3 der TeilnehmerInnen in einer im Webinar „Energiewendebauen – Forschung und Innovation“ gestellten Umfrage an. Pioniere beziehungsweise so genannte Change Agents, die helfen, Neuerungen in den Markt zu bringen, sowie die Rolle der Handwerker und Energieberater sind weiter zu stärken. Denn sie alle können auf dem Weg zum dezentralen Energiesystem wichtige Impulse für eine verbesserte Akzeptanz der Energiewende bei den NutzerInnen setzen. Pioniere können Akteure, aber auch Forschungsprojekte sein. Beispiele sind das Reallabor Smart Quart und TransUrban.NRW, die zeigen, dass Quartiere heute schon zu 100 Prozent mit erneuerbaren Energien versorgt und Abwärme auf Niedertemperaturniveau effizient in ein Energienetz eingespeist werden können. Das Energieeffizienzpotenzial liegt im System und dem idealen Zusammenspiel unterschiedlichster Maßnahmen. Gebäude und Quartiere werden immer intelligenter und übernehmen durch die Sektorkopplung im Energiesystem auch andere Aufgaben, zum Beispiel als Speicher: Elektrofahrzeuge sollen künftig am Gebäude angeschlossen werden und so die Mobilität in das Quartier integrieren. Es ist wichtig, jetzt ganz genau darüber nachzudenken, welche Anforderungen für einen klimaneutralen Gebäudestand in 2050 gebraucht werden. Denn heute setzen wir die Pflöcke für die Energieinfrastruktur von morgen.

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Grüne Fernwärme: Ein Gewinn für Klima und Wirtschaft!

Grüne Wärmenetze können einen wesentlichen Beitrag zum Erreichen der Klimaziele im Wärmebereich leisten und wirtschaftlichen Aufschwung über verschiedene Branchen hinweg stimulieren. Dies verdeutlichte die gemeinsame Veranstaltung „Chancen nutzen: Der Ausbau grüner Fernwärme als Impuls für Klimaschutz zu Wirtschaft“ des Bundesverbands Erneuerbare Energie e.V. (BEE) und des Verband kommunaler Unternehmen e.V. (VKU) auf den Berliner Energietagen 2020. Aufgrund der COVID-19-Pandemie fand die Veranstaltung im Rahmen des Digitalen Sommers der Energiewende zum ersten Mal in digitaler Form statt.

Als wissenschaftlicher Impulsgeber nahm Dr. Ulrike Lehr von der Gesellschaft für Wirtschaftliche Strukturforschung mbH zunächst einen Überblick über die gesamtwirtschaftlichen Folgen der COVID-19-Pandemie vor. Dabei wurde u.a. das Ausmaß der wirtschaftlichen Folgen der Pandemie quantifiziert und die Möglichkeit einer Green Recovery diskutiert. Konkret wurde es im Anschluss, als Transformationsvorhaben der ESWE Versorgungs AG und der Stadtwerke Ludwigsburg-Kornwestheim GmbH vorgestellt wurden.

Im Zentrum der Veranstaltung stand eine Podiumsdiskussion, an der Klaus Mindrup (MdB der SPD-Fraktion), Thorsten Herdan, Leiter der Abteilung II (Energiepolitik – Wärme und Effizienz) im Bundeswirtschaftsministerium, BEE-Geschäftsführer Wolfram Axthelm und Michael Wübbels, stellvertretender VKU-Hauptgeschäftsführer, teilnahmen. „Die wirtschaftlichen Folgen der COVID-19-Pandemie sowie auch die weiterhin bestehende Notwendigkeit, Treibhausgasemissionen drastisch zu senken, zeigt deutlich, dass Wirtschaftspolitik und Klimaschutz zunehmend zusammen gedacht werden muss“, so Mindrup.

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Auswirkungen von Markteingriffen auf energetische Modernisierungen in Wohngebäuden

Die traditionelle Gemeinschaftsveranstaltung des GdW Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen e.V. sowie des BBU Verband Berlin-Brandenburgischer Wohnungsunternehmen e.V. auf den Berliner Energietagen beschäftigte sich in diesem Jahr mit der Frage, welche Wechsel- und Folgewirkungen staatliche Eingriffe insbesondere in den Berliner Wohnungsmarkt auf die Energiewende und damit die Erreichung der Klimaschutzziele haben.

Mietpreisbremse, Mietendeckel, Absenkung der zulässigen Mieterhöhung nach Modernisierung und Begrenzung ihrer absoluten Höhe: Was die Mieten niedrig halten soll, wirkt sich auch auf die Investitionsfähigkeit in Klimaschutzmaßnahmen aus. Was kostet Klimaschutz und wer trägt diese Kosten? Wie rechnen Wohnungsunternehmen? Was bedeuten diese Markteingriffe konkret?

Die Basis der Veranstaltung bildeten zwei aktuell veröffentlichte Studien, die zum einen auf der Bundesebene vom Deutschen Mieterbund, dem Deutschen Verband und dem Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen und zum anderen auf der Berliner Landesebene von der 2016 gegründeten Initiative für die Wärmewende in Auftrag gegeben worden waren. Beide Studien eint die Aussage, dass die Aufwendungen und resultierenden Kosten für eine klimaneutrale Modernisierung des Wohngebäudebestandes nach dem klassischen Muster und angesichts staatlicher Auflagen sowohl Mieter als auch Vermieter überlasten würden. Die Konsequenz beider Studien ist ein massives Überdenken der bisherigen Wege der Energiewende, um die resultierenden Kosten erheblich zu senken. Darüber hinaus zeigen beide Studien auf, dass ohne umfangreiche staatliche Zuschüsse die dringend notwendigen energetischen Modernisierungsmaßnahmen nicht zu finanzieren sind.

Die Diskussion zwischen den Referenten und den Teilnehmern im Chat war gut, intensiv, aber auch kontrovers. Sie belegte einmal mehr, dass die Komplexität des Themas zu vielen Zielkonflikten führt, die es zwingend auszugleichen gilt, wenn die Klimaschutzziele wirklich erreicht werden sollen.

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Future Fuels: Jetzt die Weichen richtig stellen

CO2-reduzierte Kraft- und Brennstoffe können, neben Effizienzsteigerungen und dem Ausbau der inländischen Ökostrom-Erzeugung, eine wichtige Säule der Energiewende werden. Jetzt sollten dafür die passenden Rahmenbedingungen geschaffen werden

Dass Future Fuels einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz leisten können, wird immer mehr zum Konsens. Aber wie kommen wir dahin, dass diese Energieträger in den notwendigen Mengen in den einzelnen Sektoren verfügbar werden? Mit dieser und weiteren Fragen setzte sich die Veranstaltung „Mit Future Fuels Klimaschutz tanken“ am 9. Juni 2020 im Rahmen der Berliner ENERGIETAGE auseinander. Eingeladen hatte das Institut für Wärme und Oeltechnik (IWO).

Als Referenten bezogen die Bundestagsabgeordneten Dr. Christoph Ploß (CDU) und Andreas Rimkus (SPD), sowie Dr. Marcel Goelden (Raffinerie Heide), Dr. Thomas Schwarz (Audi) und Christian Halper (IWO) rund um die Future Fuels Stellung. Rund 200 Teilnehmende folgten den Ausführungen und brachten zum Teil auch Fragen mit ein. Dabei zeigte sich: Die politischen Rahmenbedingungen rücken immer stärker in den Fokus der Diskussion. „Mit der Wasserstoffstrategie ist bereits ein Anfang gemacht“, so IWO-Geschäftsführer Adrian Willig zum Abschluss, „allerdings gibt es noch mehr zu tun, um etwa auch PtX und fortschrittliche Biofuels in den Pkw-Verkehr zu bringen. Hier sollten die Weichen nun richtig gestellt werden, um für Investitionssicherheit zu sorgen.“

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Was bedeutet die COVID-19-Krise für den Green Deal und die urbane Energiewende?

Weltweit setzt sich der Trend zur Urbanisierung fort. Bereits heute leben mehr als die Hälfte der Menschen in Städten, die 75 Prozent der weltweiten CO2-Emissionen verursachen. In Anbetracht der Pariser Klimaziele und vor dem Hintergrund des von der Europäischen Kommission angekündigten Green Deals, spielen die Herausforderungen und Potenziale städtischer Energieversorgung eine wesentliche Rolle, um einen nachhaltigen ökologischen Wandel zu ermöglichen. Doch wirft die aktuelle COVID-19-Krise die Frage auf, ob das Kernprojekt der Europäischen Kommission noch Bestand hat oder die Pandemie uns zu einem Richtungswechsel in der europäischen Wirtschafts- und Klimapolitik zwingt.

Zur Eröffnung des Forums Urbane Energiewende diskutierten Ruud Kempener (EU-Kommisson) und Jakob Schlandt (Tagesspiegel) in einem Fireside-Chat, ob das Kernprojekt der Europäischen Kommission noch Bestand hat oder die COVID-19-Pandemie uns zu einem Richtungswechsel in der europäischen Wirtschafts- und Klimapolitik zwingt. Nach einer Keynote von Dr. Patrick Graichen (Agora Energiewende) diskutierten Ruud Kempener (EU-Kommisson), Mara Marthe Kleiner (Agora Energiewende), Willi Meixner (Siemens Energy), Prof. Lamia Messari-Becker und Markus Witt (Vattenfall Wärme Berlin) auf dem virtuellen Podium, was die Covid-19-Krise für den Green Deal und die urbane Energiewende bedeutet.

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Wie Digitalisierung und neue Nutzungsmodelle die Effizienz von Gebäuden steigern

Effizienz im Gebäude – welche Stellschrauben gibt es und wie können sie richtig bedient werden? Diesen Fragen widmete ENGIE Deutschland ein Panel im Rahmen der Berliner Energietage.Der Schwerpunkt der Veranstaltung lag auf der Nutzung von Gebäuden und dem Einsatz digitaler Technologien.

Anne-Caroline Erbstößer, wissenschaftliche Mitarbeiterin der Technologiestiftung Berlin, stellte die Datennutzung für Quartiersprojekte anhand von zwei Berliner Best Practice-Projekten vor und erläuterte im Interview den aktuellen Stand und Optimierungsbedarf. Holger Knuf, geschäftsführender Gesellschafter des Instituts für Facility Management GmbH in Oberhausen, führte aus, welch hohen Anteil die Optimierung der Flächennutzung auf die Effizienz des Gebäudes hat. Wie man zu optimierten Nutzungskonzepten kommt und warum diese nichts mit Open Space zu tun haben, vertiefte er im Interview. Prof. Birgit Wilkes, Leiterin des Instituts für Gebäudetelematik der Technischen Hochschule Wildau, gab einen Ausblick auf die Flexibilisierung von Immobilien in der Zukunft und die Bedeutung des Smart Homes für altersgerechtes Wohnen vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung. Gastgeber Stefan Schwan, Geschäftsbereichsleiter Facility Services von ENGIE Deutschland, zeigte abschließend die Schritte auf dem Weg zur Klimaneutralität von Immobilien auf und brachte die zuvor diskutierten Aspekte in die richtige Reihenfolge: „Erst die richtigen Dinge tun und dann die Dinge richtig tun – oder wie man von der Effektivität zur Effizienz im Gebäude kommt.“

Die Interviews mit den Expertinnen und Experten finden Sie hier.

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Energiewende als Game Changer in Berlin

Fungieren Reallabore insgeheim als eine Art „Hinhaltetaktik“, um erforderliche Innovationen im Massenmarkt zu verschieben? Diese und weitere zugespitzte Thesen wurden im Rahmen der Session „Energiewende als Game Changer in Berlin – Wie viel Digitalisierung erlauben wir uns im Energiesystem“ organisiert von Berlin Partner für Wirtschaft und Technologie und der Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe mit fünf Panelteilnehmer*innen lebhaft diskutiert.

Dr. Jürgen Varnhorn (Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe), Ute Redecker (Siemens AG), Dr. Constanze Adolf (Lumenion GmbH), Christian Jacob (Stromnetz Berlin GmbH) und Markus Graebig (WindNODE-Projektleitung) befassten sich in 90 Minuten mit drei wesentlichen Schwerpunkten: Von Covid-19-Konsequenzen für die Energiewende über den Umgang mit Reallaboren und Schaufensterprojekten bis hin zum aktuellen Stand der Digitalisierung der Energiewende. Hierin waren sich Diskutant*innen und Auditorium weitgehend einig, dass bei der Digitalisierung des Energiesystems noch viel Luft nach oben besteht. Hoffen lassen jedoch die Aussagen in der Diskussion als auch die Umfrage des Publikums bezüglich der Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Energiewende und die Klimaschutzziele. Eine Mehrheit der Teilnehmer*innen bekräftigte, dass der Energiewende-Prozess und die Klimaschutzbestrebungen in der Post-Corona-Zeit eher stärker an Fahrt aufnehmen werden und somit implizit auch von der aktuellen Krise profitieren können.

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Smart Meter Rollout: Branchenübergreifende Kooperationen als Schlüssel

Welche gesetzlichen Anforderungen der Rollout mit sich bringt und welche wirtschaftlichen Chancen Energieversorger und Wohnungsunternehmen sich durch den Rollout erschließen können, wurde auf der digitalen Podiumsdiskussion der noventic bei den Berliner Energietagen diskutiert. Die Branchenexperten Axel Gedaschko, Michael Wübbels und Ingo Schönberg waren sich einig: erfolgreich wird der Rollout nur gemeinsam. „Die Interoperabilität der eingesetzten Geräte ist der zentrale Punkt. Sonst werden Chancen und der technologische Fortschritt begrenzt“, so Gedaschko.

Auch der Gesetzgeber nimmt mit der europäischen Energieeffizienz-Richtlinie (EED) den Einsatz vernetzter Infrastruktur und die damit verbundene unterjährige Verbrauchsinformation in den Fokus. Wie dringend der flächendeckende Rollout der modernen Technik zur Erreichung der Klimaziele benötigt wird, betont der GdW-Präsident: „Wir investieren jedes Jahr Milliarden in die Gebäudehülle – der Endenergieverbrauch sinkt nicht. Der Nutzer muss technisch unterstützt werden.“ Michael Wübbels fügte hinzu: „Die Verbraucher wägen Kosten und Risiken genau ab. Die Daten müssen gut aufbereitet werden, damit sie einen Nutzen haben.“

Die noventic hat hierfür eine App für Mieter entwickelt, die die Pflicht zur unterjährigen Verbrauchsinformation auf besonders innovativem Wege erfüllt und um weitere Mehrwerte ergänzt. Ein Weg, wie sich mithilfe der neu geschaffenen, sicheren Infrastruktur Innovationen ihren Platz finden. Zum Abschluss der Veranstaltung, die mit knapp 200 Teilnehmern vollständig ausgebucht war, plädierte

Ingo Schönberg nochmals für den konsequenten Einsatz der Smart Meter Gateways: „Diese sichere, in Deutschland produzierte Eh-da-Infrastruktur kann genutzt werden, um Synergien zu heben und so Kosten zu senken. In 10 Jahren wird das Smart Meter Gateway in nahezu jedem Keller installiert sein.“ Der Smart Meter Rollout wird somit zu einem zentralen Baustein, um den Klimaschutz kosteneffizient voranzutreiben.

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Herausforderung und aktuelle Entwicklung bei Energieversorgungsprojekten, Mieterstrom und Ladesäulen

In der ausgebuchten Veranstaltung wurden dezentrale Energieprojekte aus unterschiedlichen Blickwinkeln thematisiert: Rechtliche Hindernisse und Entwicklungen, Mieterstromprojekte aus der Praxis, Anstrengungen und Verbesserung der Realisierungsquote im Land Berlin, alternative Förderkonzepte sowie E-Mobilität.

Unter der Moderation von Prof. Gaßner diskutierten die Teilnehmer versiert und engagiert.

Der veranstaltende Energieverein stellt in Kürze weitere Informationen (inklusive der Präsentationen) zur Verfügung.