Bild: Leon Kopplow

Telegramm Woche 4 – Finale des „Digitalen Sommers der Energiewende“

Visionen zur dezentralen Energieversorgung in Berlin

Dezentrale Energieversorgung ist ein Erfolgsfaktor für die Energiewende in Berlin. Die Flächen in Städten sind knapp – dafür haben wir eine andere Ressource: Gebäude. Viele Dächer und immer mehr Fassaden könnten zur Strom- und Wärmeerzeugung genutzt werden. Allein mehr als 320.000 Wohngebäude stehen in Berlin. Hinzu kommen Gewerbe, Industrie und öffentliche Liegenschaften.

Diese Potenziale müssen genutzt werden. Aus diesem Grund führte die Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe am 16. Juni 2020 einen Workshop mit 50 Teilnehmenden zur Zukunft der dezentralen Energieversorgung durch. Diese waren sich einig, dass die regulatorischen Rahmenbedingungen der Bundesebene ein wesentlicher Hemmschuh sind. Deshalb lag der Fokus auf der Frage, was schon gut läuft und deshalb gestärkt werden sollte. Im Ergebnis stellten die Teilnehmenden fest, dass es in Berlin ein breites Feld von innovativen Anbieter*innen gibt, denen ebenso innovative wie engagierte Anwender*innen gegenüberstehen. Hier gilt es auch, Foren für den Austausch der Akteure verstärkt zu nutzen. Die Größe und Vielfalt Berlins ist eine Chance. In den Nachbarschaften und Quartieren können unterschiedliche Lösungsansätze erprobt werden. Leben und Arbeiten liegen zudem in Berlin dicht beieinander. So können in Quartieren sektorenübergreifende Konzepte entwickelt und umgesetzt und die Akzeptanz für die urbane Energiewende gestärkt werden.

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Gamification: Erfolgreiche Energiewende-Kommunikation durch Spiele

Die Branche der Brett- und Gesellschaftsspiele genießt, nicht erst durch Corona, ein massives Wachstum und trifft naturgemäß auf eine sehr breite Zielgruppe. Damit ist das Medium Spiel eine ideale Plattform, um Energiewende-Themen und -Inhalte zu vermitteln. Einerseits können so Marketing-Artefakte mit echtem Mehrwert geschaffen werden, die eine Geschichte erzählen. Oder auch Bildungsmaterialien, die wirklich für ein Thema begeistern. Andererseits eignet sich das Spielen oder Spielentwickeln auch perfekt für internes Teambuilding – um Prozesse oder Herausforderungen strukturiert zu denken und in Ergebnisse zu überführen, mit denen sich weiterarbeiten lässt.

Gemeinsam mit professionellen Spieleentwicklern von Gaia Games, spieltrieb und Zeit für Spiele, die ihre eigene Arbeit eingangs kurz erläuterten und ein paar Klima- und Umweltspiele vorstellten, haben die hochmotivierten Teilnehmer*innen in diesem Intensiv-Workshop Spielkonzepte für gleich vier Energiewende-Spiele entwickelt. Heraus gekommen sind in kurzer Zeit bereits erstaunlich ausdifferenzierte Spielmechaniken. Zwei Spiele setzen sich mit den Themen Solarenergie sowie der Akzeptanzsteigerung für Windenergie-Anlagen auseinander. Ein weiteres Spiel soll die Prozesse hinter Mieterstrom sichtbar machen. Das vierte Spiel dieser kleinen „Energietage-Spielesammlung“ hingegen lässt die Spieler*innen Altbauten energetisch modernisieren und stellt dabei die verschiedenen beteiligten Techniken und Berufsgruppen in den Vordergrund. So ein Spiel könnte beispielsweise perfekt auf 10.-Klässler*innen abgestimmt für Energiewende-Berufe werben.

Nach kurzen zwei Stunden war der Workshop für die meisten Teilnehmer*innen viel zu schnell am Ende und es entstand spontan die Initiative, sich im Nachgang zu vernetzen und die Spielkonzepte gemeinsam zu echten Prototypen weiterzuentwickeln. Diese sollen dann zum Selbstausdrucken und Spielen über die Energietage bereitgestellt werden. Sofern sich Geldgeber*innen finden lassen, sollen sogar Produktion und Einsatz in der Bildungsarbeit geprüft werden. Interessenten können sich an presse[at]energietage.de wenden für weitere Informationen.

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Wege mit dem selbsterzeugten Strom im Haus: Hausspeichertechnologie und Ladeinfrastruktur für die Elektromobilität

Nach 36 Stunden bereits übergebucht: Das Webinar aus dem IKzB Berlin im Auftrag des BMI erweckte größtes Interesse aufgrund der vielen aktuellen Informationen rund um die Erzeugung, Speicherung und Nutzung von Strom am und im Haus.

Rechtsanwalt Peter Nümann stellte mit nützlichen Querverweisen den aktuell geltenden Rechtsrahmen für PV-Stromverbrauch vor Ort vor und gab Ausblicke auf zukünftig geplantes Recht. Mit dem Vergleich unterschiedlicher Versorgungsmodelle (PV-Wohnraummiete u. a.) wurden Vertragsmodelle erklärt.

Eine spürbare Weiterentwicklung bei Hausspeichersystemen konnte Johannes Weniger, HTW Berlin, aus der DBU geförderten Stromspeicher-Inspektion 2020 feststellen. 14 Hersteller haben sich mit Labormesswerten von 21 Systemen am Speichervergleich beteiligt. Alle untersuchten Geräte konnten in der simulationsbasierten Bewertung mit dem System Performance Index (SPI) Effizienzwerte von 89% bis 94% erreichen.

Den Blick auf die Zukunft der Elektromobilität beschrieb Peter Lindlahr, HySolutions GmbH. Deutschland werde sich in den kommenden Jahren zu einem Hotspot des elektrischen Fahrens entwickeln, in 2023 werde ein Scheitelpunkt („Tipping Point“) für die künftige Marktentwicklung erreicht werden und sich ein signifikanter Nachfrageschub vollziehen. In Metropolräumen werde 2030 mehr als 30% des dann noch vorhandenen Fahrzeugbestands elektrisch angetrieben sein. Das Lademanagement für diese Fahrzeuge werde @home, @work oder on-street stattfinden. Die Bandbreite der Settings und die Routinen beim Laden würden steigen und das Lastmanagement immer wichtiger werden, um die Leistungsfähigkeit der Stromverteilnetze nicht zu gefährden. Und: „Netzdienliches“ Laden werde ein unverzichtbarer Standard.

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Das war der „Digitale Sommer der Energiewende“

Der Digitale Sommer der Energiewende ist nun vorüber – dies nahmen die Veranstalter zum Anlass, um noch einmal "Danke" zu sagen und ein Fazit zu ziehen.

Im Abschluss-Event der ENERGIETAGE 2020 bedankte sich Hauptveranstalter Jürgen Pöschk bei allen an diesem digitalen Experiment Beteiligten: den Premiumpartnern, Veranstaltern, Referent*innen und nicht zuletzt bei allen Teilnehmer*innen.

Ein kurzer Film zeigte einige der zahlreichen Highlights der vergangenen vier Wochen und gewährte einen kleinen Einblick hinter die Kulissen der ENERGIETAGE 2020:

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Pöschk zog ein positives Fazit des digitalen Experiments. Es sei ein Wagnis gewesen, die Leitveranstaltung der Energiewende in Deutschland in so kurzer Zeit komplett zu digitalisieren, aber letztlich auch ein Erfolg. Dies zeigen u.a. die mehr als 20.000 Anmeldungen – so viele wie noch nie in der 21-jährigen ENERGIETAGE-Geschichte. Auch das positive Feedback von Teilnehmer*innen und Veranstalter*innen unterstreiche dies.

Pöschk wies zudem auf die Vorteile der ortsunabhängigen Veranstaltungsdurchführung hin: Diese hätte zu einer breiten thematischen Vielfalt geführt. Themen, die in den letzten Jahren kaum eine Rolle gespielt haben, gehörten nun zu den großen Rennern: Wasserstoff, Future Fuels, Klimakommunikation und Energiewende und Populismus sind einige Beispiele. Auch das Rahmenprogramm mit offenen Diskussionsforen und Austauschformaten für individuelle Gespräche wurde überaus gut angenommen.

Auch wenn es eine Präsenzveranstaltung mit den dort vorhandenen Begegnungsmöglichkeiten nicht ganz ersetzen könne, so sei das digitale Format eine geeignete Alternative zur Ergänzung von Präsenzveranstaltungen.

Abschließend teilten auch die Teilnehmer*innen des Abschluss-Events ihre Erfahrungen der letzten Wochen mit dem ENERGIETAGE-Team. Das durchweg positive Feedback und die Verbesserungsvorschläge nehmen die Veranstalter mit in die Vorbereitungen für die ENERGIETAGE 2021.

Das ENERGIETAGE-Team wünscht Ihnen einen schönen und erholsamen Sommer!

Wir freuen uns, Sie bald wieder begrüßen zu können – ob digital oder analog!