ENERGIETAGE-Telegramm:

ENERGIETAGE 2025 in Berlin im Rückblick: Impulse, Diskussionen und Perspektiven ausgewählter Veranstaltungen

Die ENERGIETAGE 2025 in Berlin boten vom 26. bis 28. Mai ein vielfältiges Programm mit über 60 Veranstaltungen. Im ENERGIETAGE-Blog finden Sie kompakte Rückblicke auf ausgewählte Veranstaltungen – als Orientierung, zur Nachbereitung oder als Einstieg in aktuelle Debatten rund um Energiewende und Klimaschutz. Die Telegramme bieten Ihnen einen schnellen Überblick über zentrale Inhalte, Positionen und Impulse. Vorträge und Aufzeichnungen finden Sie auf den jeweiligen Event-Seiten im Programm. Viel Freude bei der Lektüre!

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Lisa Bührmann
Leiterin PR & Kommunikation

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Eröffnung der ENERGIETAGE 2025: Appell zu „Geschichten des Gelingens“ und Abkehr von Polarisierung

Jürgen Pöschk, Hauptveranstalter der ENERGIETAGE, eröffnete den Präsenzteil der Leitveranstaltung der Energiewende in Deutschland und reflektierte die positiven Entwicklungen der letzten Jahre in der Energiewende. Er hob hervor, dass Deutschland mit Rekordzahlen beim Ausbau erneuerbarer Energien und einer reduzierten Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen wichtige Fortschritte erzielt habe. Pöschk unterstrich jedoch, dass die Debatten zur Energiewende oft von ideologischen Grabenkämpfen geprägt seien und forderte eine Entideologisierung der Diskussion. „Wir müssen stärker auf Wirtschaftlichkeit und Sozialverträglichkeit fokussieren“, sagte Pöschk, um die Konsensfähigkeit der Energiewende zu sichern und insbesondere die bürgerliche Mitte stärker in die Diskussion einzubinden.

Prof. Dr. Fritz Reusswig, wissenschaftlicher Mitarbeiter des Potsdam Institut für Klimafolgenforschung (PIK), knüpfte an diese Gedanken an und kritisierte die zunehmende Polarisierung der Klimadiskussion. „Die Einstellungen haben sich immer mehr auf die Extreme verteilt – die einen wollen Klimaschutz ohne Rücksicht auf Verluste, die anderen halten das alles für Hysterie“, erklärte er. Reusswig betonte, dass die Energiewende als Chance für eine sozial gerechte und nachhaltige Re-Industrialisierung Deutschlands begriffen werden müsse. „Alle, die hier sind, arbeiten an einer dauerhaft ökonomisch tragfähigen Energie-Zukunft“, so Reusswig weiter. Er forderte von der Politik eine klare Richtung und mehr Empathie, um die Energiewende als eine „positive Antwort auf zentrale Herausforderungen“ zu etablieren.

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Transformation: So wirken angewandte Energieforschung und neue Programme der Innovationsförderung

Um die Transformation zur Klimaneutralität zu schaffen, braucht es einen Instrumentenmix aus politischer Rahmensetzung, CO2-Bepreisung und gezielter staatlicher Förderung. Darin waren sich die Teilnehmenden der Podiumsveranstaltung „Forschung und Innovation als Grundlage der Transformation“ des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWE), die am 27. Mai stattfand, einig.

Zugleich stehe Deutschland bei dieser Transformation international in einem beschleunigten Wettbewerb um die besten Klimatechnologien, sagte Dr. Wiebke Lüke, Unternehmerin und Mitglied des Beirats zum 8. Energieforschungsprogramm (EFP) des BMWE. Daher werde die Innovationsförderung im Rahmen des EFP auch benötigt, um am Standort Deutschland konkurrenzfähig zu sein. Unter anderem deshalb sei das 8. EFP ein lernendes Programm, erklärte Dr. Rodoula Tryfonidou, Leiterin des Referats Energieforschung – Grundsatzfragen und Strategie im BMWE. Es nehme Impulse aus Forschung und Praxis auf und suche auch daher zunehmend die Verzahnung mit industriepolitischen Instrumenten.

Ein solches sind beispielsweise die Klimaschutzverträge (KSV): Sie erlauben es Industrieunternehmen, transformative Produktionsverfahren zu implementieren, die sich ohne staatliche Absicherung der damit verbundenen Preisrisiken noch nicht rechnen würden. Damit böten die KSV die Chance, die Energiewende im Bereich der Grundstoffindustrie deutlich zu beschleunigen, so Prof. Dr. Karsten Neuhoff (Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung).

Ob es um die Umsetzung der Klimaziele, den Innovationsstandort oder die Wettbewerbsfähigkeit geht: Voraussetzung seien in jedem Fall verlässliche politische Rahmenbedingungen, zog Dr. Britta Buchholz, Vorsitzende des Beirats zum EFP im BMWE, ein Fazit.

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Flexible Kraftwerke sind ein wichtiger Baustein der Energiewende

Der Ausbau der Erneuerbaren sowie der Atom- und Kohleausstieg werfen Fragen auf: Welche Kraftwerke benötigt Deutschland für eine sichere und bezahlbare Energieversorgung? Das diskutierten Fachleute der Akademieninitiative „Energiesysteme der Zukunft“ (ESYS) .

In seinem Vortrag erklärte Casimir Lorenz (Aurora Energy Research) anhand von Szenarioergebnissen, dass wir künftig eine hohe Flexibilität im Kraftwerkssystem benötigen. Kerstin Andreae (Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft) sagte in ihrem Impuls, dass die im Koalitionsvertrag vorgesehenen 20 Gigawatt an Gaskraftwerken notwendig seien, um jederzeit ausreichend abrufbare Leistung zu haben. Christoph Luderer (Fraunhofer ISI) präsentierte eine von ESYS in Auftrag gegebene Studie: Sie zeigt, dass Grundlastkraftwerke die Erneuerbaren Energien sinnvoll ergänzen können, wenn sie niedrige Stromgestehungskosten haben.

Anschließend diskutierten die Fachleute auch geeignete Instrumente, damit wir die dringend benötigten Gaskraftwerke schneller zubauen und zukünftig auf Wasserstoff umstellen können. Kerstin Andreae, Casimir Lorenz sowie Anke Weidlich (Universität Freiburg) und Christoph Maurer (Consentec) waren sich einig, dass Gaskraftwerke nur mit einem Kapazitätsmarkt rentabel sind, weil sie mit niedriger Auslastung laufen werden. Aber zuallererst muss die Kraftwerksstrategie möglichst schnell verabschiedet werden.

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Energieeffiziente Gebäude bleiben der Schlüssel für eine sozial gerechte Wärmewende

Wie kann die dringend erforderliche Wärmewende im Gebäudebestand sozial gerecht gelingen? Diese Frage stand im Zentrum der Veranstaltung der Deutschen Umwelthilfe.  

Peter Mellwig (ifeu) machte zu Beginn mit seinem Impulsvortrag klar: Ohne deutliche Effizienzsteigerungen im Gebäudebestand bleiben die Klimaziele auf der Strecke und der Druck auf Menschen mit niedrigen Einkommen wird größer. Sein Beitrag stützte sich auf ein aktuelles Gutachten im Auftrag der Deutschen Umwelthilfe.

In der anschließenden Podiumsdiskussion wurden die drängendsten Punkte der sozialen Wärmewende besprochen – von der gesellschaftlichen Akzeptanz der Wärmewende über das Vermieter-Mieter-Dilemma bis hin zur Einführung des ETS2 und dem Klima-Sozialfonds. Barbara Metz, Bundesgeschäftsführerin der DUH, forderte gegenüber den Bundestagsabgeordneten Helmut Kleebank (SPD) und Sascha van Beek (CDU) einen klaren ordnungspolitischen Rahmen und eine soziale Ausgestaltung der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG). Nur so kann die Wärmewende im Sinne der sozialen Teilhabe gelingen. Einigkeit bestand darin, dass Klimaschutz im Gebäudebereich nicht ohne soziale Flankierung machbar ist.

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Ein deutsch-französisches Rendez-vous zur Finanzierung der Wärmewende

Benoît Mercuzot ist Präsident der SEMOP Amiens Energies, der ersten ihrer Art in Frankreich. Die Besonderheit dieser Rechtsform: Die Stadt hält zwar nur eine Minderheit der Anteile, kann aber dank einer Sperrminorität bei wichtigen Entscheidungen mitbestimmen. Ein spannendes Modell, so Ute Hörrmann vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE) und Staatssekretär Joschka Knuth aus Schleswig- Holstein. Frankreich bietet – neben der neu geschaffenen Rechtsform SEMOP – an vielen Stellen Inspirationspotenzial. Neben dem hoch dotierten Wärmefonds Fonds Chaleur, entfaltet auch eine gesenkte Mehrwertsteuer für alle Wärmenetze mit einem Anteil von über 50% erneuerbaren Energiequellen und Abwärme Wirkung, so Stéphanie-F. Lacombe vom Deutsch-Französischen Zukunftswerk. In Amiens ist das Netz schon zu 60% erneuerbar, der nationale Durchschnitt liegt bei 66%. In Deutschland gibt es deutlich mehr Netze, der Anteil erneuerbarer Energiequellen liegt aber bei etwa 27%.

Für Deutschland sind es mehrere Hebel, die Bund und Länder betätigen müssen. Um neben Fördermitteln auch private Mittel zu mobilisieren, braucht es die Stärkung von Eigenkapital für Wärmenetzbetreiber und die Absicherung finanzieller Risiken, so Uta Weiß von Agora Energiewende. Hier gibt es Entwicklungen aus dem Bundesministerium: Die Absicherung von Fündigkeitsrisiken in der Tiefengeothermie steht an – mit einer Risikoaufteilung zwischen KfW, Münchner Rück und dem Bund. Auch eine Absicherung für Abwärmeprojekte ist geplant. Und ein großer Energiewendefonds.

Schleswig-Holstein ist bereits 2024 mit einem Bürgschaftsprogramm aktiv geworden, das Banken und Kommunen bei Investitionen in Wärmeinfrastruktur absichert. Das Land hat schon Einiges auf den Weg gebracht: Landesdaten zu Wärmenetzpotenzialen, Zuschüsse zur Geothermieprämie und gezielte Unterstützung der Planung schaffen schon heute wichtige Erleichterungen für Kommunen und Stadtwerke.
Alle blicken gespannt auf den Bundeshaushalt – er wird die nächsten Schritte der Wärmewende wesentlich mitbestimmen.

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Wasserstoff als klimafreundlicher Energieträger für die Prozessindustrie

Die Energiewende stellt die Industrie vor große Herausforderungen. Insbesondere im Bereich der Thermoprozesstechnik müssen Unternehmen Lösungen finden, um fossile Energieträger wie Erdgas zu ersetzen. In der Veranstaltung „Dekarbonisierung der Industrie über Wasserstoffnutzung in der Prozessindustrie“ stellten sich am zweiten Tag der Präsenz-ENERGIETAGE vier Forschungsprojekte vor, die sich mit der Umstellung auf Wasserstoff sowie anteilig auch elektrische Energie auseinandersetzen. Die vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE) geförderten Vorhaben H2DisTherPro, ZeroCO2-Glas, KLIMAZIEGPROD und Hybrid-Fire adressieren Hochtemperatur-Prozesse der Stahl-, Keramik- und Glasherstellung.  

Vorab stellte die Begleitforschung EE4InG-2 aus dem Forschungsnetzwerk Industrie und Gewerbe eine Übersicht zur Thematik vor: So beschäftigt Forschung, Industrie und Politik vor allem die Frage, wie sich ein wirtschaftliches und ausreichendes Wasserstoff-Angebot, eine attraktive Infrastruktur und eine relevante Nachfrage übereinbringen lässt.  

Im Projekt H2DisTherPro erarbeiten Forschende ein Konzept, wie sich die Wärmebehandlung von Verpackungsstahl in Haubenglühanlagen schrittweise auf Wasserstoff umstellen lässt. Das Team des Projekts ZeroCO2-Glas entwickelt eine innovative Glasschmelzwanne, die durch Wasserstoff-Sauerstoff-Verbrennung sowie wechselnde Anteile Strom beheizt wird. In KLIMAZIEGPROD rüsten Forschende einen bestehenden Tunnelofen für die Ziegelproduktion auf den Betrieb mit bis zu 100 Prozent Wasserstoff um. Das Forschungsteam aus Hybrid-Fire konzipiert einen hybriden Demonstrator-Ofen für die Keramik- und Stahlherstellung, der Wasserstoff statt Erdgas nutzt und zudem mit Mikrowellenplasmabrennern ausgestattet ist.

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Einfamilienhäuser fit für die Zukunft: Serielle Sanierung als Schlüssel zur klimafreundlichen Modernisierung

Im Rahmen der ENERGIETAGE zeigte die Veranstaltung „Einfamilienhäuser fit für die Zukunft – mit Energiesprong“ das große Potenzial serieller Sanierung für Eigenheime. Rund 13 Mio. Einfamilienhäuser in Deutschland gelten laut Dena als sanierungsbedürftig – ein enormes Feld für klimafreundliche Modernisierung.

Mit praxisnahen Impulsen und konkreten Lösungen demonstrierten Expert:innen, wie serielle Sanierung effizient, klimafreundlich und für Eigenheimbesitzende attraktiv gestaltet werden kann. Maarten Vermeiren stellte das Energiesprong-Prinzip für Eigenheime vor, Benjamin Weismann vom GIH betonte die Rolle der Energieberater:innen als zentrale Anlaufstelle. Ein Highlight war das Praxisbeispiel der Familie Gläßer, die ihren Bungalow aus 1969 seriell sanieren und erweitern ließ – mit beeindruckendem Ergebnis: nur 12 kWh/m²a Endenergiebedarf.

Innovative Ansätze wie der vormontierte „Sistems Home Cube“ zur Heiztechnik-Integration und Solardachziegel von Nelskamp zeigen das große Potenzial integraler Lösungen, die eine Optimierung von Schnittstellen sowie eine schnelle Umsetzung auf der Baustelle zum Ziel haben. In der abschließenden Diskussion wurde deutlich: Um die serielle Sanierung im Eigenheimsegment voranzubringen, braucht es mehr Kommunikation, sichtbare Beispiele – und Skalierung, um Kosten zu senken.

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Auf dem Weg zur Klimaneutralität in Wohngebäuden – Reformbedarf oder Richtungswechsel?

Im Rahmen der ENERGIETAGE diskutierten Fachleute aus Wohnungswirtschaft, Energieverbänden und Bauwesen zentrale Fragen zur Zukunft des klimaneutralen Bauens. Im Zentrum stand die Frage: Braucht es einen grundlegenden Paradigmenwechsel oder genügt die Weiterentwicklung bestehender Rahmenbedingungen?

Prof. Dietmar Walberg (Arbeitsgemeinschaft für zeitgemäßes Bauen e.V. und Technische Hochschule Lübeck) betonte die drastisch gestiegenen Baukosten und die unzureichende Sanierungsrate. Er forderte eine Fokussierung auf die Dekarbonisierung der Energiequellen, maßvolle Sanierung und Förderung der Kreislaufwirtschaft. Jan Peter Hinrichs (Bundesverband energieeffiziente Gebäudehülle e.V. (BuVEG)) hob die Bedeutung energieeffizienter Gebäudehüllen für bezahlbaren Wohnraum hervor, sprach sich jedoch gegen einen grundsätzlichen Paradigmenwechsel aus. Ein breiter Konsens bestand darin, dass Förderprogramme effizienter und zielgerichteter gestaltet werden müssen.

In der Podiumsdiskussion unterstrichen Ingeborg Esser (GdW) und Andreas Klingemann (BDEW) die Bedeutung praktikabler und sozial verträglicher Lösungen und forderten weniger Bürokratie. Esser betonte, dass sich Klimaschutz und bezahlbares Wohnen nicht ausschließen dürften. Die Teilnehmenden einte das Ziel, mit realistischen, wirtschaftlich tragbaren Maßnahmen Klimaneutralität im Gebäudesektor zu erreichen.

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Bild: Nils Lucas / ENERGIETAGE

Innovative Speicher für klimafreundliche Energieversorgung

Effizient, kostengünstig und platzsparend lauten die Anforderungen an praxistaugliche Speicher. In der Session „HOT STUFF – Innovative Speicherlösungen für die Quartiersversorgung“ haben die Vortragenden gezeigt, welche Lösungen sie hierfür entwickeln.

Im 8. Energieforschungsprogramm setzt das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE) unter anderem einen Schwerpunkt auf die Wärmewende. Eine wichtige Aufgabe übernehmen hier thermische Speicher, die das Energiesystem flexibel und nachhaltig halten. Ein Ziel von Forschung ist es, die Kosten pro gespeicherter Kilowattstunde langfristig zu senken.  

Zunächst bot Dr. Stefanie Tafelmeier vom ZAE Bayern einen Überblick über thermische Speichermöglichkeiten. Diese reichen von sensiblen Speichern über Latentwärmespeicher bis hin zu thermochemischen Speichern (mehr dazu: Interview mit Stefanie Tafelmeier). Als Beispiel für einen Speicher, nannte Tafelmeier den 400 Meter tiefen Aquiferspeicher, der im Reallabor der Energiewende „GeoSpeicher Berlin“  entsteht.  

Einen Multifunktionswärmespeicher stellte Stefan Dallorso von den Stadtwerken Hennigsdorf vor. Der 24 Meter hohe Stahlkörper mit 18 Metern Durchmesser speichert u.a. Abwärme des benachbarten Stahlwerks. Bei Bedarf kann die Wärme in das angeschlossene Fernwärmenetz eingespeist werden. Der Speicher war Teil des BMWE-geförderten Forschungsprojektes „Wärmedrehscheibe II“.  

Dass Eisspeicher sowohl in Wohngebäuden, Wärmenetzen als auch Industrieanwendungen eingesetzt werden können, zeigte Rainer Schmalenberg von Viessman. Die zu den Latentwärmespeichern zählende Technologie wird im vorgestellten Projekt mit Wärmepumpen kombiniert und nutzt Luft-Absorber als Regenerationsquelle.  

Abschließend präsentierte Dr. Steffen Jack vom Projektträger Jülich das neue Format URBAN ARENA Seasonal Heat Storage. Dessen Ziel ist es, Stadtwerke und weitere Wärmeversorgungsunternehmen mit Forschenden zu vernetzen und bei der Realisierung von saisonalen Wärmespeicherprojekten zu unterstützen. Aktuelle Infos zur BMWE-Förderung im 8. Energieforschungsprogramm bietet der LinkedIn-Kanal „Energieforschung“.

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Gesamtstädtische Wärmeplanung Berlin – Zielbilder auf dem Weg zur klimaneutralen Stadt

Die Veranstaltung zur gesamtstädtischen Wärmeplanung für Berlin beleuchtete zentrale Zielbilder für die Transformation der Wärmeversorgung und die notwendigen nächsten Schritte.  Staatssekretärin Britta Behrendt (SenMVKU) unterstrich die Bedeutung eines transparenten und mit allen zentralen Akteuren der Stadt abgestimmten Transformationsprozesses. Udo Schlopsnies und das Fachteam der Senatsverwaltung präsentierten aktuelle Zwischenergebnisse des Wärmeplans sowie die Zielbilder, die das strategische Fundament für die Umsetzungsphase bilden.

In der anschließenden Podiumsdiskussion bestand Einigkeit bestand darin, dass die Transformation nur im engen Schulterschluss aller Akteure gelingen kann – und die Wärmewende in Berlin ein Gemeinschaftsprojekt bleiben muss. Dr. Jörg Lippert (BBU) unterstrich die Bedeutung einer Sanierungsquote von 1,7 % und lobte den intensiven Austausch. Dr. Erik Landeck (Stromnetz Berlin) verwies auf die wachsende Bedeutung des Strombedarfs auch für die Fernwärme sowie auf die Notwendigkeit, Material und Fachkräfte zu sichern. Christian Feuerherd (BEW) schilderte die gestufte Verdichtung und den anschließenden Ausbau des Fernwärmenetzes – orientiert auch daran, wo Straßen ohnehin geöffnet werden. Staatssekretärin Behrendt betonte den dynamischen Charakter des Prozesses sowie den engen und konstruktiven Austausch aller beteiligten Akteure.

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Energiespeicher für eine gelungene Energiewende unverzichtbar!

Der heilige Gral der Energie- und Wärmewende ist der Energiespeicher. Denn die Spitzen von Wind- und PV-Anlagen verpuffen ungenutzt, sobald die Stromnetze voll sind oder keine Abnahme erfolgt.

Die ASUE gab am 27. Mai vor gut 200 live vor Ort und online zugeschalteten Gästen einen positiv stimmenden Einblick in schon heute zur Verfügung stehende Technologien. Denn die Berichte über Eisspeicher, bei denen der Wechsel von flüssig nach fest und zurück genutzt wird, Aquiferspeicher, in denen Sommerwärme im Winter vortrefflich durch Wärmepumpen nutzbar gemacht wird, Stromspeicher, die Unternehmen durch Teilnahme am Regelenergiemarkt zusätzliche Gewinne ermöglichen sowie Wasserstoffspeicher im Untergrund, die Basis der klimaneutralen Transformation des Gasnetzes sein sollen, zeigten vor allem Lösungen auf.

Uneinigkeit entstand in der auf die Beiträge folgenden Podiumsdiskussion zwischen Dr. Stefanie Schwarz (DVGW e.V.) und Michael Viernickel (eZeit) bei der Frage, in welchem Umfang z.B. Batterien und Wasserstoff in der Zukunft eingesetzt würden. Beim Blick auf die große Bandbreite zur Verfügung stehender Technologien und auch Einsatzfälle wurde aber schnell klar, dass es alle Ansätze brauche. Denn egal ob Eis-, Gas- oder Wärmespeicher: Alle Technologien haben bestimmte Betriebspunkte, an denen sie hocheffizient und kostengünstig klimaneutrale Energie bereitstellen können.

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Die Aufzeichnung der Veranstaltung finden Sie auf dem YouTube-Kanal der ASUE

Gut gefüllt: Speicherdiskussion auf den Energietagen 2025. Bild: ASUE/Thomas Wencker

Bundesverband Kraft-Wärme-Kopplung bei den ENERGIETAGEN: So gelingt die Transformation des Energiesystems durch Dekarbonisierung von KWK-Anlagen mit Erneuerbaren Gasen

Die Versorgungssicherheit muss in einem zukünftigen kohlenstoffneutralen Energiesystem auch dann gewährleistet sein, wenn während einer Dunkelflaute weder Sonne noch Wind genug Energie liefern. Darum ist der Einsatz von regelbarer Energieerzeugung durch u.a. Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlagen mit Erneuerbaren und konventionellen Gasen notwendig. Der Bundesverband Kraft-Wärme-Kopplung (B.KWK) widmete sich mit einer eigenen Veranstaltung bei den ENERGIETAGEN am 27. Mai 2025 diesem hochaktuellen Thema.

„Regenerative Brennstoffe, wie Biomethan, Holzgas und Wasserstoff sowie übergangsweise fossile Brennstoffe, wie Erdgas, müssen im Sinne der Ressourceneffizienz und des Klimaschutzes in Hinblick auf Versorgungslücken mit residuallastdeckenden Kraftwerken als KWK-Anlagen mit einem Gesamtnutzungsgrad von mindestens 80 % eingesetzt werden“, fasste B.KWK-Präsident Claus-Heinrich Stahl den Ansatz zur Transformation des Energiesystems zusammen.

Die Teilnehmenden zeigten bei der Podiumsdiskussion mit diesem gemeinsamen Ziel weitestgehende Einigkeit. Eine Grüngasquote sei hierbei jedoch nicht der alleinige Weg. Sie ist nur ein Baustein von mehreren, welche in der Regulierung zusammengesetzt werden müssen. Um die notwendigen gesetzgeberischen Maßnahmen wie bei der kommenden Ausgestaltung des Kraft-Wärme-Kopplungs-Gesetzes (KWKG) und des Gebäude-Energie-Gesetzes (GEG) optimal zu gestalten, wird der B.KWK sich im Rahmen der Verbandsarbeit mit voller Energie einsetzen.

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Wie kann Berlin seinen wachsenden Strombedarf nachhaltig decken und dabei die Energiewende vorantreiben?

Diese Frage zog sich wie ein roter Faden durch die Veranstaltung der Berliner Stadtwerke im Rahmen der ENERGIETAGE 2025.

Schon im Impulsvortrag von Philipp Heilmaier (dena) wurde deutlich: Erneuerbarer Strom ist die Leitwährung der Zukunft – ohne ihn sind die Klimaziele bis 2045 nicht zu erreichen. Heilmaier betonte, dass der technische Ausbau von klaren und zügigen politischen Vorgaben flankiert werden müsse. In der von Stephan Natz (Berliner Wasserbetriebe) moderierten Diskussion trafen unterschiedliche Perspektiven aufeinander: Katarina Plamenac (Stromnetz Berlin GmbH) hob hervor, wie stark Finanzen und Regulierung über den Erfolg des Netzausbaus entscheiden. Markus Witt (BSR) zeigte anhand konkreter Projekte, wie BSR und Stadtwerke durch Photovoltaik auf Deponien und Dächern gemeinsam neue Erzeugungskapazitäten schaffen können. Julian Silbermann (Berliner Stadtwerke) machte auf den noch geringen Anteil an Erneuerbaren Energien in Berlin aufmerksam. Die Berliner Stadtwerke tragen ihren Anteil zur Erhöhung der Erneuerbaren Energien bei, indem sie ihre PV- und Windkapazitäten bis 2030 verfünffachen wollen und dafür rund 500 Mio. Euro in die Hand nehmen werden. Am Ende stand die klare Botschaft: Nur wenn alle Akteure an einem Strang ziehen, kann Berlin die Herausforderungen der ökostrombasierten Energiewende meistern.

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Die Digitalisierung im Verteilnetz – eine Herausforderung für die Energiewende

Die Digitalisierung der Verteilnetze ist ein entscheidender Baustein für die Energiewende. Nur mit ihr gelingt eine effiziente Integration erneuerbarer Energien durch flexibilisierte Stromflüsse und eine hohe Netzstabilität und -sicherheit. Doch die Herausforderungen auf dem Weg dahin sind groß. Forschungsprojekte tragen dazu bei, das Netz fit für die Zukunft zu machen.

Vier vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie geförderte Vorhaben wurden auf den ENERGIETAGEN vorgestellt. Im Forschungsprojekt DiGO 2.0 untersucht ein Wissenschaftsteam, wie das Zusammenspiel verschiedener Systemkomponenten optimiert werden kann. Sogenannte Netzbetriebsplattformen erfassen mithilfe intelligenter Messsysteme Netzzustände. Im Projekt werden Last- und Flexibilitätsprognosen erstellt. Diese fließen in eine Grid Capacity Map ein.

Eine intelligente Automatisierungsplattform steht im Mittelpunkt des Forschungsprojekts BEAVER. Sie soll dabei helfen, Ortsnetzstationen im Verteilnetz zu digitalisieren. Ziel des Projekts ist es, insbesondere kleineren, lokalen Verteilnetzbetreibern das Steuern der Netze zu erleichtern.

Die Digitalisierung der Verteilnetze hin zu Smart Grids macht die Arbeit in den Netzleitstellen immer anspruchsvoller bei gleichzeitigem Fachkräftemangel. Assistenzsysteme, wie das im Projekt GridAssist entwickelte, können künftig beim Netzmanagement unterstützen.

Immer mehr Strom wird heute auch für das Heizen gebraucht – zum Beispiel von Wärmepumpen in Gebäuden und Wohnvierteln. Forschende im Projekt WARAN verfolgen das Ziel, die Sektorenkopplung von Strom und Wärme und die damit verbundenen Potenziale umfassend zu beleuchten, technisch vorzubereiten und in realen Feldtests zu erproben.

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Next & New Klimakommunikation: Austausch, Impulse, Vernetzung

Am zweiten Tag der Präsenz-ENERGIETAGE lud das Event "Energiewende trifft Kommunikation | Next & New-Vernetzungstreffen" in der Galerie des Ludwig Erhard Hauses zum persönlichen Austausch ein. Nach einem kurzen Input von Lisa Bührmann, Leiterin der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der ENERGIETAGE sowie Vertreterin des Veranstalters EUMB Pöschk, in dem sie die Bedeutung des persönlichen Austauschs und die Schlüsselrolle der Klimakommunikation für die gesellschaftliche Akzeptanz hervorhob, begann das Networking.

Mehr als 30 Teilnehmende kamen an 10 Stehtischen zusammen, um sich in 3 Runden à 12 Minuten nicht nur kennenzulernen, sondern auch um über aktuelle Herausforderungen, Erfolgserlebnisse und Wünsche zu Projekten und Aktivitäten im Bereich der Energiewende und des Klimaschutzes zu sprechen.

Das Format fand bei den Teilnehmenden durchweg großen Anklang. Die drei Gesprächsrunden mit wechselnden Partner*innen schufen eine offene und dynamische Atmosphäre, die sowohl tiefgehende Diskussionen als auch ungezwungene Gespräche ermöglichte. Es erwies sich als Herausforderung, die Teilnehmenden – aus Verbänden, Stiftungen, NGOs und Unternehmen – nach den 12 Minuten zu unterbrechen, so lebendig und intensiv war der Austausch.

Das positive Feedback zeigt: Der Bedarf an persönlichem Austausch in der Energie- und Klimacommunity ist groß. Die Veranstaltung wurde von EUMB Pöschk veranstaltet und ist Teil der Next & New-Reihe, die in regelmäßigen Abständen Events im Bereich der Energiewende- und Klimakommunikation einlädt.

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Vernetzt denken, gemeinsam handeln, nachhaltig wirken: Die EnergieEinsparInitiative Berlin auf den ENERGIETAGEN!

Welche Faktoren entscheiden über das Gelingen der Energiewende in Berlin? Diese Frage stand im Zentrum der Veranstaltung der EnergieEinsparInitiative Berlin (EEIB) auf den ENERGIETAGEN 2025. Über 140 Teilnehmende hatten sich für den praxisorientierten Austausch der Initiative angemeldet. Im Zentrum der Diskussion das Positionspapier der EEIB und die Frage: Wie gelingt sektorübergreifende Zusammenarbeit, um ambitionierte Ziele tatsächlich umzusetzen? Deutlich wurde: Die Wärmewende ist nicht nur ein technisches, sondern ein gesellschaftliches Projekt – und gelingt nur im Schulterschluss aller relevanten Akteure.

Vier Impulse boten fundierte Einblicke in die Herausforderungen und Lösungsansätze:

  • René Wrobel (BEW) stellte praxisnahe Strategien für Energieeffizienz und den Ausbau erneuerbarer Energien vor.
  • Henrik Vagt (IHK Berlin) präsentierte das aktuelle Energiewendebarometer und machte deutlich, welche Rahmenbedingungen Unternehmen für eine erfolgreiche Transformation benötigen.
  • Frederik Schneider (BFW) beleuchtete planerische Zielkonflikte in Milieuschutzgebieten und die damit verbundenen Hemmnisse für energetische Sanierung.
  • Anja Bischof (Berliner Energieagentur) betonte die Rolle integrierter Quartierslösungen für eine sozialverträgliche Wärmewende.

Auch das Podium war hochkarätig besetzt: Andreas Otto (MdA, Bündnis 90/Die Grünen) und Dr. Timur Gelen (Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen) brachten politische Perspektiven ein – letzterer in Vertretung für Staatssekretär Alexander Slotty, der seine Unterstützung für die Positionen der EEIB übermitteln ließ.

„Nur durch sektorübergreifende Kooperation kann die Wärmewende in Berlin gelingen – sozial ausgewogen, wirtschaftlich tragfähig und ökologisch wirksam,“ so die zentrale Botschaft der Veranstaltung.

Anja Borning (Berliner Stadtwerke) führte souverän durch das Programm und moderierte den Dialog mit Expertise und Engagement. Die EEIB bedankt sich bei allen Beteiligten und freut sich auf das nächste Wiedersehen bei den ENERGIETAGEN 2026!

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Zum Positionspapier der EEIB

Das Climate Cabaret feiert Premiere bei den ENERGIETAGEN 2025

Ein glanzvolles neues Format erhellte die ENERGIETAGE 2025: das Climate Cabaret! Diese 90-minütige Feier der Klimapolitik wurde moderiert von niemand Geringerem als Deutschlands Energiewende-Dragqueen Viagra Falls. Mit scharfem Witz und schillerndem Outfit führte sie das Publikum durch eine kraftvolle, fröhliche Reise, die zeigte, wie Kreativität und Diversität die Energiewende beflügeln können.

Eröffnet wurde der Abend mit „Wilkommen, bienvenue, welcome!“ – und damit war der Ton gesetzt für ein energiegeladenes Programm mit Klimawissens-Quiz, leidenschaftlicher Debatte und großen Ideen. Das Panel nahm kein Blatt vor den Mund:

Cordula Weimann (Omas for Future) warb für generationenübergreifende Allianzen,

Ulrike Hinz (WWF) zeigte, wie sich komplexe Technologien wie Power-to-X verständlich und spannend vermitteln lassen, Bernd Riedel (Ellery Studio) betonte die Kraft von Emotion und Storytelling, und Anika Nicolaas Ponder (IKEM) plädierte für inklusive Innovation – gestaltet von jenen, die von der Klimakrise am stärksten betroffen sind.

Die Botschaft war klar: Um unser Energiesystem wirklich zu transformieren, müssen wir unsere kollektive Kreativität nutzen – über Generationen, Kulturen und Identitäten hinweg.

Den Abschluss bildeten Live-Auftritte von Viagra Falls und ein festlicher Networking-Aperitif – der endgültige Beweis: Klimaschutz kann auch glitzernd, mitreißend und großartig sein.

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Das Quartier als Katalysator für leistungsfähige Versorgungsangebote

Städte und Stadtquartiere sind ein riesiger Faktor der Energiebranche. Wenn sie neu gebaut werden, aber auch beim Sanieren im Bestand gibt es die Chance, Versorgungsangebote, Energieproduktion und die Strategien der Nachhaltigkeit systematisch zu kombinieren und Modelle für das laufende Management zu installieren. Dies war das Thema eines hochrangig besetzten Diskussionspanels am zweiten Kongresstag. Veranstalter war die inno2grid GmbH, ein Beratungsunternehmen in diesem Bereich. Es diskutierten Vertreter von Stadtwerken und zwei Vertreter der Immobilien- und Architekturbranche.

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Schirmherrschaft und Premiumpartner der Energietage 2025

Bundesministerium für Wirtschaft und Energie
Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen (BMWSB)
Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz
Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe
Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt (SenMVKU)
ABB Mess- und Analysentechnik
Berliner Stadtwerke GmbH
BEW Berliner Energie und Wärme GmbH
BTB GmbH Berlin
energate GmbH
ENGIE Deutschland AG
GASAG AG
GdW Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen e.V.
Industrie- und Handelskammer zu Berlin (IHK)

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