Die digitalen ENERGIETAGE 2026 boten vom 15. bis 17. April ein vielfältiges Programm mit über 60 Veranstaltungen. Im ENERGIETAGE-Blog finden Sie kompakte Rückblicke auf ausgewählte Veranstaltungen – als Orientierung, zur Nachbereitung oder als Einstieg in aktuelle Debatten rund um Energiewende und Klimaschutz. Die Telegramme bieten Ihnen einen schnellen Überblick über zentrale Inhalte, Positionen und Impulse. Vorträge und Aufzeichnungen finden Sie auf den jeweiligen Event-Seiten im Programm. Viel Freude bei der Lektüre!
Die ENERGIETAGE-Telegramme der Präsenz-Veranstaltungen vom 4. bis 6. Mai in Berlin finden Sie auf dieser Seite.
Lisa Bührmann
Leiterin Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
presse[at]energietage.de
0151 578 52 990
Zum Auftakt der ENERGIETAGE 2026 stand die Vorstellung zentraler Lageberichte im Mittelpunkt, die aktuelle Entwicklungen in Energie-, Klima- und Sicherheitspolitik einordneten. Mehr als 600 Teilnehmende verfolgten die digitale Eröffnung live und erhielten einen kompakten Überblick über die Herausforderungen einer zunehmend dynamischen energiepolitischen Lage.
Nach der Einordnung durch Hauptveranstalter und Initiator Jürgen Pöschk, der auf die wachsende Bedeutung geopolitischer und sicherheitspolitischer Fragen sowie eine zunehmende gesellschaftliche Polarisierung hinwies, beleuchteten vier Expertinnen und Experten die zentralen Themenfelder: Prof. Stefan Rahmstorf (Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung e.V.) skizzierte den aktuellen Stand der Klimakrise und warnte vor einer weiteren Beschleunigung der Erderwärmung sowie möglicher Kipppunkte im Klimasystem. Dr. Pauline Sophie Heinrichs (King’s College London) ordnete die Energieversorgung aus geopolitischer Perspektive ein und machte deutlich, dass fossile Abhängigkeiten erhebliche Sicherheitsrisiken bergen, während erneuerbare Energien resilientere Strukturen ermöglichen.
Dr. Felix Christian Matthes (Öko-Institut e.V.) analysierte die energiewirtschaftliche Lage in Deutschland und Europa und beschrieb eine neue Realität dauerhaft höherer und zugleich volatiler Energiepreise infolge geopolitischer Krisen. Diese stellten ein wachsendes Risiko für Wirtschaft und Industrie dar und erforderten neue politische Ansätze, insbesondere bei Investitionen und Infrastruktur. Dr. Brigitte Knopf (Zukunft KlimaSozial) stellte schließlich die soziale Dimension in den Mittelpunkt und betonte die Notwendigkeit einer gezielten, sozial gerechten Ausgestaltung der Transformation.
Die Lageberichte verdeutlichten insgesamt, wie eng Klimaschutz, Versorgungssicherheit, wirtschaftliche Fragen und soziale Aspekte miteinander verknüpft sind – und lieferten damit eine fundierte Grundlage für die weiteren Diskussionen der ENERGIETAGE 2026.

Bild: ENERGIETAGE
(Düsseldorf/Berlin, 16.04.2026) Für eine zukünftig klimaneutrale Wärmeversorgung spielt die Wärmepumpentechnologie neben der Fernwärme eine tragende Rolle, doch der Einbau in Bestandsgebäude birgt Herausforderungen. Fachleute diskutierten im Rahmen der Berliner Energietage mögliche Lösungsansätze dafür bei der VDI-Veranstaltung „Einbau von Wärmepumpen im Bestand –Herausforderungen, Chancen und Lösungen -Wie können Wärmepumpensysteme unter welchen Rahmenbedingungen sicher im Bestand eingebaut werden?“.
Bei der Veranstaltung mit 1140 Teilnehmendenbetonte Gerhard Stryi-Hipp vom VDI-Fachausschuss Regenerative Energien die Rolle der Wärmepumpe in einer zukünftigen klimaneutralen Wärmeversorgung. Dr. Ralf Kuder vom NRW-Wirtschaftsministerium gab eine landespolitische Einordnung zum rechtlichen Rahmen und zur Wärmepumpen-Förderung. Harald Fonfara, Vorsitzender des Gremiums VDI 4645, stellte den aktualisierten Entwurf der Richtlinie „VDI 4645 - Grundlage für Planung, Errichtung und Betrieb von Wärmepumpen in Ein- und Zweifamilienhäusern“ vor.
Wie der Wärmepumpen-Einbau konkret gelingen kann, erläuterte Danny Günther (Fraunhofer ISE Mitglied des Richtliniengremiums VDI 4650 Blatt 1) anhand mehrerer Praxisbeispiele aus Mehrfamilienhäusern.
In der abschließenden Diskussion unter Leitung von Dr.-Ing. Jochen Lambauer (VDI-Gesellschaft Energie und Umwelt) wurde klar: Rund 80 Prozent der Heizungen in Deutschland müssen in den kommenden zwei Jahrzehnten ihren Energieträger wechseln. Angesichts begrenzter Alternativen sind Wärmepumpen für die dezentrale Wärmeerzeugung die attraktivste Lösung.
Fachliche Ansprechpartner:
Dr. Jochen Theloke, VDI-Gesellschaft Energie und Umwelt, Telefon: +49 211 6214-369, E-Mail: theloke[at]vdi.de
Ihre Ansprechpartnerin in der VDI-Pressestelle: Sonja Bosso, Telefon: +49 211 62 14- 389 × E-Mail: presse[at]vdi.de

Bild: Wärmepumpen als Schlüssel der Wärmewende. (Symbolbild: GettyImages)
In der gemeinsam von Bündnis Bürgerenergie (BBEn) und Deutscher Umwelthilfe (DUH) organisierten Online-Veranstaltung wurde klar: Die Zukunft der Energiewende entscheidet sich jetzt – und sie entscheidet sich vor Ort. Dezentrale Modelle wie Mieterstrom, gemeinschaftliche Gebäudeversorgung und Energy Sharing zeigen das enorme Potenzial der Vorortversorgung, bürgernah und erneuerbar. Was fehlt, sind nicht Konzepte, sondern politische Entschlossenheit, einfachere Regeln und ein höheres Umsetzungstempo.
Die Diskussion mit Vertretern von Verteilnetzbetreibern, Kommunen und wettbewerblichen Messstellenbetreibern machte deutlich: Verteilnetze sind der Schlüssel, damit lokale Energiewendeprojekte fliegen. Dafür müssen Bundesnetzagentur, Netzbetreiber, Kommunen und Bürger*innen zusammenarbeiten. Notwendig sind einheitlichere Standards, bessere digitale Strukturen und regulatorische Erleichterungen, damit praktikable Lösungen nicht an unnötiger Komplexität scheitern.
Besonders deutlich wurde auch: Die derzeitigen Hürden sind teilweise strukturell bedingt. Bürokratie, zersplitterte Prozesse und fehlende Vereinfachungen bremsen eine Entwicklung aus, die für Klimaschutz, Akzeptanz und Teilhabe dringend gebraucht wird – zugleich haben die in der Veranstaltung vertretenen Verteilnetzbetreiber aufgezeigt, dass und wie die Umsetzung im bestehenden Rahmen bereits jetzt gelingen kann. Verteilnetzbetreiber sind jetzt gefordert ihre Pflichten umzusetzen und die Bundesnetzagentur muss die Durchsetzung endlich einfordern.
Die Teilnehmenden waren sich einig: Die dezentrale Energiewende kann gelingen. Mit mehr Pragmatismus, einheitlichen Standards und mehr Kooperation auf allen Ebenen.
Natürlich vorkommender (sog. weißer) Wasserstoff aus dem Untergrund weckt weltweit Erwartungen – doch was sagt die Wissenschaft wirklich? ESYS stellte ihren neuen Impuls „Geologischer Wasserstoff – eine unterschätzte Energiequelle?" vor und diskutierte die Befunde mit Expert:innen aus Wissenschaft und Industrie.
Neben ersten Erkenntnissen gibt es noch viele offene Fragen: Die geologischen Bildungsprozesse sind relativ gut verstanden, wirtschaftlich nutzbare Lagerstätten aber bislang nicht bekannt – weltweit wurde erst ein kleines Vorkommen in Mali erschlossen. Sollten abbaubare Vorkommen identifiziert werden, könnten die Produktionskosten deutlich unter denen von grünem Wasserstoff liegen. Mittelfristig wird natürlicher Wasserstoff aber eher in dezentralen Anwendungen eine Rolle spielen – kein Gamechanger für die Energiewende im großen Maßstab.
Dr. Peter Klitzke (BGR), Dr. Jürgen Grötsch (FAU) und Dr. Peter Achtziger-Zupančič (Fraunhofer IEG) waren sich einig: Forschung ist eine sinnvolle Investition – überzogene Erwartungen sind fehl am Platz. Grötsch plädierte für eine gemeinsame Erschließung von natürlichem Wasserstoff und Geothermie. Achtziger-Zupančič forderte gezielte Demonstrationsprojekte. Mit dem Wasserstoffbeschleunigungsgesetz (April 2026) hat Deutschland einen ersten regulatorischen Schritt getan. Mit dem Impuls liefert ESYS die wissenschaftliche Basis für den weiteren Dialog zwischen Forschung, Politik und Industrie.

Bild: ESYS
„Negativemissionen aus Biomasse – jetzt den Hochlauf starten!“, appellierte Studienautor Tim Steindamm bei der Vorstellung einer Kurzstudie zur Wirtschaftlichkeit der CO₂-Abscheidung aus Biomasse im Rahmen der Berliner Energietage. Die Analyse zeigt: Bioenergie kann nicht nur Emissionen vermeiden, sondern in relevantem Umfang CO₂ aus der Atmosphäre entziehen – und das zu Kosten von rund 60 bis 120 Euro pro Tonne CO₂.
Angesichts unvermeidbarer Restemissionen von 32 bis 70 Millionen Tonnen CO₂ bis 2045 sind Negativemissionen eine zentrale Voraussetzung für Klimaneutralität. Bioenergie nimmt dabei eine besondere Rolle ein, da sie Energie bereitstellt und gleichzeitig CO₂ entziehen kann. Bestehende Anlagen könnten bereits heute rund 13 Millionen Tonnen CO₂ pro Jahr abscheiden, perspektivisch bis zu 30 Millionen Tonnen.
In den Impulsen der Experten und Expertinnen wurde deutlich, dass die Technologien verfügbar sind, ihre Umsetzung jedoch stockt. „10.000 Biogasanlagen, über 10 Millionen Tonnen CO₂ – Deutschlands Biogassektor kann nicht nur Emissionen vermeiden, sondern sie der Atmosphäre entziehen“, so Lena Friedmann. Jenny Stukenbrock ergänzte: „Biogenes CO₂ kann ein wichtiger Rohstoff der Zukunft werden, sofern die passenden Voraussetzungen geschaffen werden.“ Ivan Derkink unterstreichet: „Anhand des Projekts in Dornbirn zeigen wir, dass sich der CO₂‑Kreislauf schließen lässt, indem aus Biomasse und Carbon Capture ein echter Klimahebel wird.“
Der Handlungsbedarf ist klar: Fehlende Vergütungsmechanismen, regulatorische Unsicherheiten und unzureichende Infrastruktur bremsen den Hochlauf, so die Beteiligten in der Paneldiskussion einhellig. "Damit BECCS und BECCU ihr Potenzial entfalten können, braucht es jetzt verlässliche Rahmenbedingungen", schließt die Moderatorin Dr. Falken-Großer, Hauptgeschäftsführerin im Bundesverband Erneuerbare Energien e.V.

Bild: Ivan Derkink - Bright Renewabels
Wie gelingt die Energiewende im Gebäudebestand – wirtschaftlich tragbar und gleichzeitig regulatorisch sicher? Diese Frage stand im Zentrum des noventic-Panels auf den ENERGIETAGEN. Gemeinsam mit Florian Wöhlbier, Seniorexperte Innovation & Transformation beim KEDi, und Theresa Vogt, Rechtsanwältin bei der Maslaton Rechtsanwaltsgesellschaft mbH, diskutierte Dr. Bardia Rostami, Leiter Business Development bei KALO, wie die Wohnungswirtschaft den steigenden Anforderungen aus Klimapolitik und Regulierung begegnen kann. Schnell wurde deutlich: Eine flächendeckende energetische Sanierung ist kurzfristig kaum realisierbar – zu hoch sind Kosten, zu knapp Fachkräfte und Zeit.
Der Fokus lag daher auf schnell umsetzbaren Lösungen im Bestand. Dr. Rostami stellte drei konkrete Hebel vor: die Digitalisierung der Heizanlage, den adaptiven hydraulischen Abgleich über smarte Thermostate sowie die adaptive Steuerung der Heizanlage. Diese ermöglichen eine schnell wirksame und kostengünstige Optimierung ohne aufwändige Eingriffe in die Gebäudesubstanz. „Wir müssen weg von der Idee, dass Transformation nur über große Investitionen funktioniert – entscheidend ist, dass wir jetzt bestehende Systeme intelligent steuern und damit das Gebäude als Gesamtsystem schrittweise optimieren“, so Rostami.
Im Panel und im anschließenden Q&A wurde deutlich: Technische Lösungen müssen regulatorisch anschlussfähig und wirtschaftlich tragfähig sein. Genau hier setzen digitale, klimaintelligente Ansätze an. Sie schaffen Planbarkeit, sichern Investitionen ab und leisten sofort wirksame Beiträge zur Energieeffizienz. Die zentrale Erkenntnis: Die Transformation des Gebäudebestands beginnt jetzt – datenbasiert, schrittweise und klimaintelligent.
Zusammenfassung der Veranstaltung „Kostenoptimiert, autark, suffizient, netzdienlich?“
An der Veranstaltung nahmen knapp 200 Personen aus Wissenschaft, Praxis und Politik teil. Im Fokus stand die Frage, ob und wie private PV-Dachanlagen gleichzeitig der Umwelt, dem Geldbeutel und dem Netz dienen können.
Monika Orlowski (IÖW) stellte Ergebnisse eines aktuellen Feldtests aus dem BMWE-Forschungsprojekt ProSuffizienz vor. Im Gegensatz zu früheren Studien zeigte sich bei Haushalten mit PV-Anlage nur ein geringer Rebound-Effekt. Prosumer sind vor allem bestrebt, möglichst viel ihres PV-Stroms selbst zu verbrauchen, ggf. durch Verschiebung von Lasten.
Lars Brischke (ifeu) ordnete Prosumer systemisch ein: Wer zusätzlich zu seiner PV-Anlage auch eine Wärmepumpe und Elektromobilität nutzt, handle suffizient, da eine sektorübergreifende Dekarbonisierung erfolgt.
Praktische Unterstützung für Haushalte stellte Nadine Walikewitz (co2online) vor: Mit dem StromCheck PV können Besitzende von PV-Dachanlagen einfach prüfen, ob ihr Stromverbrauch im Verhältnis zu ähnlichen Haushalten zu hoch ist.
Berit Müller (DGS) verwies auf bestehende Marktdefizite. Für kleine PV-Strommengen gebe es bislang keine wirtschaftlichen Angebote zur Direktvermarktung. Eine Einspeisevergütung bleibe daher für Anlagen erforderlich, die nicht eigenverbrauchsoptimiert betrieben werden – was jedoch wünschenswert wäre, um Dachflächen möglichst vollständig zu nutzen und die Anlagen systemdienlich einzusetzen.“
Insgesamt machte die Veranstaltung deutlich, dass Suffizienz, Wirtschaftlichkeit und Netzdienlichkeit zunehmend zusammen gedacht werden sollten, geeignete Rahmenbedingungen aber weiterhin entscheidend sind.

Bild: co2online
Auf großes Interesse stieß das Forum „Kalte Nahwärme“ am 16. April 2026 im Rahmen der Berliner Energietage: Mehr als 570 Personen waren angemeldet, um sich über Ziele, Ansatz und erste Erkenntnisse des Forschungsprojekts KNW-Opt II zu informieren. Die Veranstaltung bot damit eine zentrale Plattform, um das Projekt und seine praxisorientierte Ausrichtung einem breiten Fachpublikum vorzustellen.
Im Fokus standen die Arbeiten im Projekt KNW-Opt II, das die Optimierung und Skalierbarkeit kalter Nahwärmenetze untersucht. Grundlage bilden umfangreiche Monitoringdaten aus den Leuchtturmprojekten in Bad Nauheim und Soest, die im Projekt systematisch ausgewertet und durch digitale Werkzeuge ergänzt werden. Ziel ist es, daraus konkrete Handlungsempfehlungen für Planung, Bau und Betrieb abzuleiten und so die Umsetzung solcher Systeme zu erleichtern. Die rege Beteiligung im Chat und die Vielzahl fachlich fundierter Fragen verdeutlichten zudem das hohe Interesse und Vorwissen der Teilnehmenden.
Die Resonanz zeigte deutlich den Bedarf an fundierten, anwendungsnahen Informationen und Austauschformaten. „Der große Zuspruch bestätigt die Relevanz des Themas und den Bedarf an Orientierung in der Praxis“, so ein Fazit aus dem Projekt. Weitere Foren sind bereits geplant, um den Wissenstransfer im Projekt kontinuierlich fortzuführen.
Wie kann die Wärmewende in Stadtquartieren gelingen – sozial gerecht, bezahlbar und getragen von den Menschen vor Ort? Antworten darauf bot die digitale Veranstaltung „Kooperative Nahwärmelösungen in urbanen Bestandsquartieren“ bei den Berliner Energietagen, organisiert im Rahmen des BMFTR geförderten Forschungsprojekts SInBa. Anhand von Praxisbeispielen der AG Wärmewende (Wuppertal), der ErdwärmeDich eG (Bremen) und der kliQ eG (Berlin) diskutierten die Teilnehmenden Herausforderungen in verschiedenen Phasen auf dem Weg zu kooperativen Nahwärmenetzen: von der Aktivierung von Eigentümer:innen über Konzeption, Planung und Umsetzung erster Pilotprojekte bis hin zu Verstetigung und Skalierung. Deutlich wurde, dass gemeinschaftliche Wärmenetzlösungen mehr sind als technische Infrastrukturen: Es geht darum, Menschen vor Ort mitzunehmen, neue Kooperationen und Betreibermodelle zu entwickeln und so Quartiere und Nachbarschaften zu verändern. Trotz schwieriger politischer Rahmenbedingungen, komplexer Genehmigungsprozesse und offener Finanzierungsfragen machen sich vielerorts Initiativen auf den Weg. Die hohe Relevanz des Themas zeigte die Resonanz: Über 650 Personen meldeten sich für die Veranstaltung an – ein starkes Signal mit Blick auf die Umsetzung der kommunale Wärmeplanung ab Sommer 2026. Der Austausch bei den Berliner Energietagen machte Mut und zeigte, dass gemeinschaftliche Wärmelösungen einen wichtigen Beitrag zur Wärmewende in Stadtquartieren leisten können.
Aufgrund der aktuellen wirtschaftlichen und geopolitischen Lage haben wir von AutenSys uns dafür entschieden, das Thema Energiekosten und -Verbräuche in unserem Beitrag für die Energietage 2026 aufzugreifen:
Die Antworten auf diese Fragen beeinflussen den wirtschaftlichen Erfolg eines Unternehmens direkt. Besonders bei energieintensiven Herstellungsprozessen, können durch den Einsatz von Erneuerbarer Energie positive Effekte für Wirtschaftlichkeit und Umwelt erzielt werden. Der Vortrag von Jan Stöckemann, Geschäftsführer von AutenSys, zeigte daher wie Flexibilisierungspotentiale zur Deckung des Energiebedarfs ermittelt und praktisch umgesetzt werden können. Beispiele verdeutlichten die Rolle von Erneuerbaren Energieträger und Speicherlösungen für die Erhöhung des Autarkiegrades. Energiemanagement ist dabei zentral für die Umsetzung.
Tipp für weitere Informationen
Wie kann Klimaanpassung sozial gerecht gestaltet werden? Diese Frage stand im Mittelpunkt der Veranstaltung „Klimaanpassung im sozialen Kontext – Wie gelingt eine sozialgerechte Transformation?“ am vergangenen Freitag.
Im Fokus des Austauschs standen drei Ebenen: die strukturelle Perspektive auf Vulnerabilität und notwendige Anpassungsmaßnahmen, individuelle Lebensrealitäten und Handlungsspielräume sowie konkrete Umsetzungsansätze, etwa am Beispiel urbaner Waldgärten. Deutlich wurde dabei vor allem eine zentrale Herausforderung: Wie können Menschen, die bislang kaum im Fokus von Klimaanpassungsstrategien stehen, stärker berücksichtigt und resilient gegenüber Klimafolgen gemacht werden?
Als zentrales Ergebnis der Diskussion wurde deutlich, dass ein Perspektivwechsel auf bestehende Strukturen und Lebensrealitäten notwendig ist. Gleichzeitig wurden konkrete Ansatzpunkte formuliert: Mietende stärker in den Blick nehmen, die Handlungsfähigkeit und Motivation auf individueller Ebene berücksichtigen sowie Datengrundlagen zu sozialen Vulnerabilitäten erweitern.
Auch Fragen der praktischen Umsetzung und der Verantwortlichkeiten wurden intensiv diskutiert. Trotz unterschiedlicher Einschätzungen zeichnete sich eine gemeinsame Linie ab: Verantwortung darf nicht unklar verteilt oder ausgelagert werden. Wo sie fehlt, geraten sozialgerechte Ansätze aus dem Blick, weshalb gerade Querschnittsthemen wie Klimaanpassung und soziale Gerechtigkeit als solche in allen Prozessschritten mitgedacht werden müssen.
Interesse, sich zu dem Thema auszutauschen? Gern melden: schmidt@energietage.de
Am 17. April 2026 hat der Bundesverband Energiespeicher Systeme e.V. mit dem Webinar „Energiespeicherlösungen für Industrie & Gewerbe“ gezeigt, wie dynamisch sich der Markt aktuell entwickelt – und welche konkreten Chancen sich für Unternehmen bereits heute bieten. Mehr als 400 Teilnehmende verfolgten die Veranstaltung und nutzten die Chatfunktion intensiv, um Fragen zu stellen und direkt mit den Referierenden in den Austausch zu gehen.
Im Mittelpunkt standen umsetzbare sowie bereits realisierte Lösungen: Energiespeicher sind schon heute strategisches Werkzeug für Industrie und Gewerbe. Sie helfen, Lastspitzen zu reduzieren, den Eigenverbrauch zu optimieren und erneuerbare Energien wirtschaftlich in bestehende Energiesysteme zu integrieren. Gleichzeitig machen sie Sektorenkopplung in der Praxis möglich – vom einzelnen Standort bis hin zu Quartierslösungen.
Auch der politische Rahmen spielte eine zentrale Rolle. Mit Blick auf den Industriestrompreis 2026 wurde deutlich: Impulse für Investitionen sind da – jetzt kommt es darauf an, Planungssicherheit und verlässliche Rahmenbedingungen zu schaffen, damit Unternehmen diese Chancen auch nutzen können.
Praxisberichte und internationale Einblicke, etwa in das IEA-Projekt AppESS, rundeten das Programm ab und zeigten: Die Technologien sind verfügbar, die Anwendungen erprobt.
Das Fazit des Webinars ist klar: Energiespeicher werden zunehmend von einer Option zu einem Standard in industriellen Energiesysteme und sind längst kein Zukunftsthema mehr – sie sind ein entscheidender Faktor für Wettbewerbsfähigkeit, Versorgungssicherheit und eine wirtschaftlich erfolgreiche Energiewende.

Bild: BVES
Am 17. April 2026 zeigten Tilia und INFRA vor knapp 150 Teilnehmenden im Rahmen der ENERGIETAGE digital, wie der Übergang von der kommunalen Wärmeplanung zur konkreten Wärmenetzumsetzung gelingen kann. Zentrale Erkenntnis: Über 10 % aller deutschen Kommunen haben bereits Wärmepläne veröffentlicht, mehr als 40 % befinden sich im Prozess – doch die eigentliche Herausforderung liegt in der Realisierung. Bis 2045 sollen rund 3.000 neue Wärmenetze entstehen, um etwa 25 % der 20 Millionen Gebäude in Deutschland leitungsgebunden zu versorgen.
Die Referenten Sebastian Kroemer (Tilia) und Katja Radeck (INFRA) präsentierten konkrete Erfolgskriterien für die Projektumsetzung: integrierte Verantwortung aus einer Hand, klare Einbindung aller Akteure von Stadtwerken über Wohnungswirtschaft bis hin zu privaten Kunden sowie realistische Erwartungshaltungen. Anhand von Praxisbeispielen der Tilia – darunter die Biogasanlage Querfurt, die KWP der Stadt Delitzsch und ein innovatives Aquathermie-Projekt am Hainer See – wurde deutlich, wie unterschiedlich erfolgreiche Umsetzungspfade aussehen können.
In einer Live-Demo wurde die modulare Softwareplattform INFRA vorgestellt, die bereits bei über 500 Kommunen und für mehr als 12 Millionen Einwohner:innen im Einsatz ist. Die ISO 27001-zertifizierte Lösung unterstützt den gesamten Prozess von der Bestandsanalyse über Zielszenarien bis zur Wirtschaftlichkeitsberechnung und beschleunigt so die dringend notwendige Digitalisierung der Wärmewende.
www.tilia.info
www.infra-analytics.de
Sogenannte Künstliche Intelligenz ("KI", engl. "AI") ist da, und macht auch nicht vor dem Bildungssektor halt. Viele Stakeholder, insbesondere auch bei Bildungsträgern und Co., experimentieren bereits mit den entsprechenden Tools (v.a. generativer KI) oder haben Projekte gestartet, die das Thema in den Fokus nehmen. Aber: die Fragen überwiegen noch klar: wohin geht die Reise? Auf welches Pferd sollten wir wirklich setzen? Ist das überhaupt unsere Aufgabe oder nicht eher die der Medienpädagogik? Und welche Herausforderungen stehen uns bevor, die wir in welche Lösungen überführen können? Klar war von vornherein: Diese Veranstaltung wird keine dieser Fragen (insbesondere nicht abschließend) beantworten. Vielmehr stand von Anfang an der gegenseitige Austausch über erste Erfahrungen im Mittelpunkt, der in mehreren Break-Out-Räumen zu unterschiedlichen Themensetzungen stattfand.
Denn darum geht es im Klimabildungs-Netzwerk des Landes Berlin (SenMVKU), das im vierten Jahr alle zentralen Stakeholder in der Hauptstadt zusammenbringt, im Kern: Voneinander lernen, gemeinsam arbeiten, miteinander Lösungen suchen und finden. Die Einbettung auf den Energietagen sollte die Debatte zu KI dabei deutschlandweit öffnen und auch ein wenig zeigen, wie Berlin im Bereich der Klimabildung (zusammen-)arbeitet. Damit die fachliche Ebene dennoch nicht zu kurz kommt, leitete das Event ein kurzer Überblick durch den Bundesverband Bitkom ein, in dem es nochmal ein paar Zahlen gab zur aktuellen Entwicklung von KI in Deutschland. Danach gab es vom Institut für Betriebliche Bildungsforschung (ibbf) zwei Praxis-Einblicke aus den Bundesprojekten KI4CoLearnET (BMBF) und KOMBiH (BMWE) zum KI-unterstützten Lernen.
Bildungsdidaktiker und (Lernspiel-)Autor Ronald Hild entließt die Teilnehmer:innen dann mit einem kurzen gedanklichen Input zu ethischen Fragestellungen rund um KI dann in die Kleingruppen, in denen spannende Verhandlungen zum Themenfeld stattfanden. Diskutiert wurden hier unter anderem Fragen rund um Teilhabe-Möglichkeiten qua KI, dass KI aktuell bei den meisten eher Sparring-Partner in der eigenen Projektarbeit als in den Bildungsprojekten selbst ist oder wo sich Klimabildung ggf. auch gegenüber Medienbildung abgrenzen muss/sollte/könnte — sei es im Vertrauen darauf, dass diese Bildung an anderer Stelle passiert, dass junge Menschen hier teils schon viel qualifizierter sind oder dass Naturerfahrung im Rahmen von Klimabildung ggf. sogar ein bewusster Gegenpol zum "schnellen Griff zum KI-Assistenten" sein kann.
Die Wärmewende ist für den Klimaschutz so entscheidend wie komplex: Zwar haben Kommunen große Gestaltungsmöglichkeiten, sind für Regulierung und finanzielle Spielräume jedoch stark auf den Bund angewiesen. Hinzu kommt, dass die Wärmewende nicht nur die Energieversorgung betrifft, sondern auch die Wohnkosten und damit Fragen der sozialen Gerechtigkeit.
Bremen kommt bei der Wärmewende voran, ist mit Blick auf das Ziel der Klimaneutralität 2038 jedoch noch nicht auf Kurs. Zentrale Akteure mit relevantem Gebäudebestand sowie die Versorgungsunternehmen haben ihre Investitionen erhöht und strategische Weichen gestellt. Dennoch bleiben die Sanierungsraten zu niedrig. Wärmepumpen sind in weiten Teilen der Stadt ein wichtiger Baustein, stoßen in dicht bebauten Quartieren jedoch teils an Grenzen, etwa wegen Platzmangels. Genau hier können bürgerschaftlich organisierte Nahwärmenetze und urbane Anergienetze eine wichtige Ergänzung sein. Ein erstes Pilotprojekt im Gebäudebestand soll dies zeigen. Das Interesse der Bremer:innen, der Forschung und anderer Kommunen ist hoch, doch gibt es rechtliche und technische Herausforderungen, die weiterhin gelöst werden müssen.
Der Abschluss der Wärmeplanung ist ein Meilenstein – die eigentliche Herausforderung beginnt jedoch erst mit der Umsetzung der nötigen Investitionen. Dr. Jan Peter Klatt (BMWE), Volkmar Langefeld (Stadtwerke Frankenthal), Daniel Schmidt (Thüringer Aufbaubank) und Christine Zeller (Stadt Münster) diskutierten mit Irina Leibold und Dr. Florian Hanke (PD), wie Kommunen und Stadtwerke angesichts angespannter kommunaler Haushalte mit dem enormen Investitionsbedarf erfolgreich umgehen.
Deutlich wurde: Eine tragfähige Gesamtfinanzierungsstruktur ist entscheidend. Insbesondere die Stärkung der Eigenkapitalbasis von Stadtwerken schafft die Voraussetzung, um Investitionen zu ermöglichen und Fremdkapital zu mobilisieren. Der Bund unterstützt die Finanzierung mit Förderprogrammen und neuen Instrumenten, etwa zur Absicherung von Investitionen oder zur Erleichterung der Kreditaufnahme. Doch die Eigenkapitalausstattung bleibt eine zentrale Aufgabe für Kommunen und Länder. Konkrete Ansatzpunkte für die Finanzierung sind langfristige Investitionspläne, der frühzeitige Austausch mit Kapitalgebern und angepasste Ausschüttungspolitiken. Auch interkommunale Kooperationen und Instrumente wie grüne Schuldscheine können wertvolle Beiträge leisten. Die Diskussion zeigte aber auch: Neben der Finanzierung bleibt die Akzeptanz in der Bevölkerung eine große Herausforderung.
Trotz Unsicherheiten ist Abwarten keine Option – Kommunen müssen jetzt mit klaren Prioritäten in die Umsetzung der Wärmewende starten. Für Kommunen mit abgeschlossener Wärmeplanung auf dem Weg zur Finanzierung steht das PD-Praxisnetzwerk offen – bei Interesse wenden Sie sich an florian.hanke[at]pd-g.de.
Die Digitalisierung gilt als zentraler Baustein auf dem Weg zur Klimaneutralität im Gebäudesektor. Dennoch sehen sich Stakeholder rund um Immobilien mit weiteren großen Herausforderungen konfrontiert: Dazu zählen Fachkräftemangel, eine zunehmende, teils noch analoge Datenflut sowie eine hohe Aufgabenvielfalt, die spezialisiertes Know-how erfordert. Vor diesem Hintergrund hat OnSite Solutions im Rahmen der Berliner Energietage aufgezeigt, wie eine strukturierte und schrittweise Digitalisierung gelingen kann. Ausgangspunkt ist dabei die Analyse der maßgeblichen Prozesse im Gebäude. Auf dieser Basis lässt sich ein individueller Digitalisierungsfahrplan entwickeln, der Effizienzpotenziale ausschöpft und den Anforderungen moderner Bewertungsinstrumente wie dem europäischen Smart Readiness Indicator entspricht. So entsteht eine klare, umsetzbare Strategie, die die Digitalisierung gezielt vorantreibt und gleichzeitig die Grundlage für nachhaltige, zukunftsfähige Gebäude schafft. Noch kann man nicht einfach mit der KI-Keule auf alles schlagen. Aber man kann schrittweise mit einfachen KI-Lösungen einzelne Probleme angehen. Wenn Sie auf der Suche nach Lösungen für die Herausforderungen der digitalen Transformation sind, treten Sie gerne über onsite-solutions.eu/kontakt/ mit OnSite Solutions in Kontakt.

Bild: Screenshot aus Event-Umfrage
Im Rahmen der digitalen ENERGIETAGE wurde anhand mehrerer Praxisbeispiele gezeigt, dass die Dekarbonisierung von Energiesystemen zunehmend eine integrierte, datenbasierte Entscheidungsfindung erfordert. Zentrale Voraussetzung hierfür ist die Nutzung digitaler Zwillinge, die als konsolidierte Modellplattform unterschiedliche Datenquellen – von Infrastruktur- und Lastdaten bis hin zu Wetter- und Marktdaten – zusammenführen und eine ganzheitliche Simulation komplexer Energiesysteme ermöglichen.
Die Analysen zeigen, dass insbesondere die Kombination aus Elektrifizierung, erneuerbaren Energien und flexiblen Systemkomponenten signifikante Potenziale zur Reduktion von CO₂-Emissionen und Betriebskosten bietet. Gleichzeitig wird deutlich, dass optimale Technologiekombinationen stark von lokalen Rahmenbedingungen abhängen und nicht pauschal übertragbar sind.
Am Beispiel eines Gewerbegebiets mit über 200 Unternehmen konnte aufgezeigt werden, wie durch den Einsatz eines digitalen Zwillings konkrete Transformationspfade entwickelt und bewertet werden können – von der Integration erneuerbarer Energien bis hin zur Auslegung von Speicher- und Infrastrukturlösungen.
Ein wesentlicher Vorteil des Ansatzes liegt in seiner Skalierbarkeit: Unser digitaler Zwilling ist weltweit einsetzbar und ermöglicht eine konsistente, datengetriebene Entscheidungsgrundlage für Planung, Transformation und Betrieb von Energiesystemen.

Bild: Digitaler Zwilling als integrierte Modellplattform zur standortspezifischen Analyse und Ableitung optimaler Transformationspfade am Beispiel eines Gewerbegebiets. (Quelle: FEV)
Vielen Dank für Ihr Interesse an unserem Thementalk Zukunftsfelder: Energie vom Acker und aus dem Stall: So gestaltet die Landwirtschaft die Energiewende aktiv mit.
Die Aufzeichnung steht Ihnen ab sofort auf YouTube zum Nachschauen zur Verfügung.
Was die Deutschen über Energie aus der Landwirtschaft denken, lesen Sie in unserer aktuellen Studie, dem Energiekompass Landwirtschaft.
Außerdem können Sie ab sofort exklusiv die Porträts von unseren Impulsgebern lesen:
Klara Wolf:
Biogas vom Bauernhof: Landwirtschaftlicher Kreislauf mit Ökostrom-Erzeugung
Georg Muus:
Nahwärme mit Hackschnitzeln: Wie Landwirt Muus ein Dorf versorgt
Hermann Benning:
Nahwärme aus Biogas: Wie versorgt ein Bauernhof ganze Orte mit Wärme und Strom?
Interview mit Prof. Dr.-Ing. Daniela Thrän:
Energie aus Landwirtschaft: Chancen für Versorgung & Klimaschutz
Ihr Forum Moderne Landwirtschaft
www.moderne-landwirtschaft.de

Bild: KI generiertes Bild
Die kommunale Wärmeplanung ist vielerorts gestartet und schafft eine wichtige Grundlage. In der Praxis zeigt sich jedoch zunehmend: Die eigentlichen Hebel entstehen erst im Zusammenspiel der Sektoren.
Im Rahmen eines Fachvortrags bei den Berliner Energietagen wurde deshalb die Weiterentwicklung hin zu einer integrierten kommunalen Energieplanung diskutiert. Ziel ist es, Wärme, Strom und Verkehr systematisch zusammenzudenken.
Die zentrale Erkenntnis: Wärmeplanung ist kein Endpunkt, sondern der Einstieg in eine übergreifende Strategie. Erst durch diese Integration entstehen mehr Planungssicherheit, eine höhere Resilienz gegenüber zukünftigen Entwicklungen und eine fundierte Grundlage für Investitionsentscheidungen.
Gleichzeitig wird deutlich, dass viele Fragestellungen nicht isoliert beantwortet werden können. Die Wechselwirkungen zwischen Wärme, Strom und erneuerbaren Potenzialen rücken stärker in den Fokus und erfordern neue Herangehensweisen in der Planung. Das zeigte sich auch anhand der Rückmeldungen am Ende des Vortrags.

Bild: IfE GmbH
Agenda (30 min Vortrag + Q&A)
Es gibt sie - die Erfolgsgeschichten bei der industriellen Transformation. Gleich zwei Preisträger des dena Energy Awards 2025 (ehem. Energy Efficiency Award) stellten ihre ausgezeichneten Projekte für mehr Energieeffizienz sowie Klimaschutz vor.
Das Familienunternehmen KIS Antriebstechnik GmbH & Co. KG strebt mit einem maßgeschneiderten KI-basiertem Energiemanagement-System die Energieautarkie an. Seit 2021 haben sie bereits rund 60% Wärme, Strom sowie Kraftstoff eingespart (Stand 2025). Mit diesem wichtigen Ziel wollen sie das Unternehmen enkelfähig machen. Beim Kunststoffproduzenten Pöppelmann GmbH & Co. KG. besteht bereits die Hälfte des eingesetzten Rohstoffes aus recyceltem Kunststoff. Um eine effiziente und ressourcenschonende Energienutzung zu gewährleisten, setzen sie auf das intelligente Zusammenspiel aller Komponenten, von der Regenwasseraufbereitung über den Einsatz regenerativer Energiequellen bis zur Abwärmenutzung. Diese positiven Beispiele zeigen, wie Unternehmen trotz bestehender Herausforderungen Maßnahmen für mehr Energieeffizienz, Nachhaltigkeit und Klimaschutz erfolgreich umsetzen können und damit auch ihre eigene Resilienz und Wettbewerbsfähigkeit stärken.
Der dena Energy Award wird 2026 bereits zum 20. Mal vergeben. Bewerben können sich private sowie öffentliche Unternehmen bis zum 5. Juni in drei Wettbewerbskategorien. Zusätzlich gibt es einen Sonderpreis für kleinere und mittlere Unternehmen. Erzählen Sie Ihre Erfolgsgeschichte. Weitere Infos dena Energy Award | Dena

Bild: dena
Seit Einführung der digitalen Energietage vor einigen Jahren ist es eine schöne Tradition, gemeinsam mit nachtaktiven Teilnehmer:innen und Teilen des Teams eine digitale Networking-Game Night zu begehen. So kann jener Aspekt, der auf digitalen Konferenzformaten eigentlich zu kurz kommt — nämlich der entspannte gemeinsame Austausch — wunderbar auch digital erlebt werden: anders, aber ähnlich. Bei einem entspannten Kaltgetränk aus dem eigenen Kühlschrank und vom heimischen Schreibtisch oder Sofa aus wird viel gelacht, ein wenig reflektiert, etwas gelernt und vor allem: sich ausgetauscht.
In diesem Jahr war es bereits am ersten Abend der dreitägigen Konferenz so weit: pünktlich als Konkurrenzprogramm zur Tagesschau startete die diesjährige Game Night mit einem kleinen Klick-Warmup auf dem Whiteboard, bevor ein kleines Quiz auf der Weltkarte, vor allem zu Klima- und Energiefragen, auch die mentalen Fähigkeiten aktivierte. Als Hauptprogrammpunkt des Abends gestalteten die Teilnehmer:innen dann in Kleingruppen gemeinsam "Klimamonster", die später in der großen Runde auf narrativer Ebene oder in Form von Bildern (selbstgemalte Kinderzeichnung vs. KI-Dämon) gegeneinander angetreten sind (Siegermonster "Klima-Klopp" anbei).
Abgesehen davon, dass diese kreative Auseinandersetzung mit einem ernsthaften Thema sehr viel Spaß in die Reflektion der eigenen Tätigkeiten u.a. in Landes-Energieagenturen, beim Versorgungsunternehmen oder in der Verwaltung bringt — es schafft auch eine andere Nähe als das bloße Austauschen von Visitenkarten untereinander, die sich auszahlen kann. Beschlossen wurde der Abend durch ein weiteres Quiz in der großen Gruppe, das vermeintlich simple "Selbstverständlichkeiten" unseres Wissens stark auf die Probe stellte und vom Moderator Ronald Hild, Spielentwickler und Bildungsdidaktiker, sympathisch psychologisch eingeordnet wurde. Denn auch Klimakommunikation muss manchmal ausgetretene Pfade verlassen, um so richtig wirksam zu werden: und sei es durch das Schaffen von (teilweise sogar sympathischen) Monstern ...

Bild: Tentakelmonster Klima-Klopp auf Basis einer Whiteboard-Zeichnung, via ChatGPT
Berlin, 17. April 2026 – Wie Unternehmen mit steigenden Energiekosten, wachsendem Kühlungsbedarf und weiteren Herausforderungen umgehen können und wie das Land Berlin sie dabei unterstützt, stand im Mittelpunkt der digitalen Fachveranstaltung der Koordinierungsstelle für Kreislaufwirtschaft, Energieeffizienz und Klimaschutz im Betrieb (KEK). In ihrem Grußwort ordnete Christina Gerts (Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe) die Relevanz der KEK vor dem Hintergrund der aktuellen geopolitischen Lage ein und betonte die Bedeutung von Unabhängigkeit und Resilienz in der Energieversorgung. Dr. Jakob Schäuble (KEK) stellte die Services der KEK sowie relevante Neuerungen vor, wie die Öffnung für neue Zielgruppen und den modularen Aufbau der technischen Detailberatung in Form von Checks zu bspw. Heizung, Kälte und Strom. Lennart Hölbüng (Heinz Krumme GmbH & Co. KG) betonte am Beispiel des Berliner Familienunternehmens die Herausforderung steigender Energiekosten im produzierenden Gewerbe und berichtete von konkreten Energie- und Effizienzmaßnahmen, etwa im Bereich der PV und Druckluftoptimierung, die dank der KEK-Beratung umgesetzt werden konnten. Zum Abschluss stellte Sebastian Felixberger (KEK) das Workshop-Angebot der KEK vor und führte anhand des Treibhausgasbilanz-Workshops durch den typischen Ablauf des Formats. Moderiert wurde die Veranstaltung durch Robin Bruck (KEK). Auf den BET-Präsenztagen ist die KEK auch vor Ort ansprechbar.

Bild: Koordinierungsstelle für Kreislaufwirtschaft, Energieeffizienz und Klimaschutz im Betrieb
Wie können öffentliche Gebäude mit smarten Technologien als geringinvestive Maßnahmen energieeffizienter machen? Diese Frage stand im Mittelpunkt einer Veranstaltung der Berliner Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt im Rahmen der digitalen ENERGIETAGE.
Vorgestellt wurden konkrete Erfahrungen aus Berliner Liegenschaften – darunter proaktive Heizungsregelungen, smarte Heizkreissteuerungen sowie digitale Systeme zur Stromeffizienz. Die Beispiele zeigten: Durch optimierten Gebäudebetrieb und datenbasiertes Energiemanagement sind kurzfristig spürbare Einsparungen bei Energieverbrauch, CO₂-Emissionen und Kosten möglich.
Gleichzeitig wurde deutlich, dass die Umsetzung mit technischen, organisatorischen und kommunikativen Herausforderungen verbunden ist – etwa bei der Integration in bestehende Systeme, im laufenden Betrieb und in der Zusammenarbeit unterschiedlicher Akteure.
In der anschließenden Podiumsdiskussion wurde der Blick auf die Übertragbarkeit auf andere Kommunen gerichtet. Ein zentrales Fazit: Smarte, geringinvestive Maßnahmen sind ein wichtiger und schnell wirksamer Baustein der Gebäudetransformation – sie ersetzen keine umfassenden baulichen Maßnahmen, ergänzen diese jedoch sinnvoll.
Für eine breite Anwendung braucht es insbesondere finanzielle Handlungsspielräume, klare Zuständigkeiten und Akzeptanz in der Praxis. Die Berliner Erfahrungen zeigen: Der Einstieg lohnt sich – vor allem dann, wenn Maßnahmen strategisch gebündelt und dauerhaft im Gebäudebetrieb verankert werden.
Wie lassen sich Energiekosten spürbar senken – ohne große Investitionen und mit sofort umsetzbaren Maßnahmen? Diese Frage stand im Mittelpunkt der Veranstaltung „Einfach machen: Effizienz, die sich rechnet“ im Rahmen der Berliner Energietage. Deutlich wurde: Gerade im Gebäudebestand schlummern erhebliche Effizienzpotenziale, die kurzfristig gehoben werden können.
Die Diskussion zeigte: Energieeffizienz ist vor allem eine Frage der Umsetzung. Oft sind es niedrigschwellige Maßnahmen, die schnell Wirkung entfalten – vorausgesetzt, sie werden konsequent genutzt. Damit wird aus strategischem Anspruch konkrete Praxis auf Gebäudeebene.
Ein zentrales Ergebnis: Große Wirkung braucht nicht zwingend große Investitionen. Entscheidend ist, vorhandene Potenziale systematisch zu identifizieren und pragmatisch zu heben. Die Referenten machten anhand konkreter Beispiele deutlich, wie sich Effizienzlösungen wirtschaftlich und schnell umsetzen lassen.
Die Praxisperspektiven verdeutlichten die Bandbreite der Ansätze: von gezielter Beratung ((Ralph Piterek, Landesverband für Energieeffizienz e.V.) über optimierte Anlagentechnik (Dr. Jörg Lippert, Innung SHK Berlin) bis hin zu konkreten Maßnahmen für Eigentümer (Kai-Peter Breiholdt, Haus & Grund Berlin). Auch die regelmäßige Überprüfung bestehender Systeme (Maximilian Valentin, Schornsteinfeger-Innung Berlin) sowie die Einordnung in den energiepolitischen Kontext wurden hervorgehoben. Moderiert wurde die Veranstaltung von Thomas Herzog, Leiter des BAUinfo-Zentrums.
Der gemeinsame Nenner: Effizienz entsteht durch Handeln. Wer vorhandene Potenziale konsequent nutzt, kann schnell Energie sparen, Kosten senken und einen direkten Beitrag zur Energiewende leisten.
Hier die Veranstaltung zum Nachschauen: Link
Nächster Halt: 6. Mai, ENERGIETAGE vor Ort „Cool bleiben Berlin! Kooperationen für eine gelingende Wärmewende“

Bild: EnergieEinsparInitiative Berlin
Wie gelingt die Wärmewende in Berlin? Diese Frage stand im Zentrum der InfraLab-Veranstaltung im Rahmen der Digitalen Berliner Energietage. Vertreter:innen der städtischen Infrastrukturunternehmen sowie der Senatsverwaltungen diskutierten über den aktuellen Stand, zentrale Herausforderungen und konkrete Lösungsansätze für die Umsetzung. Deutlich wurde: Mit der nahezu abgeschlossenen Wärmeplanung beginnt nun die entscheidende Phase – und damit der eigentliche Kraftakt.
Die Diskussion machte klar: Die Wärmewende ist ein Gemeinschaftswerk mit vielfältigen Perspektiven und teils konkurrierenden Interessen. Um voranzukommen, müssen zentrale Zielkonflikte offen benannt und aktiv bearbeitet werden. InfraLab schafft hierfür den Raum, unterschiedliche Akteure zusammenzubringen und kritische Fragen frühzeitig in den Fokus zu rücken.
„Wir sind in der 89. Spielminute“, so Udo Schlopsnies (SenMVKU). Nun komme es darauf an, die vielfältigen Potenziale Berlins – von Geo-, Hydro- und Solarthermie bis hin zur Abwärmenutzung – systematisch zu erschließen und in konkrete Lösungen zu überführen. Mit der Wärmeplanung wird aus gesamtstädtischer Strategie zunehmend eine Frage der Umsetzung vor Ort – auf Ebene von Quartieren, Straßen und einzelnen Gebäuden.
Ein zentrales Ergebnis der Diskussion: Die Wärmewende erfordert klare Rahmenbedingungen, abgestimmte Strukturen und ein gemeinsames Vorgehen aller Akteure. Zielkonflikte – etwa zwischen Milieuschutz und Wärmenetzausbau – müssen frühzeitig adressiert werden. Dr. Felix Groba (SenWEB) hob hervor, dass Förderinstrumente gezielt eingesetzt und verlässliche regulatorische Leitplanken geschaffen werden müssen.
Auch die infrastrukturelle Perspektive spielte eine wichtige Rolle. Regina Gnirß (Berliner Wasserbetriebe) verwies auf die Balance zwischen Geothermie und dem Schutz von Wasserressourcen. Thomas Rütting (Stromnetz Berlin) betonte, dass der Netzausbau durch Elektrifizierung, erneuerbare Energien und neue Lasten getrieben wird – zugleich aber Wärmenetze weiterhin eine zentrale Rolle spielen, insbesondere in den Prüfgebieten.
Einigkeit bestand zudem darin, dass die Wärmewende nur im Schulterschluss gelingt. Michael Stöhr (GASAG) unterstrich die Bedeutung sektorübergreifender Kooperationen sowie die Rolle von grünem Gas für die Absicherung von Spitzenlasten. Gleichzeitig wurde deutlich: Damit Wärmenetze wirtschaftlich und sozial tragfähig sind, braucht es ausreichend Anschlussdichte und verlässliche Rahmenbedingungen.
Susanne Huneke (BEW) brachte es auf den Punkt: „Wenn Transformation irgendwo geht – dann in Berlin.“ Gleichzeitig sei die Wärmewende ein Rennen gegen die Zeit, das entschlossenes, koordiniertes Handeln aller Beteiligten erfordert. Der gemeinsame Nenner: Mit einer klaren Vision, belastbaren Leitplanken und konsequenter Umsetzung kann Berlin den Übergang von der Planung in die Realität erfolgreich gestalten.
Hier die Veranstaltung nochmal zum Nachschauen: https://www.youtube.com/watch?v=70idp1o4wFg&t=1703s

Bild: InfraLab Berlin e.V.
Mit der adaptiven Heizkreisregelung ovoTherm lassen sich in großen Liegenschaften kurzfristig und messbar rund 20 Prozent Heizenergie einsparen.
Das Bezirksamt Friedrichshain‑Kreuzberg hat 68 Schulen, Bürogebäude und Rathäuser mit ovoTherm ausgerüstet, wodurch ca. 1 Million € pro Jahr eingespart wird. Die Investition betrug 1.321 Mio. €.
Seither erfüllt das Bezirksamt die gesetzlichen Klima‑ und Effizienzziele, frühzeitig und ohne Baumaßnahmen an den Gebäudehüllen. Ähnliche Erfahrungen machen weitere Kunden in Berlin und Potsdam, auch bei denkmalgeschützten Liegenschaften.
In über 300 ausgestatteten Gebäuden konnte der Energieverbrauch durch die intelligente und thermohydraulische Heizkreisregelung ovoTherm reduziert werden. Durch einfache Installation und nur wenige Komponenten lässt sich der Erfolg schnell auf große Gebäudeportfolios übertragen.
Grundlage ist eine kontinuierliche Anpassung von Vorlauftemperatur und Durchfluss an den tatsächlichen Bedarf. Die Einsparungen werden messwertbasiert ermittelt und sind damit transparent und belastbar.
Der Kosten-Nutzen Effekt von ovoTherm liegt um ein Vielfaches über teuren und langwierigen energetischen Sanierungen. Die nichtinvasive Installation im Heizungskeller kann im laufenden Betrieb vorgenommen werden.
Neben der Kosten- und Emissionssenkung digitalisiert ovoTherm bestehende Heizungsanlagen und schafft eine verlässliche Datenbasis für einen effizienten Betrieb.
Kontakt:
valovo GmbH
Lennart Aldick – Strategie, Politik, Partnerschaften
lennart.aldick@valovo.de

Bild: valovo GmbH
Die Veranstaltung begann mit drei Impulsvorträgen von Lutz Mez, Sebastian Pflugbeil und Miranda Schreurs. Dann startete die Podiumsdiskussion mit den 18 ReferentInnen zu folgenden Fragen:
Dann der Blick nach vorne mit den ReferentInnen und Öffnung für Fragen aus dem Publikum.
Die zivile und die militärische Nutzung der Atomkraft sind zwei Seiten derselben Medaille. Solange es Atomwaffen gibt, wird es immer wieder Debatten geben, dass der Ausstieg aus der Atomkraft falsch ist. Aber nur der Atomausstieg verbessert die Rahmenbedingungen für eine beschleunigte Energiewende.

Bild: IÖW
Konferenzen sind geballte Wissensvermittlung für Fachleute — vor Ort aber mindestens genauso wichtig: der Austausch untereinander, Freiräume zum Kennenlernen und Ecken zum Wiedertreffen von Menschen, Positionen und Funktionen. Damit dieser zweite wichtige Aspekte von Veranstaltungen auch auf den digitalen Energietagen nicht zu kurz kommt, finden seit Beginn der digitalen Energietage jedes Jahr mehrere Speed-Datings in der Mittagspause oder zum Feierabend statt. So auch in diesem Jahr wieder. An insgesamt drei Terminen konnten die Teilnehmer:innen sich zwischen Webinarbesuch, Mittagspause und Webinarbesuch in einem knackigen 30-Minuten-Format mit anderen Besucher:innen der digitalen Energietage austauschen, die digitalen Visitenkarten über den Tisch geben oder alte Bekannte wiedersehen und Event-Inhalte weiterdiskutieren.
Im moderierten Netzwerkformat werden dabei zufällig jeweils 3-4 Personen für 8 Minuten in einen Break-Out-Raum zusammengewürfelt, wo sie sich in geschütztem Rahmen kennenlernen und vernetzen können. Neben der allgemeinen Vorstellung gibt es dabei in jeder der drei Networking-Runden mit jeweils neuen Gesichtern eine weitere Leitfrage als Ice-Breaker mit. In diesem Jahr sollten die Teilnehmer:innen kurz berichten, was ein großer Erfolg der letzten zwei Jahre war, was die größte Herausforderung ist, vor der sie gerade stehen oder was ihr drängenster Wunsch an unsere aktuelle Wirtschafts- und Energieministerin ist. So gibt's gleich tiefere Einblicke in Persönlichkeit, Arbeitsleben und individuelle Interessen als das bloße Vorlesen der eigenen Visitenkarte und manchmal auch den ein oder anderen Aha-Moment oder Lacher.