
Die ENERGIETAGE 2026 in Berlin boten vom 4. bis 6. Mai ein vielfältiges Programm mit über 60 Veranstaltungen. Im ENERGIETAGE-Blog finden Sie kompakte Rückblicke auf ausgewählte Veranstaltungen – als Orientierung, zur Nachbereitung oder als Einstieg in aktuelle Debatten rund um Energiewende und Klimaschutz. Die Telegramme bieten Ihnen einen schnellen Überblick über zentrale Inhalte, Positionen und Impulse. Vorträge und Aufzeichnungen finden Sie auf den jeweiligen Event-Seiten im Programm. Viel Freude bei der Lektüre!
Die ENERGIETAGE-Telegramme der digitalen Veranstaltungen vom 15. bis 17. April finden Sie auf dieser Seite.
Lisa Bührmann
Leiterin Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
presse[at]energietage.de
0151 578 52 990
Zum Auftakt der Präsenz-ENERGIETAGE 2026 standen die gesellschaftlichen und geopolitischen Rahmenbedingungen der Energiewende im Mittelpunkt. Hauptveranstalter Jürgen Pöschk skizzierte in seiner Eröffnungsrede zentrale Verschiebungen der aktuellen energie- und klimapolitischen Debatte: Fragen der Versorgungssicherheit und Geopolitik rückten zunehmend in den Vordergrund, während Klimaschutz als politisches Leitmotiv an Sichtbarkeit verliere. Zugleich stellte er Leitfragen für die kommenden Kongresstage, unter anderem zur Rolle neuer geopolitischer Abhängigkeiten, zur Resilienz des Energiesystems sowie zur Bedeutung von Akzeptanz, Kommunikation und Beteiligung für das Gelingen der Energiewende.
Im anschließenden Impuls widmete sich Dr. Silke Borgstedt, Geschäftsführerin des SINUS-Instituts, der gesellschaftlichen Dimension der Transformation. Anhand von Erkenntnissen aus der Milieu- und Sozialforschung zeigte sie auf, wie unterschiedlich Einstellungen zur Energiewende in der Bevölkerung ausgeprägt sind und welche Rolle Werte, Zukunftsbilder und persönliche Lebensrealitäten für Akzeptanz und Veränderungsbereitschaft spielen. Deutlich wurde dabei, dass die gesellschaftliche Debatte differenzierter geführt werden müsse, um Überforderung und „Energiewende-Fatalismus“ wirksam begegnen zu können.
Die Eröffnung machte deutlich: Die Energiewende ist längst nicht mehr nur eine technische und wirtschaftliche Aufgabe, sondern zunehmend auch eine gesellschaftliche Gestaltungsfrage.

Bild: Anne Freitag/ENERGIETAGE
Geopolitische Spannungen, volatile Märkte, die gesperrte Straße von Hormus: Versorgungssicherheit steht ganz oben auf der Agenda. Die Akademieninitiative ESYS lud zur Debatte ein, wie sich die Energiezukunft resilient gestalten lässt.
Prof. Dr. Andreas Löschel (ESYS- Direktorium; Ruhr-Universität Bochum) brachte es auf den Punkt: „Ich glaube, wir haben eine wahnsinnige Krisenamnesie." Sobald der Druck nachlässt, fielen die Preise – und mit ihnen die Entschlossenheit.
Ein zentrales Ergebnis: Energiesicherheit ist eine Externalität, die Märkte allein nicht lösen können. Wer nur den günstigsten Anbieter wähle, lande schnell in Abhängigkeiten. Gleichzeitig warnte Prof. Dr. Anne Neumann (NTNU) davor, von der einen in die andere Abhängigkeit zu laufen: Die Transformation brauche kritische Rohstoffe und Equipment – Lieferkettenrisiken müssten immer mitgedacht werden.
Enno Harks (BP Europa) und Irina Lucke (BWO) machten deutlich, dass Investitionssicherheit politische Konstanz erfordere und keine kurzfristigen Krisenreflexe. Dr. Melanie Müller (SWP) stellte den Begriff „Krise" selbst in Frage: Wer strukturell abhängig sei, befinde sich nicht in einer Krise. Das sei dann der Normalzustand.
Die Antwort liegt in konsequenter Transformation: mehr Erneuerbare, europäische Vernetzung, Diversifikation bei Lieferketten – und eine Marktlogik, die länger denkt als eine Legislaturperiode. In der Arbeitsgruppe „Resilienz der Energierohstoffversorgung“ erarbeitet ESYS dazu konkrete Handlungsoptionen.

Bild: David Ausserhofer
Wie müssen Gebäude künftig gestaltet werden, um Klimaschutz, Klimaanpassung und Wohnraum zusammenzubringen? Dieser Frage widmete sich eine Veranstaltung des Bundesministeriums für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen (BMWSB).
Aus ministerieller Perspektive ordnete Lothar Fehn Krestas, Unterabteilungsleiter Baupolitik, Klimaschutz und Nachhaltigkeit und Bundesbau im BMWSB, zunächst den Stand zentraler Vorhaben ein. Im Fokus standen die klimafreundliche Neubauförderung, das Gebäudemodernisierungsgesetz sowie bisherige Maßnahmen zur Reduktion von Treibhausgasemissionen. Deutlich wurde: Trotz sichtbarer Fortschritte bleiben Aufgaben für den Klimaschutz im Gebäudesektor.
Ein weiterer Schwerpunkt, den Prof. Dr.-Ing. Jens Pfafferott von der Hochschule Offenburg setzte, lag auf der zunehmenden Hitzebelastung in Städten. Analysen und Gebäudemodelle zeigen, dass Hitzerisiken je nach Gebäudetyp, Lage und Nutzung sehr unterschiedlich ausfallen können. Individualisierte Hitzewarnungen und genauere Vorhersagen können Stadtplanung und Gebäudebetrieb künftig gezielt unterstützen.
Mit dem Beitrag von Nicolas Kerz, Referatsleiter im Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung, wurde zudem die angewandte Ökobilanzierung für Bauwerke als Grundlage für künftige Anforderungswesen thematisiert. Die vorgestellte neue DIN Spec soll hierfür einheitliche Datengrundlagen und Regeln schaffen und damit eine wichtige Grundlage für die Umsetzung der EPBD liefern.
In der anschließenden Podiumsdiskussion mit Lothar Fehn Krestas, Dr. Brigitte Knopf, Gründerin und Direktorin von Zukunft KlimaSozial, und Corinna Kodim, Geschäftsführerin Energie, Umwelt, Technik von Haus & Grund Deutschland, wurde deutlich, dass die Gebäudetransformation nicht allein eine technische, sondern ebenso eine soziale und regulatorische Aufgabe ist. Kontrovers diskutiert wurde vor allem, wie Klimaschutzanforderungen umgesetzt werden können, ohne Mieterinnen und Mieter zusätzlich zu belasten.

Bild: Anne Freitag/ENERGIETAGE
Was bedeuten GModG und KWKG für die Fernwärme? Darüber diskutierten Expertinnen und Experten einer AGFW-Veranstaltung auf den Energietagen. Zentrale Erkenntnis: Versorger benötigen verlässliche Rahmenbedingungen und mehr Geschwindigkeit vonseiten des Gesetzgebers. Dafür machte sich AGFW-Geschäftsführer Frank Mattat stark. Der Umstieg auf Fernwärme dürfe nicht durch überholte Kostenneutralitätsregeln wie § 556c BGB und WärmeLV ausgebremst werden. Stattdessen brauche es ein Level Playing Field, also sachgerechte Bedingungen für alle Optionen einer klimaneutralen Wärmeversorgung.
Susanne Huneke von der BEW Berliner Energie und Wärme GmbH forderte, in der Energiepolitik die europarechtlichen Vorgaben umzusetzen. Stefan Lochmüller von der N-ERGIE AG betonte, dass sich Kommunen, Versorger und weitere Akteure in den Wärme- und Transformationsplänen auf gemeinsame Ziele verständigt hätten. Nun die Zielstellung zu ändern, sei kontraproduktiv. Stattdessen müsse die wichtige BEW-Förderung auf 3,5 Milliarden Euro jährlich erhöht und gesetzlich verankert werden.
Unternehmen wie die Stadtwerke München rechneten zudem fest mit dem KWKG, so Dr. Nadine Wasserrab von den SWM. Versorger machten Pläne bis zum Jahr 2045 und darüber hinaus, das KWKG aber ende dieses Jahr. Dies passe nicht zusammen, so Dr. Verena Faber von den Hamburger Energiewerken, und forderte verlässliche Bedingungen für die Branche.

Bild: AGFW
Geopolitische Spannungen, die Blockade zentraler Transportwegen, verwundbare Lieferketten und hybride Angriffe setzen Deutschlands Energieversorgung unter Druck – eine ganzheitliche Resilienzstrategie steht weiterhin aus.
Die Deutsche Gesellschaft für Auswärtige Politik e.V. (DGAP) organisierte am Montag, den 4. Mai, als Mitveranstalter auf den ENERGIETAGEN 2026 eine Paneldiskussion zum Thema „Energiesicherheit in Zeiten der Großmachtrivalität“. Es diskutierten Gerhard Schlaudraff, Beauftragter für Klima- und Energieaußenpolitik im Auswärtigen Amt, Dr. Kira Vinke, Stellvertretende Forschungsdirektorin und Leiterin des Zentrums für Klima und Außenpolitik der DGAP, Dr. Christian Hübner, Leiter der Abteilung Globale Ressourcen und Nachhaltigkeit der Konrad-Adenauer-Stiftung, Dr. Philipp Steinberg, Berater und Inhaber von pms eel Consulting und Dr. Carsten Rolle, Geschäftsführer des Weltenergierats Deutschland. Moderiert wurde die Diskussion von Mattis Körber, Junge DGAP. Über 150 Teilnehmerinnen und Teilnehmer verfolgten die Debatte vor Ort.
Die Diskussion machte deutlich: Deutschland braucht eine ganzheitliche Resilienzstrategie für Energiesicherheit, die akute Krisenreaktion, strukturelle Resilienzvorsorge und langfristige Transformation unterscheidet, aber nicht gegeneinander ausspielt.
Diese Punkte standen besonders im Fokus:
→ Fossile Abhängigkeiten bleiben ein zentraler Verwundbarkeitspunkt. Störungen an strategischen Engpässen wie der Straße von Hormus wirken sich nicht nur auf Öl- und Gasmärkte aus, sondern auch auf Diesel, Kerosin, petrochemische Vorprodukte und damit auf ganze Wertschöpfungsketten. Diese Verknappungen werden in Deutschland erst jetzt richtig spürbar.
→ Die Energiewende steht nicht im Gegensatz zur Sicherheitspolitik, sondern ist ein zentraler Bestandteil der deutschen Energiesicherheit. Erneuerbare Energien, leistungsfähige Stromnetze, grüne Energieträger und höhere Energieeffizienz können Abhängigkeiten reduzieren und bei der Dezentralisierung des Energiesystems helfen.
→ Speicher, robuste Infrastruktur, diversifizierte Lieferverträge, schnellere Genehmigungsverfahren und ein europäisches Security-of-Supply-System machen das Energiesystem widerstandsfähiger gegen geopolitische Schocks. Für echte Resilienz werden bewusst eingeplante Redundanzen dringend gebraucht. Diese Absicherung hat ihren Preis, zahlt sich jedoch langfristig aus.
→ Ein Großteil der Kritischen Infrastrukturen in Deutschland liegt in privater Verantwortung. Die Diskussion machte deutlich: Neue Risikoszenarien, von hybriden Bedrohungen wie Cyberangriffen über Sabotage bis hin zu physischen Angriffen auf Häfen, Pipelines, Raffinerien und andere zivile Anlagen, lassen sich nur mit engeren Kooperationsstrukturen zwischen Staat und Wirtschaft adressieren.
Wir bedanken uns herzlich für Ihre Teilnahme!

Bild: Anne Freitag / energietage
Ist die Energieversorgung gestört, kann das gravierende wirtschaftliche Folgen haben. Mit Vor-Ort-Energiesystemen lässt sich dem entgegenwirken – und so die Systemresilienz verbessern. Bei den Berliner Energietagen konnten Interessierte im Rahmen einer BMWE-Session erfahren, wie das in der Anwendung konkret aussehen kann. Im Fokus standen dabei dezentrale Versorgungskonzepte für Industrie und Gewerbe auf Basis von grünem Wasserstoff und seiner Derivate. Mit Wiebke Lüke, Michael Busse und Stefan Liesner berichteten drei erfahrene Fachleute aus der Praxis.
In der Diskussion wurde deutlich, dass Wasserstoff zwar kein Allheilmittel ist, aber ein wichtiger Baustein für die Resilienz des Energiesystems sein kann – vor allem in Zeiten geopolitischer Importabhängigkeiten. Aber auch vor dem Hintergrund diverser Risiken für die Sicherheit des Energiesystems nicht nur in Deutschland, sondern weltweit – etwa durch Naturkatastrophen, Sabotage, marode Infrastruktur oder fehlenden Netzanschluss.
Die Risiken für Investitionen in Großanlagen angemessen abzuschätzen, sei derzeit für Unternehmen jedoch schwierig – darin waren sich die drei Experten einig. Großes Potenzial sehen sie hingegen in dezentralen Vor-Ort-Anlagen. Diese könnten Firmen helfen, klimafreundlicher, resilienter und unabhängiger zu werden. Die Lösungsmöglichkeiten mit grünem Wasserstoff sind dabei vielfältig und reichen von der Erzeugung von Wasserstoff aus der hauseigenen PV-Anlage über den direkt gekoppelten Elektrolyseur samt Wiederverstromung bis hin zum Wasserstoff-BHKW.

Bild: Projektträger Jülich
Im Rahmen der Session „Energiewende ohne Mieter? Herausforderungen bei der energetischen Sanierung von Mehrfamilienhäusern“ stand das Vermieter-Mieter-Dilemma im Fokus. Ein zentrales Key Finding: Zwar sind Wärmepumpen unter geeigneten Bedingungen oft vollkostenneutral zu Gasheizungen betreibbar, doch die wirtschaftlichen Interessen divergieren stark. Vermietende tragen die Investitionslasten und präferieren aufgrund steigender Baukosten häufig kostengünstigere Gas-Anlagen oder kleinteilige Maßnahmen. Mietende hingegen würden durch geringere Betriebskosten langfristig von effizienten Wärmepumpensystemen profitieren.
Technisch dominieren im dicht bebauten urbanen Raum vor allem Platz- und Schallprobleme beim Wärmepumpeneinsatz. Als Lösungsansätze wurden spezifische urbane Entwicklungen der Hersteller sowie netzgebundene Konzepte wie Nah- und Fernwärme zur strukturellen Lösung auf Quartiersebene identifiziert. Vertreter der Wohnungswirtschaft betonten den schwierigen Spagat zwischen Modernisierung und bezahlbaren Mieten. Ein wesentlicher Kritikpunkt war die volkswirtschaftlich ineffiziente Ausrichtung vieler Förderprogramme auf Einfamilienhäuser; gefordert wurde eine zielgerichtete und sozial gestaffelte Fokussierung auf den Mehrfamilienhausbestand. Zudem wurde die Perspektive der Mieterschaft als entscheidender Erfolgsfaktor hervorgehoben. Da diese kein Mitspracherecht bei der Systemwahl hat, bedarf es einer frühzeitigen und transparenten Einbindung in langfristige Sanierungsstrategien, um die Akzeptanz für Maßnahmen und mögliche Mietsteigerungen zu sichern. Als vielversprechender Lösungsansatz zur gerechten Kostenaufteilung wurde das „Drittelmodell“ zwischen Staat, Vermietenden und Mietenden diskutiert.
Das Fazit der Debatte: Eine erfolgreiche Transformation des Mehrfamilienhausbestands erfordert einen Ausgleich der Interessen von Mietenden, Vermietenden, Industrie und Politik.

Bild: Rita Streblow
Auftakt zum neuen Förderformat „Innovationswettbewerb Energiequartiere“: Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE) stellte gemeinsam mit dem Projektträger Jülich ein dreiphasiges Wettbewerbsdesign (DESIGN–BUILD–OPERATE) für klimaverträgliche Bestandsquartiere vor. Ziel ist ein Innovationsraum für integrierte Quartierslösungen mit Begleitung über rund zehn Jahre.
Im Fokus stehen Bestandsquartiere als Hebel für Effizienz, Resilienz und Versorgungssicherheit. Gesucht werden fünf „Exzellenzquartiere“, in denen Akteure aus Energie- und Immobilienwirtschaft gemeinsam mit Kommunen und Forschung übertragbare Lösungen entwickeln und erproben. Kommunale Unterstützung ist obligatorisch.
Die Beiträge machten deutlich: Die Wärmewende muss systemisch, regional und spartenübergreifend gedacht werden. Diskutiert wurden Wärmenetze, Stromnetzausbau, intelligente Steuerungs- und Messsysteme sowie regulatorische Hemmnisse. Gleichzeitig betonten die Vortragenden die Bedeutung von Bezahlbarkeit und Akzeptanz in Bestandsquartieren.
Zentrale Punkte:
Bewerbungen sind bis 2. Oktober 2026 möglich. Fördervolumen: bis zu 1 Mio. Euro (DESIGN), 5 Mio. Euro (BUILD) und 500.000 Euro (OPERATE). Infos: www.energieforschung.de | Kontakt: wettbewerb[at]ptj.de

Bild: Projektträger Jülich
Die Erstellung und Umsetzung kommunaler Wärmepläne steht im Spannungsfeld klimapolitischer Ziele, politischer Entwicklungen sowie wirtschaftlicher und sozialer Rahmenbedingungen. Dieses Spannungsfeld bildete auch den inhaltlichen Rahmen der Veranstaltung des Bundesministeriums für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen (BMWSB).
Zum Auftakt stellte Staatssekretär Dr. Olaf Joachim den aktuellen Stand der Wärmeplanung in Deutschland vor und machte deutlich: Die kommunale Wärmeplanung ist auf einem guten Weg. Mehr als die Hälfte aller Kommunen hat bereits mit der Erarbeitung begonnen; das Wärmeplanungsgesetz bildet dabei weiterhin eine wesentliche Grundlage für eine konsistente Umsetzung.
Anschließend ordneten drei Experten die Wärmeplanung aus unterschiedlichen Praxisperspektiven ein. Dabei lag ein klarer Schwerpunkt auf der Einbindung sozialer Fragen. Reiner Hoffmann, RNE, betonte die Bedeutung einer sozialverträglichen und kosteneffizienten Umsetzung. Robert Riechel, difu, schlug die Brücke zur Stadtentwicklung und hob die Bedeutung sozialräumlicher Indikatoren insbesondere in Prüfgebieten hervor. Luis Liebich, BTB, zeigte exemplarisch anhand eines Bestandsquartiers mit Nahwärmeversorgung technische und kommunikative Anforderungen der Umsetzung auf.
Weiterführend diskutiert wurden die Impulsvorträge in dem anschließenden Podiumsgespräch, in dem sich Prof. Dietmar Walberg mit Dr. Jörg Wagner, Unterabteilungsleiter Stadtentwicklungspolitik und Planungsrecht im BMWSB, Adrian Knirlberger, KWW, und Reiner Hoffmann über allgemeine Herausforderungen der Wärmeplanung und deren Lösungen austauschten. Einigkeit auf dem Podium und im Publikum bestand vor allem darin, dass Wärmeplanung als Daseinsvorsorge sozialgerecht konzipiert und umgesetzt werden muss.

Bild: Anne Freitag / ENERGIETAGE
Die Spitzenvertreterinnen und -vertreter der Berliner Landespolitik haben sich in einer vom Kompetenzzentrum Kritische Infrastrukturen e. V. (KKI e.V.) organisierten Podiumsdiskussion bei den Energietagen ein klares Bekenntnis zum Schutz der kritischen Infrastruktur in der Hauptstadtregion abgegeben. Der KKI e.V. hatte mit Lucas Schaal (CDU), Steffen Krach (SPD), Werner Graf (Bündnis 90/Die Grünen) und Elif Eralp (Die Linke) politische Entscheidungsträger der Berliner Landespolitik eingeladen, um vor mehr als 200 Gästen der Berliner Energietage zentrale Handlungsbedarfe für die Resilienz kritischer Infrastrukturen (KRITIS) – auch im Hinblick der anstehenden Wahlen und vor dem Hintergrund des Brandanschlags auf Stromnetz Berlin im Januar dieses Jahres – zu diskutieren.
Martin Debusmann lenkte als 1. Vorsitzender des vor 15 Jahren gegründeten Vereins Kompetenzzentrum Kritische Infrastrukturen den Fokus auf die allgemeine und in Bezug auf die Hauptstadt Berlin spezielle Bedrohungslage für KRITIS-Betreiber, die nicht nur von Extremisten, sondern auch kriegerischen Auseinandersetzungen und Naturereignissen ausgeht. „Der Anschlag im Januar war nicht der erste in der Region“, sagte Debusmann und verwies auf Anschläge in Grünheide (Tesla) und Adlershof. Er wünsche sich mehr Hinweise an die Betreiber kritischer Infrastrukturen zu aktuellen Gefahren aus den Behörden heraus.
Die vier Berliner Spitzenpolitiker sprachen sich durchweg dafür aus, Resilienz, Schutz und Handlungsfähigkeit der KRITIS in Berlin zu stärken, wobei die Parteien die Schwerpunkte unterschiedlich setzen. Elif Eralp betonte für die Linke, beim Katastrophenschutz vor allem die sozialen Folgen für alte, kranke Menschen und Geflüchtete mitzudenken. Steffen Krach (SPD) will auch die Bundesregierung in die Pflicht nehmen, wenn es um eine resiliente Infrastruktur in der Hauptstadtregion geht. Werner Graf (Bündnis 90/Die Grünen) fordert Notfallpläne, eine schnellere Reaktion von Behörden, beispielsweise beim Ausrufen einer Großschadenslage, und die umfassende Aufklärung der Bevölkerung. Lucas Schaal (CDU) sieht das Land Berlin auch durch eine bereits mit der SPD gegründete AG Resilienz auf dem richtigen Weg.

Bild: ENERGIETAGE / Anne Freitag
In einer gemeinsamen Veranstaltung von Zukunft KlimaSozial und dem Institut für Energie- und Umweltforschung (ifeu) wurden Wege für eine soziale Wärmewende diskutiert, die vor allem ärmere Bevölkerungsgruppen erreicht.
Brigitte Knopf (Zukunft KlimaSozial) verwies einführend darauf, dass der Mietwohnbereich eine entscheidende Rolle spielt, da mehr als die Hälfte der Bevölkerung zur Miete lebt und davon fast die Hälfte zum unteren Einkommensdrittel zählt.
Ernest Aigner (Leuphana Universität) belegte empirisch, dass von Energiearmut betroffene Haushalte auch psychisch betroffen sind: Sie leiden unter gesundheitlichen Belastungen durch mangelnden Hitzeschutz im Sommer und Kälte im Winter, was vor allem die Kinder trifft.
Astrid Schaffert (Zukunft KlimaSozial) stellte Impulse für ein klimasoziales Mietrecht vor. Zentral war die Forderung, dass die Wohnkostenbelastung unterer Einkommensgruppen nicht weiter steigen darf. Rechtliche und finanzielle Instrumente sollen ineinandergreifen, um Sanierungen sozial ausgewogen umzusetzen.
Martin Pehnt (ifeu) präsentierte zwei praxisnahe Ansätze: Klimasozialquartiere, die Energiearmut reduzieren und soziale Stabilität der Bewohnerschaft sichern können, sowie temporäre One-Stop-Shops zur Beratung selbstnutzender Eigentümer:innen im ländlichen Raum.
In der abschließenden lebhaften Diskussion der Vortragenden mit Katja Schumacher (Öko-Institut) und dem Publikum wurden Umsetzbarkeit, Finanzierungswege und Pilotprojekte erörtert.

Bild: Foto: Brigitte Knopf
Wie gelingt klimafreundliches Bauen und Betreiben im öffentlichen Gebäudebestand? Diese Frage stand im Zentrum der Veranstaltung der Deutschen Rentenversicherung Bund, die in diesem Jahr erstmals mit einer eigenen Session bei den Berliner Energietagen vertreten war.
Zum Auftakt stellte Jens Urlichs, Abteilungsleiter Immobilien der DRV Bund, in seiner Keynote den Leitsatz „Verantwortung für Generationen“ in den Mittelpunkt. Er machte deutlich, dass nachhaltiges Bauen und Betreiben für die DRV Bund längst kein Zusatzthema mehr ist, sondern integraler Teil der eigenen Nachhaltigkeitsziele und eines verbindlichen Modernisierungsauftrags für Bestand und Neubau.
Anschließend zeigte Sylvi Eckart, Referentin im Referat Grundlagen und Systematik des nachhaltigen Bauens am Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR), wie das Bewertungssystem Nachhaltiges Bauen (BNB) als Maßstab für das Planen und Bauen nachhaltiger Gebäude genutzt werden kann. Stefan Nottebrock, Projektleiter im Bauvorhaben Reha-Zentrum Mölln bei der DRV Bund, gab detaillierte Einblicke in einen nachhaltigen Klinik-Neubau, der derzeit in Schleswig-Holstein entsteht. Mechthild Zumbusch, Dezernatsleiterin Umwelt- und Energiemanagement der DRV Bund, verdeutlichte, wie ein gut eingespieltes Umwelt- und Energiemanagement Strukturen schafft, aus denen echte Wirkung entstehen kann.
In der abschließenden Podiumsdiskussion „Zwischen Regulierung und Realität: Klimafreundlich Bauen und Betreiben“ diskutierten Jens Urlichs, Sylvi Eckart, Simone Webske, Umweltmanagementbeauftragte im Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit, sowie Rudolf Birkholz, Prokurist der BIM Berliner Immobilienmanagement GmbH.
Einigkeit bestand darin, dass die öffentliche Hand bei der Transformation des Gebäudebestandes eine wichtige Vorbildfunktion übernimmt – und dass nachhaltige Lösungen dann erfolgreich sind, wenn ökologische, technologische und organisatorische Anforderungen gemeinsam gedacht werden.
Seit mehr als zehn Jahren ist EnArgus das zentrale Informationssystem zur Energieforschung der Bundesregierung. Unternehmen nutzen die Plattform, um Kooperationspartner zu recherchieren, Forschende verschaffen sich einen Überblick über Forschungsinhalte und die Öffentlichkeit findet transparente Informationen zur Verwendung von Fördermitteln und verständliche Begriffserklärungen zur Energieforschung im Wiki.
Um neue Themen und Schwerpunkte der Energieforschung aufzugreifen und mit dem technischen Fortschritt zu gehen, wird das Informationssystem stetig weiterentwickelt. Im Rahmen der Berliner Energietage berichteten Mitglieder des vom BMWE geförderten interdisziplinäres Forschungsprojekts EnArgus 3.0 von der geplanten Weiterentwicklung der Plattform bis 2027.
Entwicklungspotenzial sehen die Fachexperten von PtJ, Fraunhofer ISI, der TU Ilmenau und der TU Darmstadt vor allem in der Einbindung künstlicher Intelligenz, in Anpassungen an neue und veränderte Themen und Begriffe im Bereich Energieforschung und aktuelle Nutzungsgewohnheiten. Das Ergebnis: Eine treffsicherer und intelligentere Suche, unter anderem durch die Einbindung KI-gestützter Suchsysteme; 2.300 neue Artikel im Wiki und ein KI-gestützter Chatbot.
Sie haben Feedback zur Weiterentwicklung von EnArgus? Dann wenden Sie sich gerne per E-Mail an ptj-energieforschung[at]ptj.de.

Bild: Projektträger Jülich
Im Rahmen der ENERGIETAGE haben Louis Meier (freiberuflicher KI-Berater) und Lisa Bührmann (EUMB Pöschk) die Ergebnisse ihrer quantitativen, KI-gestützten Analyse von Energie- und Klimadiskursen in deutschen Talkshows vorgestellt. Untersucht wurden Volltext-Transkripte aus den Formaten Markus Lanz, Maybrit Illner und Phoenix Runde im Zeitraum 2020 bis 2026.
Im Mittelpunkt stand die Frage, ob die Energiewende in Talkshows vor allem als technisches Transformationsprojekt oder zunehmend als gesellschaftlicher Konflikt verhandelt wird. Die Analyse zeigte: Energie- und Klimathemen werden nicht durchgehend als Kulturkampf geführt. Bestimmte Themen und Phasen machen die Debatte jedoch besonders konfliktfähig – etwa Gas im Kontext der Energiekrise, Kernkraft als symbolisch aufgeladenes Thema und Heizen bzw. Wärmepumpen im Zuge der GEG-Debatte.
Als möglicher diskursiver Wendepunkt wurde der Zeitraum Herbst 2022 bis Frühjahr 2023 diskutiert. Hier überlagern sich Fragen von Versorgungssicherheit, Preisen, politischer Richtung und privater Betroffenheit. Zugleich deuten die sprachlichen Muster auf eine stärkere Dissensorientierung in den untersuchten Talkshows hin.
In der anschließenden Diskussion ging es darum, welche Rolle Talkshows als Bühne und Verstärker politischer Konflikte spielen und wie Energiewende-Kommunikation gelingen kann, ohne Konfliktlogiken weiter zu verschärfen.
Wie gelingt gute Energie- und Klimakommunikation und welche Herausforderungen beschäftigen Praktikerinnen und Praktiker aktuell besonders? Diesen Fragen widmete sich das Vernetzungstreffen „Energiewende trifft Kommunikation“, das im interaktiven Speeddating-Format stattfand.
An sieben Thementischen diskutierten die Teilnehmenden unter anderem über aktuelle Lieblings- und zukünftige Wunschprojekte, über Chancen und Herausforderungen der Energie- und Klimakommunikation sowie über die Frage, wie Akzeptanz und Beteiligung in Zeiten gesellschaftlicher Polarisierung gestärkt werden können. Dabei standen vor allem der persönliche Austausch, gegenseitiges Lernen und neue Perspektiven im Mittelpunkt.
Deutlich wurde: Erfolgreiche Kommunikation zur Energiewende lebt nicht nur von guten Botschaften, sondern vor allem von den Menschen, die Projekte mit Engagement, Kreativität und Praxisnähe umsetzen. Entsprechend intensiv wurde diskutiert, Kontakte geknüpft und zahlreiche Visitenkarten ausgetauscht.
Zum ersten Mal richteten die ENERGIETAGE gemeinsam mit den Young Energy Professionals (YEP) ein Networking-Format für die junge Generation in Klimaschutz und Energiewende aus. Im Mittelpunkt stand der offene Austausch über berufliche Perspektiven, persönliche Herausforderungen und Fragen mit Blick auf die Zukunft. Zugleich bot das Format Raum, neue Kontakte zu knüpfen und sich für den weiteren beruflichen Weg zu vernetzen.
An vier Thementischen kamen die Teilnehmenden in wechselnden Gruppen miteinander ins Gespräch. Besonders schnell rückte das Thema Künstliche Intelligenz in den Fokus: Wie nutzen wir KI bereits heute, und was bedeutet sie für Berufsfelder und Arbeitsmarkt in Klimaschutz und Energiewende? Auch die unterschiedlichen beruflichen Hintergründe der Teilnehmenden, etwa aus der Klimabildung, eröffneten weiterführende Diskussionen – unter anderem zur gesellschaftlichen Wahrnehmung von Klimaschutz vor dem Hintergrund aktueller politischer Entwicklungen. So entstand ein vielseitiger Austausch, der die große Bandbreite der Themen und Perspektiven innerhalb der jungen Energie- und Klimaschutzszene sichtbar machte.
Besonders eindrücklich war, wie viele unterschiedliche Berufsfelder und Werdegänge an den Tischen zusammenkamen – und wie viele Schnittstellen sich über Themenbereiche hinweg zeigten. Die Teilnehmenden konnten nicht nur neue Kontakte mitnehmen, sondern auch das Wissen, mit vielen Fragen und Ideen nicht allein zu sein.

Bild: Anne Freitag / ENERGIETAGE
Unter dem Motto „Vernetzt. Effizient. Finanzierbar.“ trafen sich am 05. Mai, Expert:innen der Netzwerkarbeit, Ministerien, Wirtschaft, Banken und Technologie-Innovatoren um über die kooperative Umsetzung der Energiewende zu diskutieren.
Bereits seit 10 Jahren organisiert hierzu der AGEEN e.V. in Kooperation mit der Initiative Energieeffizienz- und Klimaschutz-Netzwerke (IEEKN)praxisnahe Inhalte auf den Berliner Energietagen - auch 2026!
Mit über100 Teilnehmer:innen war der Raum gespickt mit tiefgreifender Expertise, um Finanzierungsmöglichkeiten für Energie-Investitionen zu besprechen, Herausforderungen bei der Innovationskraft der deutschen Industrie zu erörtern und Zukunftstechnologien der Wärmeversorgung zu multiplizieren.
Die vier Kernaspekte:
Systematisierte Netzwerkarbeit hilft – sowohl IEEKN- als auch kommunale Netzwerke sind hier ein perfektes Instrument, Wissen, Austausch, Hilfestellungen und Technologien bei den Umsetzer:innen und Enablern der Energiewende vor Ort bekannt zu machen, Erfahrungen zu teilen und Maßnahmen schneller umzusetzen!

Bild: AGEEN e.V. / Moritz Becker
Wie können Kommunen ihre Schulgebäude trotz begrenzter Budgets, fehlender Fachkräfte und komplexer Vergabeprozesse schnell und wirtschaftlich sanieren? Antworten lieferte unsere Session „Sanierung in den Ferien? Serielle Lösungen für Schulgebäude“ bei den Berliner Energietagen.
Diese Erkenntnisse bringen wir aus dem Ludwig-Erhard-Haus mit:
„Angesichts eines Sanierungsstaus, der sich allein bei den 800 Berliner Schulen auf rund 7 Milliarden Euro beläuft, braucht es einen Paradigmenwechsel: Wir müssen Aufgaben priorisieren, bezirksübergreifend denken und Maßnahmen bündeln, um mit den zur Verfügung stehenden Mitteln das Maximum zu erreichen.“
Norbert Illiges, Leiter der Taskforce Schulbau, Berliner Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie
„Ein Rahmenvertrag, wie ihn der GdW für den modularen Neubau und derzeit auch für die serielle Sanierung im Wohnungsbau initiiert hat, könnte auch auf kommunaler Ebene helfen, Vergabeprozesse zu vereinfachen und Sanierungsvorhaben zu beschleunigen.“
Inga Stein-Barthelmes, Geschäftsführerin HOWOGE
„Beispiele aus Bayern und Niedersachsen zeigen, dass Schulen mit seriellen Lösungen in den Sommerferien saniert werden können. Damit es auf der Baustelle schnell geht, finden die eigentlichen Leistungen wie Analyse, Aufmaß, Planung und Vorbereitung ein Jahr vorher im Hintergrund statt.“
Roman Koditek, Prokurist Zimmerei Sieveke
„Mit guter Planung und einem erfahrenen Holzbauunternehmen sind 3.200 m2 Fassadenfläche in 6 Wochen ein realistisches Arbeitspensum. Bei komplexeren Projekten, die mit einer Aufstockung und Grundrissänderung verbunden sind, sorgt die schnell geschlossene Gebäudehülle dafür, dass der Innenausbau zeitnah starten kann und das Vorhaben insgesamt zügiger vorankommt.“
Jochen Schurr,guteOrte architekten
„Energiespar-Contracting kann für Kommunen ein Weg sein, die energetische Optimierung ihrer Liegenschaften auch ohne eigene Investitionen voranzutreiben. Der Fokus liegt hier allerdings zumeist auf der Gebäudetechnik. Bislang beziehen nur wenige Anbieter die Gebäudehülle mit ein.“
Timo Sengewald, dena-Kompetenzzentrum serielles Sanieren
Unser Learning des Tages: Wissen wächst durch Teilen. Ein riesengroßes Dankeschön an alle Akteure für die geteilten Erfahrungen und das wertvolle Praxiswissen.

Bild: Ariane Steffen | dena
Am 5. Mai kamen Vertreter der Taskforce Gebäudetechnik und der Berliner Politik im Rahmen der Berliner Energietage zur Veranstaltung „Best Practices der energetischen Sanierung – Was die Politik vom Handwerk lernen kann“ zusammen.
Im Fokus der Veranstaltung stand die zentrale Rolle des Handwerks bei der Umrüstung des Gebäudesektors hin zu mehr Energieeffizienz und Klimaschutz. Vor diesem Hintergrund diskutierten Stefanie Lehmann, Bezirksschornsteinfegerin, Alexander Neuhäuser, Hauptgeschäftsführer des Zentralverbandes der Deutschen Elektro- und Informationstechnischen Handwerke (ZVEH), und Torsten March, Geschäftsführer des Bundesinnungsverbandes des Deutschen Kälteanlagenbauerhandwerks, gemeinsam mit dem Bundestagsabgeordneten Lars Rohwer (CDU), wie eine erfolgreiche Transformation gelingen kann.
Eine der zentralen Erkenntnisse der Diskussion: Im Zuge der Wärmewende verändern sich die Berufsbilder grundlegend, und Gebäude müssen heute als vernetzte Energiesysteme gedacht werden. In diesem Zusammenhang braucht es auch gewerkeübergreifende Kooperationen im gebäudetechnischen Klimahandwerk.
Um die USPs des Handwerks, wie die starke lokale Wertschöpfung und das große Vertrauen der Kundinnen und Kunden, nachhaltig heben zu können, braucht es zudem verlässliche Rahmenbedingungen. Im Rahmen der Diskussion nahm Lars Rohwer den Wunsch des Handwerks nach Stabilität und Kontinuität in der politischen Ausgestaltung mit. Ziel sei es, durch geeignete gesetzliche Maßnahmen, etwa im Rahmen des Gebäudemodernisierungsgesetzes, mehr Planungssicherheit für Betriebe sowie für Endkundinnen und Endkunden zu schaffen.

Bild: Zentralverband des Deutschen Handwerks
Ohne Energiespeicher kein stabiles Energiesystem: Diese zentrale Botschaft prägte die Fachveranstaltung „Energiespeicher – Multitool für Resilienz, Versorgungssicherheit und Energiewende“ im Rahmen der Berliner Energietage am 4. Mai 2026. Wissenschaft und wirtschaftliche Praxis waren sich einig: Speicher sind bereits heute unverzichtbar und gewinnen weiter an Bedeutung.
Prof. Dr. Christof Wittwer vom Fraunhofer ISE machte die systemische Rolle von Speichern als flexibles „Multitool“ deutlich. Das Netz sei keine "Kupferplatte", die Erzeugung und Verbrauch ohne zeitliche oder räumliche Begrenzung unendlich skaliert bedienen kann. Energiespeicher Projekte sind fähig, dieses Problem beidseitig zu lösen: Damit stabilisieren sie Netze und sorgen für eine effiziente Integration erneuerbarer Energien - und sind dabei schneller und günstiger realisierbar als Netzausbau.
Das Großbatteriespeicherprojekt Bollingstedt von Eco Stor zeigten eindrucksvoll, wie Batteriespeicher Netzengpässe reduzieren können. Im Zusammenspiel mit voll digitalisierter Steuerung liefert der Speicher netzdienliche Dienstleistung während er trotzdem wirtschaftlich rentabel ist - eine volkswirtschaftliche Win-Win-Situation. Gleichzeitig wurde deutlich: Der Ausbau reicht bislang nicht aus, um den massiv steigenden Flexibilitätsbedarf zu decken. Auch Pumpspeicher bleiben im heutigen Energiesystem essenziell.
Wie viel ungenutztes Flexibilitätspotenzial bereits heute integrierte Speicher - wie beispielsweise die Batterien von E-Autos - darstellen zeigte Marcus Fendt, The Mobility House Energy. Ein weiterer Fokus lag auf der wachsenden Bedeutung von Speichern für Industrie und Mittelstand – etwa zur Steigerung von Autarkie und Wettbewerbsfähigkeit.
Fazit: Die Technologien sind verfügbar und wirksam. Entscheidend ist nun, geeignete Rahmenbedingungen und Vertrauen zu schaffen, damit Energiespeicher ihr volles Potenzial im Energiesystem entfalten können.
Technisches Monitoring (TMon) steigert Qualität, Energieeffizienz und Betriebssicherheit von Gebäuden – wird aber im Projektalltag noch zu selten konsequent umgesetzt. Gründe: fehlende Standards, unklare Zuständigkeiten und begrenzte Ressourcen.
Im Rahmen unseres Workshops bei den Berliner Energietagen (06.05.2026) haben wir unser Forschungsprojekt (BMWK) und 10 Thesen zum Technischen Monitoring mit 30 Teilnehmenden diskutiert. In Kleingruppen wurden unterschiedliche Perspektiven eingebracht, zentrale Herausforderungen bestätigt und praxisnahe Handlungsbedarfe identifiziert.
Zentrales Ergebnis:
Praxis ≠ Theorie – es braucht klare Standards und umsetzbare Handlungsempfehlungen.
Danke an alle Beteiligten für den offenen Austausch!
#TechnischesMonitoring #Energieeffizienz #Gebäudebetrieb #Forschung #BerlinerEnergietage #TMon

Bild: Hochschule Biberach Berthold Grickscheit
Eine erfolgreiche Energiewende braucht drei zentrale Hebel – das wurde in der Paneldiskussion „Wie wir die Energiewende jetzt beschleunigen | Von der Strategie zur Umsetzung“ der Berliner Stadtwerke im Rahmen der Berliner Energietage deutlich.
Gemeinsam mit Christina Gerts (Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe), Inga Stein-Barthelmes (HOWOGE Wohnungsbaugesellschaft) und Professorin Kathrin Goldammer (Reiner Lemoine Institut) diskutierte Chris Werner, Geschäftsführer der Berliner Stadtwerke, über konkrete Ansätze zur Beschleunigung der Energiewende.
Drei zentrale Erkenntnisse standen dabei im Fokus:
Finanzierung: Der Klimapakt des Landes Berlin ist ein wichtiger Schritt und schafft die Grundlage für weitere Investitionen in die regionale Energiewende.
Standardisierung: Bei der Photovoltaik hat Berlin bereits große Fortschritte erzielt. Nun gilt es, vergleichbar standardisierte Prozesse auch im Bereich der Ladeinfrastruktur zu etablieren.
Bundespolitische Rahmenbedingungen: Verlässliche und langfristige energiepolitische Rahmenbedingungen sind entscheidend, um Tempo aufzunehmen und Investitionssicherheit zu gewährleisten.
Fazit der Diskussion: Berlin ist in vielen Bereichen bereits gut aufgestellt. Gleichzeitig besteht an anderen Stellen, wie beispielsweise beim Monitoring der Energiewende noch deutlicher Handlungsbedarf.
Wie kann die Wärmewende in Berlin gelingen – effizient, sozial gerecht und praxisnah? Genau darüber diskutierte die EnergieEinsparInitiative Berlin (EEIB) bei einer spannenden Veranstaltung im Rahmen der Energietage. Voller konkreter Beispiele, innovativer Ansätze und klarer Botschaften: Die Transformation gelingt nur gemeinsam.
Staatssekretär Dr. Severin Fischer von der Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe würdigte in seinem Grußwort das Engagement der EEIB und unterstrich die Bedeutung sektorübergreifender Zusammenarbeit für das Erreichen der Berliner Klimaziele.
Einen praxisnahen Einblick in innovative Umsetzungsansätze gab Dr. Jörg Lippert von der Innung SHK Berlin mit dem Projekt „Cool-Down“. Dabei wurde besonders deutlich, wie entscheidend das Zusammenspiel von Handwerk, Gebäuden, Netzen und Politik für echte Effizienzgewinne ist.
In der anschließenden Diskussion machte Matthias Trunk von der GASAG die Potenziale innovativer Energiesysteme in den im Rahmen der Wärmeplanung als Prüfgebiete gekennzeichneten Flächen deutlich und warb dafür, Energiesparen als zentralen Hebel für das Erreichen der Transformations- und Klimaziele stärker in den Fokus zu rücken.
Dass die Wärmewende immer auch eine soziale Frage ist, betonte Dr. Daniela Ringkamp von der Caritas Berlin. Anhand des Projekts Stromspar-Check zeigte sie, wie von Energiearmut betroffene Menschen konkret unterstützt und gleichzeitig Langzeitarbeitslose zu Energieberaterinnen und Energieberatern qualifiziert werden können. Ihr Appell: Klimaschutz darf niemanden zurücklassen.
Mit Blick auf die Zukunft der Wärmeversorgung skizzierte René Wrobel von der BEW Berliner Energie und Wärme die Perspektiven der Fernwärme in Berlin und ihre wichtige Rolle auf dem Weg zur Klimaneutralität.
Wie die Berliner Wohnungswirtschaft die Herausforderungen der Wärmewende angeht, zeigte Matthias Schmitz-Peiffer von der HOWOGE. Er machte deutlich, mit welchen Strategien und Lösungen große Wohnungsunternehmen bereits heute an nachhaltigen und zukunftsfähigen Konzepten arbeiten.
Die Veranstaltung zeigte eindrucksvoll: Große Fortschritte entstehen nicht durch Einzelmaßnahmen, sondern durch koordinierte Zusammenarbeit über alle Bereiche hinweg. Oder, wie es die EnergieEinsparInitiative Berlin auf den Punkt bringt:
Energiesparen – zusammen für dich und mich.

Bild: Anne Freitag / ENERGIETAGE